Leser-Rezension zu „Die Selbstmord-Schwestern” von Jeffrey Eugenides
am 22.05.2010
Der Film zum Buch, von Sofia Coppola, unverkennbar mit pastellenen Farben, Spätsommeratmosphäre und zärtlicher Ruhe, ist ein Meisterwerk- das Buch ebenfalls. Ich bin froh, dass ich den Film zuerst geguckt habe, beim Lesen umgab mich die Atmosphäre fortwährend. Es ist unfassbar, wie man so gut schreiben kann, ich bin hin und weg! So dramatisch und gleichzeitig trockenst ironisch, zärtlich und grob zugleich, mit vielen Adjektiven, die einen direkt in das wabernde, dichte Geschehen in der dichten Sommerluft der Geschichte ziehen. Ein Buch, das man am besten auf der Liege im Garten, in der schwülen Sommersonne gegen Nachmittag liest, immer fähig, aufzublicken und doch nicht fähig, sich aus der Geschichte zu winden. Die Story der fünf verschiedenen und doch einheitlich außerirdisch erscheinenden Lisbon-Schwestern, die sich aus dem Käfig ihrer strengen Familie nur durch Selbstmord zu entwinden scheinen können, ist- ach, lies es einfach selbst. Ein unfassbar gutes Buch, Eugenides schreibt unvergleichlich. Das Buch ist verstörend, das mag ich.

