Leser-Rezension zu „Geschlossene Gesellschaft” von Jean-Paul Sartre

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The iron butterfly The iron butterfly
Verfasst von The iron butterfly
am 21.07.2011
 

Eine aktuelle Bemerkung aus dem Alltag hat mich dazu verführt wieder einmal zu Sartre zu greifen und es sollte ganz bewusst das Theaterstück "Geschlossene Gesellschaft" sein, da die Thematik passt. Zur Handlung...Drei Menschen, die sich zu Lebzeiten nie begegnet sind, werden nach ihrem Tod in einem Zimmer untergebracht. Es handelt sich hierbei nicht um eine übergangsweise Unterbringung, nein, sie werden fortan zu dritt in diesem einen Zimmer verbleiben und ihr Dasein miteinander verbringen. "Das ist die Hölle". So begegnen sich Garcin, quasi der Hahn im Korb und Estelle sowie Inés in einem Raum, den sie weder ansprechend noch gemütlich finden. Jeder einzelne hadert noch mit sich und seinem "kurz zuvor" beendeten Leben, täuscht sich selbst und seine neuen Gefährten durch Unaufrichtigkeiten. Gefangen in diesem Teufelskreis aus Täuschung und dem Drang Beziehungen zu knüpfen entwickelt sich eine wahrhaft ausweglose Situation. Sartres Resümee "die Hölle, das sind die andern" zeigt auf, von welcher mächtigen Bedeutung Beziehungen für uns sind. Wie stark wir uns von unserer Wirkung auf unsere Mitmenschen beeinflussen, ja in unserem Tun leiten lassen. Jeder für sich spielt eine Rolle für sein jeweiliges Gegenüber, muss gefallen, will dominieren, sehnt sich nach Zuneigung, signalisiert Schutzbedürftigkeit oder Stärke. Nur wenn wir aus dem Rollenspiel ausbrechen, einzig wir selbst sind, sind wir frei. Gut, dass wir das noch zu Lebzeiten erkennen können und nicht wie Garcin, Estelle und Inés zu spät erkennen, dass die andauernde Situation für immer so bleibt!

 

Kommentare zu dieser Rezension

thursdaynext vor 9 Monaten

Ist es nicht eher so , dass wir den Anderen erlauben die Hölle zu sein und es in unserer eigenen Betrachtungsweise liegt diese "Hölle" umzukehren oder zumindest zu verbessern ?


LamontvonHeilitz vor 9 Monaten

Ein böser Kommentar wäre: Können wir das wirklich erkennen oder bilden wir uns selbst nur ein wir könnten, während wir hoffen für unseren Anspruch und um unserer Selbst Willen geliebt zu werden? Wir geben oft zu gern und merken nicht, wie wir uns selber hinweggeben und verlieren. Je nachdem welch Mensch wir sind und welche Rolle uns eher liegt. Yeah, es ist eine Hölle. Versteh sie mal.


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Geschlossene Gesellschaft Geschlossene Gesellschaft
Jean-Paul Sartre

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Geschlossene Gesellschaft
von Jean-Paul Sartre

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