Leser-Rezension zu „Gefährtin der Dämmerung” von Jeaniene Frost

Rezension als hilfreich gekennzeichnet: (10)

DonnaGiovanni DonnaGiovanni
Verfasst von DonnaGiovanni
am 10.06.2011
 

Wortfetzen: Altes Prinzip mit neuen Seiten
In diesem dritten Band werden Bones und Cat vor neue Probleme gestellt. Irgendjemand möchte Cat etwas antun und es kommt wie es kommen muss, sie muss sich ihrem Vater stellen, obwohl sie sich zuvor gegen ihn entschieden hatte. Als wäre das nicht genug muss auch Bones sich beweisen. Bei dem ganzen Trubel werden aber auch lieb gewonnene Personen hineingezogen und ein Krieg steht bevor.
Ich muss ganz ehrlich sagen, hier ist es nichts neues. Eigentlich sehr typisch für die Reihe. Bones und Cat haben ein Problem. Cat will das klären und Bones macht sich unglaubliche Sorgen, womit ein unglaublicher Konflikt entsteht, der alles nur noch schlimmer macht, da jeder jedem helfen will. Und ganz ehrlich? Die Taktik geht immernoch auf und macht (mir) Spaß! Es ist so, dass die Bücher vom Prinzip her einfach gestrickt sind und das Ende voraussehbar ist, aber es funktioniert und solange das noch so weitergeht, werde ich die Reihe auf jeden Fall weiter verfolgen.
In diesem Buch geht es nicht direkt um Bones und Cat, es ist eher zweitrangig, wie man nach und nach feststellt. Aber genau das macht dieses Buch aus, denn es steckt viel mehr dahinter, als die Ständige Hetzjagd. Ich bewundere Jeaniene Frost um ihr Einfallvermögen, es macht einfach immer wieder spaß.
Besonders jetzt wird die Welt von Cat und Bones ausgeschmückt, man guckt über den Tellerrand hinaus, denn Zombies treten auf und auch ein bisschen Hokus-Pokus. Ich habe mich sehr gefreut, als Mencheres einen größteren Part bekam und man etwas über seine Vergangeheit erfahren hat. Es ist einfach immer wieder schön zu sehen, wie durchdacht es ist, aber es niemals all zu kompliziert wird oder der Autor gar abdriftet.
Es werden einige Geschichtliche Ereignisse aufgerollt und eingewickelt, was das ganze glaubhafter macht, auch, wenn es ein bisschen komisch ist, dass die Tochter von Cleopatra ein Vampir ist/war.
Dieses Buch bietet um einiges mehr als die Vorgänger und ich finde, dass es eines der besten der Reihe ist. Hier bekommen die Ghule eine größere Rolle und man lernt mehr Leute kennen. Mich hat jedoch gestört, dass Bones immer jemanden irgendwo kannte, der ihm geholfen hat. So viel Glück und Zufall kann es einfach nicht geben, mich hätte es nicht gestört, wenn er mal eine Abfuhr bekommen hätte. Nungut, es ist ein Buch und man kann darüber hinweg sehen, aber es gibt dem einfach einen kleinen Abbruch.
Ich fand die Vorstellung, dass Cat auch mal zur gejagden wird sehr schön. Es ist einfach anders. Zwar waren keine spektakulären Hetzjagden dabei, eher ein stetiges Misstrauen, da man den Maulwurf finden musste. Selbst die Gefühle sprühten hier über, was doch recht zweitrangig bei den vohreigen Büchern war. Umso überraschter war ich. Schön gemacht Frau Frost! Die Umsetzung ist alle mal gelungen, nur frage ich mich, wann Bones von seiner Vergangenheit eingeholt wurde? Es war eher Mencheres seine.
Natürlich fehlte der Witz nicht, der diese Bücher so einzigartig macht. Schon allein deswegen ist es immer schön sie zu lesen. Besonders die Stellen zwischen Justina (Cat's Mutter) und Bones sind für einen Lacher gut. Genau deswegen mag ich folgende Stelle. Es kann ein Spoiler enthalten sein, aber kein gravierender!

