Anna Strong - Die Auserwählte
Leserunden sind etwas ganz Feines. In den vergangenen Monden habe ich bereits an Einigen teilgenommen und der Austausch mit anderen Lesern beim zeitgleichen Schmökern gefällt mir noch immer richtig gut. In meinen Lieblingsbücherforen werden solche Runden regelmäßig organisiert.
Bei „Gesetz der Nacht“ versprachen mir das Cover und die im Vorfeld zu der Leserunde veröffentlichte Kurzbeschreibung:
„Für die Vampirin Anna Strong wird es nicht nur immer schwieriger, ihren Blutdurst unter Kontrolle zu halten - nun erwacht eine neue Gabe in ihr: Plötzlich ist sie in der Lage, das Böse in Menschen und Unsterblichen zu spüren. Aber was hat das zu bedeuten? Ist dies der letzte Beweis dafür, dass sie tatsächlich die Auserwählte ist, auf deren Ankunft die mächtigen Vampire seit langer Zeit warten? Wenn dem so ist, dann werden sie mit aller Macht versuchen, Anna auf ihre Seite zu ziehen - oder sie vernichten...“
kurzweilige Unterhaltung und das Abtauchen in eine ganz andere Welt. Eine ähnliche Welt, wie ich sie von anderen Büchern des Genres kenne, die ich immer mal wieder ganz gern lese, die aber überhaupt nichts mit meiner Realität zu tun hat und in die ich beim Lesen einfach abtauchen kann, um danach entspannt meinen Alltag weiter zu bewältigen.
Allerdings erfolgte meine Anmeldung zu dieser Leserunde auch ein bisschen blauäugig. Ich informierte mich nämlich im Vorfeld nicht, ob es schon Bücher mit der Protagonistin gibt, sondern ging einfach von einer neuen Serie aus, weil in der Ankündigung nichts explizit dazu stand und ich Anna Strong bislang genauso wenig kannte, wie ihre Schöpferin Jeanne C. Stein.
Als dann im Forum der Thread mit der „Auslosung zur Leserunde "Gesetz der Nacht" (Anna Strong 6)“ veröffentlicht wurde und ich sogar ein Freiexemplar gewonnen hatte, fiel ich kurzzeitig fast aus allen Wolken, dachte dann aber an ein anderes Buch aus dem Genre, welches ich kürzlich als Quereinsteiger las, freute mich und hoffte, dass ich „Gesetz der Nacht“ genauso mögen und verstehen könnte.
Der Alltag der Anna Strong
In einer Biker-Bar am Rand von Lakeside, im östlichen San Diego County, treffe ich die Vampirin zum ersten Mal. Sie ist dort als Kopfgeldjägerin mit ihrem Partner David, um einen Kautionsflüchtling hops zu nehmen. Doch irgendetwas stimmt nicht. Sie - eine Vampirin - schwitzt und hat Kopfschmerzen. Das letzte Mal, als sie sich so übel fühlte, war eine Hexe der Grund.
Als sie kurze Zeit später feststellt, dass es diesmal ein Mensch ist, kommt sie schwer ins Grübeln...
Locker fluffig lässt sich das in der Ich-Perspektive geschriebene Buch lesen. Die Autorin steigt voll ins Geschehen ein und ich als Leserin lerne situationsbezogen neben Anna die weiteren Protagonisten kennen. Dabei kann ich mir sowohl Diese, als auch ihre Umgebung, sehr bildhaft vorstellen. Innerhalb kürzester Zeit liegen all meine Sympathien bei Anna, die über die gesamte Handlung hinweg kaum zur Ruhe kommt und ein stetiges Wechselbad der Gefühle erleben muss.
Auch die Vampire von Jeanne C. Stein weichen ein wenig von den Ur-Vampiren der Literatur ab. Sie vertragen Tageslicht und bewegen sich so im Normalfall ganz unerkannt unter Menschen. Viele von ihnen haben sogar wichtige Ämter und Positionen inne. Sie können untereinander und mit Gestaltwandlern telepathisch kommunizieren, aber auch ihre Gedanken gegeneinander abschirmen.
Anna Strong ist in meinen Augen eine Protogonistin, die zwar nicht ohne Fehl und Tadel ist, aber irgendwie jeden Fauxpas durch ihre ehrlich-guten Absichten wettmacht. Mit Lance scheint sie zum ersten Mal in ihrem Leben einen Mann gefunden zu haben, der auch ihr (zwar seit fast einem Jahr nicht mehr schlagendes) Herz erreicht. Ihre Geschäftspartnerschaft und Freundschaft zu David dagegen wird immer schwieriger, da er nicht weiß, dass sie inzwischen eine Vampirin ist und er auch keine Ahnung hat, dass neben Menschen überhaupt noch andere denkende, übernatürliche Wesen existieren. Neben Vampiren lerne ich als Leserin auch diverse Gestaltwandler kennen und erfahre von der Existenz von Hexen.
Allerdings musste ich auch bald feststellen, dass ich in Sachen Anna Strong doch gewaltigen Nachholbedarf habe. Ich hatte zwar zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass mir für das Verständnis der derzeitigen Handlung etwas fehlt, da immer mal wieder kurz auf die Geschehnisse in der Vergangenheit eingegangen wird. Das geschieht aber nie so ausführlich, dass ich mit dem Lesen des 6. Teiles schon alles über die taffe Vampirin und ihre bisherigen Erlebnisse weiß. Es wirft eher Fragen bei mir auf und macht mir Lust, Anna noch besser kennen zu lernen.
Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, dass die Spannung sinkt. Mit aktionsreichen Gefahrensituationen, auflockernder Erotik, Liebe, Freundschaft, Hass und bösem Verrat hat mich das Buch, welches ich innerhalb kurzer Zeit ausgelesen hatte, permanent gefesselt und mich doch glatt dazu verleitet, mir die gesamte Anna Strong Reihe zuzulegen.
Band 1 (Verführung der Nacht) und 4 (Der Kuss der Vampirin) habe ich mir als preisgesenkte Mängelexemplare gestern schon bestellt. Band 2 (Lockruf des Blutes), 3 (Dunkle Küsse) und 5 (Blutrotes Verlangen) stehen zwar im Moment noch auf der Merkliste, aber so, wie ich mich kenne, wird das kein dauerhafter Zustand sein.
Über die Autorin Jeanne C. Stein
erfuhr ich im Buch und im Netz, dass sie in San Diego aufwuchs und jetzt mit ihrem Ehemann in Denver, Colorado, lebt. Sie gibt weiterhin den Newsletter für einen Bierimporteur heraus und hält sich mit Kickboxen fit. Im Netz präsentiert sie sich unter jeannestein.com.