Rezension verfasst vor 2 Jahren
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Zwei Drittel des Buches sind ziemlich spannend - das und dass man nicht nur 2,5 Punkte vergeben kann, sind die Gründe, warum es noch 3 Punkte bekommt.
Grausame Frauenmorde in Paris, die einen in eine Stadt innerhalb der Stadt führen, welche von illegalen türkischen Arbeitern und kriminellen Banden bevölkert werden, dazu ein unerfahrener doch ehrgeiziger junger Kommissar, der sich bei einem älteren Kollegen Rat sucht - das ist Stoff, aus dem man ein erstklassiges Buch basteln könnte.
Leider war Grangé bei der Ausführung schlampig. Die Figuren wirken platt und stereotyp. Der türkische Untergrund in Paris wird nur an der Oberfläche gekratzt und die Hintergründe über türkische Geschichte und Politik könnte sich wohl jeder mit einer halbstündigen Internetrecherche besorgen.
Im Gegenzug ist das Buch an anderen Stellen unnötig detailreich, etwa werden zu Anfang medizinische Untersuchungen in aller Breite beschrieben, als wollte der Autor zeigen, dass er an dieser Stelle doch gründlich recherchiert hat. Ebenso wird die grausame Folterung und Ermordung der Frauen geschildert, diese Informationen sind für die Ergreifung der Mörder jedoch irrelevant, zumal es hier gerade nicht darum geht, jemanden anhand eines psychologischen Profils zu finden.
Schließlich hat das Buch noch Schwachstellen, von denen ich nicht weiß, ob ich sie dem Autor oder dem Übersetzer anlasten muss: Wortwiederholungen häufen sich, die Sprache wirkt zu distanziert, und manchmal sind Redewendungen schlicht falsch (Beispiel: wer etwas unnützes tut verschwendet seine Zeit und verliert sie nicht). Weiterhin hätte ein Blick ins Internet auch darüber informiert, dass Wölfe in Rudeln auftreten und nicht in Rotten (das sind Wildschweine) und Istanbul nie und nimmer die Hauptstadt der Türkei ist.
Fazit: eine leichte und spannende Lektüre, jedoch nicht geeignet für jemanden, der etwas zum Nachdenken sucht oder der dazu neigt, sich leicht über Bücher aufzuregen.
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