"Ich glaub's einfach nicht", kicherte Bones.
"Was!"
Er raste bloß weiter. "Oh, das wirst du schon sehen. Und die Flasche, die Denise dir gegeben hat, wirst du wirklich brauchen."
Uns erwartete offenbar kein Blutbad, denn er grinste immer noch wie ein Irrer. [...] Als wir in die Auffahrt des Hauses einbogen, in dem offensichtlich Rodney wohnte, hörte ich meine Mutter nur herumrumoren und leise fluchen. Was war daran so ungewöhnlich?
Bones stellte nicht mal de Motor aus, sondern sprang gleich aus dem Autound trommelte so heftig gegen die Tür, dass die Fensterscheiben wachelte.
"Mach auf, Justina, sonst schlage ich die Tür ein!"
Die Eingangstür wurde aufgerissen, während ich mich etwas gemächlicher dem Haus näherte. Irgendwer musste schließlich den Motor abstellen. [...] Er (Bones) warf ihr einen verschmitzten Blick zu, und seine Mundwinkel begannen unkontrolliert zu zucken.
"Nanu. Da soll mich doh der Teufel holen, würde ich sagen, aber das hat er schon. Justina, dein Haar ist ganz zerzaust, Liebes, warst du etwa gerade beim Hausputz? Nein? Und dein Gesicht ... Wenn ich's nicht besser wüsste, würde ich sagen, es ist gerötet. Als ich noch ein meiser Stricher war, wie du immer so schön sagst, habe ich ständig Frauen in deinem Zustand gesehen. Nach einem Fick."
[...]
"Schwer dich bloß weg, du Schwein", herrschte sie Bones an.
Der krümmte sich vor Lachen. "Solltest du dir niht eher an die eigene Nase fassen? Und da hat Cat immer solche Angst gehabt, du könntest herausfinden, dass sie es mit einem Vampir treibt. Dagegen kannst du jetzt wohl nichts mehr sagen, was? Rodney! Komm runter, mein Freund, lass dir gratulieren! Ich bin vor Ehrfurcht erstarrt."
"Bones", hörte an Rodneys heisere Stimme von oben."Verzieh dich einfach."
Seite 149/150

Zurück zu den Gefühlen. Das, was in diesem Buch passiert fand ich recht tragisch, besonders das, was Cat durchmachen musste. Ich fand es richtig gut dargestellt von der Autorin und auch die Idee. Was ich mich frage, was ist mit dem Kästchen? Es ist anschließend nie ein weiteres Wort darüber verloren worden. Auch Mencheres tat mir sehr leid und ich will wirklich nicht in seiner Haut stecken, der arme Hund.
Es ist immer wieder eine Überraschung in diesen Büchern. Besonders, dass Vampire zaubern können und nicht nur fliegen. Ich bin gespannt, was noch so alles auf mich zukommt. Aber selbst die Ghule haben ihr eigenes kleines System, was ich wirklich toll finde. Ebenso kommen Zombies vor, von denen ich gerne noch mehr gelesen hätte. Okay, sie wollten gerade eine Horde Vampire abschlachten, doch mindert das nicht mein Interesse. Ebenso die Geister. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Alles schreit einfach nach mehr!

Kurz und Knapp:
Der eventuell bisher beste Teil der Buchreihe, er bietet einfach mehr Tiefgang und ist anders. Totales Lesevergnügen mit wieder typischen Situationen, wodurch man die Reihe noch mehr liebt. Endlich kommen einige andere Charakter zum Zug und man wird überrascht, was die Vampirwelt noch alles zu bieten hat. Auch hier kann ich für absolutes Lesevergnügen und auch mal Gefühlen fünf Püppchen vergeben. Wer die voherigen Teile verschlungen hat, wird es auch hier tun, da es einfach locker-flockig ist. Wie gesagt: Mehr!

Das Cover:
Ich mag das Lila. Aber von der Gestaltung und dem Model sagt mit das erste einfach am meisten zu. Ich weiß auch nicht. Was mich etwas stört ist der Buchrücken, denn dort hat man FROST anders geschrieben, als wie bei den voherigen Bänden. Sieht etwas doof aus, aber nungut. Das englische gefällt mir persönlich mal wieder nicht. Ich weiß nicht, welches ich lieber mag. Die Farben sind beim deutschen einfach schöner, dabei gefällt mir die Stimmung beim englischen besser. Beides keine Meisterwerke, aber okay.

 

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Gefährtin der Dämmerung Gefährtin der Dämmerung
Jeaniene Frost

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