Leser-Rezension zu „Das Spiel ist aus” von Jean-Paul Sartre

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Lax Lax
Verfasst von Lax
am 1.09.2011
 

Sartres Drehbuch „Das Spiel ist aus“ handelt von zwei sehr unterschiedlichen Menschen, die eine neue Chance bekommen, aber nur, wenn sie trotz aller Umstände zu ihrer Liebe stehen.

Zwei Menschen, die reiche Éve Charliers und der im Widerstand kämpfende Pierre Dumain sterben und wandeln fortan zwischen den Lebenden umher. Irgendwann gewöhnen sie sich an dieses Leben, das für sie endlich Freiheit bedeutet. „Während es die Lebenden eilig haben, schlendern die Toten langsam umher, traurig und ein bißchen schemenhaft.“ Frei von allen Zwängen und Verpflichtungen verlieben sie sich ineinander. Sie tanzen unbeschwert inmitten der Lebenden, doch sie können sich nicht berühren und wünschen sich, sie könnten noch einmal neu anfangen. Der Wunsch wird ihnen gewährt und sie werden wieder Lebende, doch es gibt eine Bedienung: Innerhalb von vierundzwanzig Stunden müssen sie zu ihrer Liebe stehen.
Sie versuchen ihr Bestes, doch sie merken, dass sie unter den Lebenden nicht so frei sein können, wie sie wollen. Einen gemeinsamen Tanz wagen sie nicht, zu unterschiedlich ist ihre Herkunft. Außerdem haben sie Verpflichtungen anderen gegenüber. „Kann man wirklich versuchen, sein Leben neu anzufangen?“
Jean-Paul Sartre (1905-1980) war ein Philosoph und gilt als wichtigster Vertreter des französischen Existentialismus. In das „Das Sein und das Nichts“, definiert er den Menschen nicht als ein fertiges Produkt, sondern als eine leere Hülle, die in die Welt geworfen wird und sich erst durch seine Taten und seine Leiden definiert. Es gibt keine Regeln, der Mensch ist quasi die Freiheit, er macht die Regeln und ist alleine für das Unheil in der Welt verantwortlich und nicht ein Gott, der über allem wacht.
In „Das Spiel ist aus“, schlüpft Sartre in die Rolle des Deterministen, „weil ich der Meinung war, dass es mir schließlich auch einmal erlaubt sein müsste, zu spielen.“ Der Determinismus oder das Schicksal bestimmt das Leben eines jeden Menschen von der Geburt bis zu seinem Tode. Es zwängt den Menschen in ein Korsett, aus dem er nicht ausbrechen kann. Egal was er macht, es ist ihm vorherbestimmt. Die Freiheit ist somit nur augenscheinlich vorhanden, in Wahrheit ist sie aber ein leeres Wort.
Somit ist das Werk durchzogen von Melancholie und obwohl es sich um ein Drehbuch handelt und die Schauplätze und Menschen in kurzen Sätzen beschrieben werden, vermag die Geschichte aufgrund ihres Themas von Anfang an zu fesseln. Und Sartre lässt dem Leser eine Wahl. Wir leben nicht in einer deterministischen Welt. Mensch stehe zu deinen Gefühlen, zu dir selbst, denke ohne, vereinfacht gesagt, irgendwelche Schranken, denn nicht erst im Tode wird man frei. „Wir sind niemandem verpflichtet.“
Neben philosophischen Büchern hat Sartre auch zahlreiche Drehbücher und Romane verfasst. 1964 wurde ihm der Literaturnobelpreis verliehen, den er aber nicht angenommen hat.

 

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Das Spiel ist aus Das Spiel ist aus
Jean-Paul Sartre

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Das Spiel ist aus
von Jean-Paul Sartre

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