Rezension verfasst vor 2 Jahren
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In der kleinen, ruhigen Universitätsstadt Guernon, in den französischen Alpen, geschieht das Unfassbare: Der Bibliothekar der Universität wird ermordet aufgefunden – gefoltert und verstümmelt. Pierre Niémans, ein Pariser Polizeikommisar und alter Hase, wird, nachdem er in Paris etwas Ärger verursacht hat, zur Unterstützung der örtlichen Beamten, nach Guernon geschickt. Kaum angekommen, muss er Hinweisen nachgehen, die ihn zu einer zweiten, ähnlich zugerichteten Leiche führen. Handelt es sich um Ritualmorde oder geht ein perfider Serienmörder in dem kleinen Städtchen um?
Zur gleichen Zeit wird in dem Dorf Sarzac das Grab eines kleinen Jungen, der vor 14 Jahren starb auf- und in die örtliche Schule eingebrochen. Was nach einem Streich aussieht, entpuppt sich für Karim Abdouf, Polizeileutnant, als ein mysteriöses Puzzlespiel – den verstorbenen Jungen scheint es nur für kurze Zeit gegeben zu haben. Seine Nachforschungen führen ihn nach Guernon...
Gemeinsam mit Niémans macht er sich auf die Suche – nach Verbindungen der beiden Fälle ,Ähnlichkeiten, Übereinstimmungen und den „purpurnen Flüssen“...
Mysteriöse Morde, zwei Fälle, die in dieselbe Richtung deuten und ein tieferer Hintergrund – das sind die Zutaten für diesen hochspannenden Thriller. Jean-Christophe Grangé versteht es ausgezeichnet, dies miteinander zu verknüpfen und dem Leser eine Gänsehaut zu verpassen. In einer klaren, fast emotionslosen Erzählweise schildert er die Grausamkeiten der Morde als auch das Verschwinden des kleinen Jungen, so dass einem immer wieder ein Schauer über den Rücken läuft. Anderseits beschreibt er kleine banale Dinge schon fast poetisch: ..im Licht der Laternen wirkte das spärliche Laub wie ein alter, zerbröckelnder Stoff, schimmernd wie Seide oder Brokat.“ Und genau die Gegensätze geben dem Buch das gewisse Etwas, Atmosphäre zuzusagen.
Die Handlung gliedert sich in 2 Erzählstränge, abwechselnd werden die fortschreitenden Ermittlungen der beiden Polizeibeamten geschildert. Wie bei einem Puzzlespiel fügt sich dabei Teilchen um Teilchen zu einem großen Ganzen und so kommt beim Leser nicht nur die dunkle Ahnung auf, dass beide Fälle irgendwie zusammenhängen zu scheinen, sondern lässt ihn auch mitfiebern, ob sich diese Ahnungen bestätigen. Dies macht es auch schwer, das Buch aus der Hand zu legen.
Höchst interessant ist auch die Charakterisierung Protagonisten: beide neigen zur Gewalt, beide verbissen, ihre Fälle aufzuklären und beide kämpfen mit den Dämonen ihrer Vergangenheit. Sie snd sich sehr ähnlich und stellen damit das Abbild des anderen dar.
Dieses Spiegelmotiv wird von Grangé im Roman auch mehrfach verwendet, und ist als Methapher ,wie alles zusammenhängt, anzusehen.
Die Verfilmung des Romans ist spannend, das Buch ist spannender und jeder, der gute Thriller liest, wird von den „purpurnen Flüssen“ nicht enttäuscht werden.
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