Rezension verfasst vor 9 Monaten
(6)
Die Geschichte der jungen Marokkanerin Lalla ist sehr poetisch geschrieben. Le Clézio hat einen sehr beschreibenden Stil.
Die Handlung spielt vor dem 1. Weltkrieg (ca 1909-1912) in der Wüste Marokkos und dann in Marseille.
Es dauert eine ganze Weile bis man sich in das Buch und den Stil des Autors hineingearbeitet hat aber dann ist es faszinierend trotz phasenweiser Längen.
Le Clézio beschreibt sehr anschaulich das ärmliche und beschwerliche Leben der Wüstenstämme aus der Sicht der Jugendlichen Lalla. Ihr Grossvater erzählt ihr Geschichten über die Fremde speziell südeuropäische Grossstädte. Lalla versucht diese Erzählungen in Einklang zu bringen mit ihrer engen Verbindung zu Ihrer Umwelt und Natur und den Legenden Ihres Volkes.
In den Hirtenjungen Hatari, der als Einsiedler lebt findet sie wahre Freundschaft und Zuneigung. Hatari wird aufgrund seiner dunklen Hautfarbe als Ausgestossener behandelt.
Nachdem Lalla die Zwangsverheiratung mit einem deutlichen älteren Mann droht entschliesst sie sich nach Marseille zu gehen. Das Elend und die Fremdartigkeit der Grossstadt faszinierd und belastet gleichzeitig. Sie kommt zuerst bei einer Verwandten unter. Sie wird schwanger, arbeitet in einer Absteige und dann sogar recht erfolgreich als Fotomodell.
In Marseille lernt sie den 14 jährigen Bettlerjungen Radizc kennen und befreundet sich mit ihm. Nachdem dieser bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückt beschliesst sie nach Marokko zurück zu kehren um in der Wüste ihr Kind zur Welt zu bringen.
Eine pararelle Erzählung ist die des Jungen Nour bzw. des bewaffneten Kampfes der Wüstenstämme gegen die Franzosen, der letzlich unter einem hohen Blutzoll verloren geht.
Es is auch die Geschichte des obersten Anführers und Königs Ma el-Ainin und dessen Sohnes Mulay-Sabaa, den sie Löwen nennen.
Mehr
Weniger
0 Kommentare