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tedesca

vor 3 Jahren

(8)

"Grau" ist der erste Teil einer geplanten Trilogie, und ich nehme mein Fazit gleich einmal vorweg: ich freu mich auf Teil 2 und 3!

Eddie Russett ist ein ganz normaler Typ, der über eine gute Rotsicht verfügt, sich meistens an die Regeln hält, einen gesellschaftlichen Aufstieg in Aussicht hat und sich sonst keine großen Sorgen macht. Bis er mit seinem Vater in die Grenzzone geschickt wird, wo die Regeln großzügiger ausgelegt werden und Eddie sich immer mehr in alle möglichen Dinge verstrickt, die sein ganzes ruhiges und vorhersehbares Leben ordentlich durcheinander bringen. Schuld daran ist nicht zuletzt Jane, die ihn immer mehr wachrüttelt und letztendlich die Schuld daran trägt, dass er sich im Magen einer fleischfressenden Pflanze wiederfindet. Nicht gerade ein rühmliches Ende für einen Serienhelden... ;-)

Fforde verfügt über einen unglaublich beissenden und treffenden Humor, den er hier wieder in Höchstform auslebt. Menschen, die nur sehen, was ihnen das System erlaubt, die garnicht auf die Idee kommen, dieses zu hinterfragen, die stumm Regeln akzeptieren, die ganz sicher nicht in ihrem Interesse sind, auch wenn sie es zu sein scheinen. Kennen wir das nicht von irgendwoher? Gelebtes Facebook - oberflächlich, schnell, bunt (oder eben auch nicht) und lustig... alles im Sinne des Kollektivs. Es lebe die Stagnation! Und ja nicht über den Tellerrand blicken.

Ich kann allen nur empfehlen, das Buch im Original zu lesen. Ich konnte aus der Übersetzung viele Wortspiele erahnen, um deren Genuss man sich natürlich bringt, wenn man auf Deutsch liest. Auf jeden Fall ist "Grau" ein intelligentes Buch mit Witz, das einem kurzweilige Lesestunden mit Denkanspruch beschert. Was will man mehr?

Autor: Jasper Fforde
Buch: Grau
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