Leser-Rezension zu „Kritik der mörderischen Vernunft” von Jens Johler
am 27.08.2009
In das Buch wird gleich mit einem brutalen Mord an einem Wissenschaftler eingestiegen. Der Journalist Troller wird von dem Mörder, der sich selbst Kant nennt, kontaktiert. Während Troller mit einer anderen Journalistin versucht Kant zu stoppen, begeht dieser weiterhin bestialische Morde.
Immer wieder wird Fachwissen zu Hirnforschungen und dem Philosophen Kant, von dem der Mörder seinen Decknamen hat, eingestreut. Dabei merkt man auch, dass der Autor ein gewisses Hintergrundwissen besitzt. Doch niemals werden die Informationen langweilig oder gar überflüssig.
Die Spannung steigt durch das ständige Handeln von Kant, der mit dem Morden nie eine Pause macht, kontinuierlich und reißt nie ab. Die Erzählperspektiven wechseln sich ab, doch nach einiger Zeit greifen sie immer mehr ineinander über und der Leser begreift, dass hier alles miteinander zusammenhängt.
Das Thema Moral in der Wissenschaft wird öfter aufgegriffen und einige interessante Denkanstöße werden gegeben.
'Kritik der mörderischen Vernunft' ist ein anspruchsvoller, beängstigend realistischer Thriller, der sowohl Philosophie- als auch Wissenschaftselemente enthält.

