Ein wundervolles Buch, voller Zauber und Geheimnisse.
Die Zutaten zu diesem Buch sind denkbar einfach, eine wunderschöne Protagonistin, Nachfahrin einer alten Hexenzunft, mit einer erschreckenden Vergangenheit und ein geheimnisvoller Mann, der unter einem Fluch steht, von dem er zu hoffen aufgehört hat, ihn jemals brechen zu können.
Doch so schlicht sich die Grundlage des Romans auch anhört, durch den zauberhaften Schreibstil der Autorin und durch die vielen Details ist dieses Buch zu einem kleinen Meisterwerk geworden.
Der Schauplatz des Romans ist im Großen und Ganzen eigentlich nebensächlich, aber die Autorin schafft es der wunderschönen Stadt Freiburg ein eigenes Leben zu geben. Aber auch Helenas Heim und auch ihr Arbeitsplatz haben ihren ganz eigenen Zauber. Durch Farben, durch Musik und durch Helenas Gedankengänge werden all die kleinen Orte, die sie besucht, zu einem Abenteuer.
Durch Samuels Gedanken reist der Leser aber auch an weiter entfernte Orte. Sein langes Leben bedingt, dass er schon viel gesehen und viel erlebt hat. So begleitet der Leser ihn nach Hamburg, nach München, nach Wales und an viele Orte mehr. Und nach und nach wird ein Teil seines Geheimnisses an diesen Orten gelüftet. Durch diese Rückblicke lernt man Samuel auch immer besser kennen – und ihn, wie Helena, auch lieben.
Die Charaktere sind sehr schön gezeichnet. Helena ist zwar typischerweise wunderschön, aber ansonsten erinnert nicht viel an das Klischee der weiblichen Hauptfigur aus einem fantastischen Liebesroman. Sie ist eigentlich eine Hexe und sie leidet an ihrer Vergangenheit, aber sie steht auch auf eigenen Beinen. Und ihre Hündin Cat ist noch ein mal etwas ganz Besonderes. Hier ist es bemerkenswert, wie es die Autorin schafft beiden genug Platz einzuräumen, ohne den einen oder den anderen zu kurz kommen zu lassen, auch wenn Cat im Allgemeinen nur ein nettes Detail darstellt Dennoch: Beide zusammen genommen sind einfach unschlagbar.
Aber auch Samuel ist einfach faszinierend und in seinen Schuldgefühlen, seinen Ängsten und Zweifeln sympathisch und glaubwürdig.
Doch nicht nur die Protagonisten sind angenehm fein gezeichnet. Auch die Nebenfiguren bekommen ihr eigenes Gesicht und besitzen ihren eigenen Scharm. Sei es Helenas Chef Toni, der liebenswerte, lachende, kleine Italiener oder auch Lady Claire, die vor allem durch ihre Sprache hervor gehoben und durch ihr Wesen gekennzeichnet wird.
Ein ganz besonderer Pluspunkt geht auch an George. Eine weitere männliche Figur, die zunächst nur eine nebensächliche Rolle einnimmt und erst nach und nach ihre Wichtigkeit offenbart. Dieser Charakter ist schwer zu durchschauen und macht einen Großteil der Spannung aus. Der romantische Aspekt des Buches wird durch ihn ebenfalls fort geführt und interessanter. Auch die Entschlüsselung, was es mit George im Endeffekt auf sich hat, war für mich sehr überraschend.
Ich muss auch noch die romantischen Szenen und auch die Beschreibung des Liebesaktes loben. Statt ins Pornografische abzuschweifen, schafft es die Autorin sowohl den körperlichen Akt, als auch die emotionalen Aspekte wunderbar miteinander zu verknüpfen und so zu einer gefühlvollen Einheit zu verweben.
Auch die Musik spielt in diesem Buch immer wieder eine Rolle. Zunächst scheint sie dem Hauptgeschehen untergeordnet zu sein, doch nach und nach entfaltet sich ihre wirkliche Bedeutung für die Protagonisten, aber auch für die Handlung. Auch dieser Punkt macht die Geschichte noch mal eine Winzigkeit lesenswerter.
Gerade das Ende ist einfach wunderschön zu lesen. Hier kommen alle Emotionen noch mal in geballter Form zusammen. Wir haben Trauer, Schuld, Zweifel, Angst, aber auch die große Liebe, das große Drama und den bitter-süßen Schmerz, der zu so einem Roman einfach dazu gehört.
An manchen Stellen wird der Roman sogar recht rasant und vielleicht auch etwas blutig. Aber auch diese actiongeladeneren Szenen tragen durchgehend zur Spannung bei.
Ob es ein Happy End für Samuel und Helena gibt, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Nur so viel, es bleibt mystisch und geheimnisvoll bis zum Ende, teilweise sogar etwas verworren und auch die „religiösen“ Aspekte kommen nicht zu kurz und nehmen einen Großteil des Buches ein.
Alles in Allem ist Phoenixfluch, trotz seiner Kürze, wirklich ein zauberhaftes und magisches Buch. All die vielen Details zusammen genommen machen den Roman wirklich zu etwas Besonderem.
Vor allem für die Leser geeignet, die gerne träumen, die sich gerne in andere Mythologien entführen lassen wollen und die Romantik und Liebe in einem Buch zu schätzen wissen.