Rezension zu "Schloss der Engel" von Jessica und Diana Itterheim

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california-rain

Vor 10 Monaten

(8)

Als Lynn´s Eltern beschließen, dass sie auf ein Internat gehen soll, wird ihre Welt von Grund auf verändert. Doch so richtig auf den Kopf gestellt wird ihr Leben erst, als sie dort dem unheimlich attraktiven und kühl wirkendem Christopher begegnet. Christopher geht ihr nicht mehr aus dem Kopf und gleichzeitig stellt Lynn sich immer mehr Fragen über das Internat und dessen komischen Sitten und Traditonen. Fächer wie Gefahren- und Heilmittelkunde sind erst der Anfang dieser mysteriösen Welt, in der Lynn sich plötzlich befindet. Denn mit der Zeit wird klar: Lynn ist auf keinem normalen Internat. Und auch Christopher birgt ein außergewöhnliches Geheimnis, das Lynn in große Gefahr bringen wird.

"Schloss der Engel" besteht aus einer wunderbaren Grundidee, die mir sehr gut gefällt. Mal ganz anders als der momentane Hype bestehend aus Werwölfen und Vampiren, geht es in diesem Roman um Engel. Da wären die Schutzengel, aber auch Racheengel, so wie Christopher. Gekonnt bringen die Autorinnen hier ganz vielfältige Charaktere zum Vorschein, die die Geschichte unheimlich abwechslungsreich machen.
Auch das Internatsleben wird geschildert, mit seinen spannenden Fächern und mysteriösen Tutoren, die so ganz anders sind als die gewohnten Lehrkräfte und Unterrichtsfächer. Jedoch wird der Tagesablauf und die Geschichte meiner Meinung nach von großen Sprüngen und Lücken gekennzeichnet, die mir als Leser viele Fragen offen gelassen haben. Wurde ein Fach zum Beispiel kurz angeschnitten, da war der Unterricht auch schon vorbei ohne dass der Leser wirlich viel davon erfahren hat, wie Lynn sich bei dem ganzen so gemacht hat. Dies ist mir vor allem am Anfang des Romans stark aufgefallen und hat mir ab und zu doch sehr den Lesefluss unterbrochen.
Der Schreibstil ist keineswegs schlecht, Szenen werden oft sehr spannend und detailiert beschrieben, sodass man sich in die Situation sehr gut einfühlen kann. Dennoch konnten mich die romantischen Szenen zwischen Christopher und Lynn nicht fesseln, so wie es andere Romane bei mir oft machen. Das Knistern fehlte irgendwie – schade.
Leider konnte ich auch Lynn´s Handlungen nicht oft nachempfinden. Ihre Denkweise und ständigen Zweifel an Christopher´s Liebe und Aufrichtigkeit brachten mich zum Schluss fast zur Weisglut. Der Ausblick auf den zweiten Band "Tanz der Engel" beinhaltete zu meiner Enttäuschung auch wieder nur den Blick darauf, dass Lynn an Christopher´s Treue zweifelt und lockt mich daher nicht gerade den nächsten Band zu lesen. Wieso kann die Hauptperson Lynn nicht einfach mal daran glauben, dass ein atraktiver Mann sie gerne hat? Immerhin ist Lynn ja kein graues Mäusschen. So habe ich sie mir zumindest nie vorgestellt. Sie zeigt während der ganzen Geschichte Mut und Stärke. Wieso dann nicht einfach mal davon überzeugt sein, dass Christopher es ernst mit ihr meint?

Alles in allem ist "Schloss der Engel" ein schöner Fantasy-Roman, der jedoch einige winzige Schwachstellen hat. Die Idee der Engelswelt gefällt mir sehr gut und bringt Abwechslung in den Leseralltag.
Drei von fünf Sternen für "Schloss der Engel"!

Autor: Jessica und Diana Itterheim
Buch: Schloss der Engel
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