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Alle anzeigenElwe
Vor 1 Jahr
(21)Ich lese mich gerade suchtgetrieben und in Rekord-Zeit durch sämtliche Harry-Dresden-Bücher. Das Abenteuer, das ich gestern beendet habe, war nun also Feenzorn - zumindest am Anfang nicht ganz so rasant wie Grabesruhe und deshalb eine sehr angenehme Erholung von den letzten Bänden. Denn ausnahmsweise fallen Harry nicht sämtliche Verbündeten in den Rücken, sondern nur ein paar, und es gibt ruhige Passagen, bevor die Ereignisse im letzten Drittel wieder Fahrt aufnehmen und sich zu einem gewaltigen, stürmischen Finale verdichten.
Nach dem heftigen Zusammenprall mit den Vampiren des Roten Hofs im Vorgängerband ist Harrys Geliebte Susan infiziert mit dem Vampir'virus', d.h. sie verwandelt sich in einen Vampir und hat sich deshalb an einen Ort zurückgezogen, den Harry nicht kennt - damit sie ihn nicht versehentlich in Gefahr bringt. Harry, mittlerweile schwer depressiv, forscht vergeblich Tag und Nacht nach einem Heilmittel, während er sich mächtig hängen lässt und sein normales Leben allmählich komplett aus den Fugen bricht.
Mitten in diese Lethargie platzt die mächtige Feenkönigin des Winterhofes Mab, die die Schuld, die er seiner Feen-Patentante Lea gegenüber hat, auf sich selbst übertragen hat und die ihm Freiheit von der Verpflichtung verspricht, wenn er ihr drei Wünsche erfüllt.
Mabs erster Wunsch ist, dass er einen Mord an einem alten Mann aufklären soll, der bislang als Unfall behandelt wurde. Harry will das zuerst nicht tun, denn sich mit Feen einzulassen, ist immer eine schlechte Idee. Doch dann erpresst ihn der Weiße Rat, Mabs Wunsch Folge zu leisten, denn im Gegenzug wird sie dem Rat beim Kampf gegen die Vampire helfen. Tut er es nicht, wird er selbst den Vampiren zum Fraß vorgeworfen ...
Natürlich hat die Sache wieder einen Haken, der spätestens dann zuschnappt, als seine totgeglaubte Geliebte aus Jugendtagen auftaucht, Elaine...
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Wie schon eingangs bemerkt, beginnt dieses Buch etwas ruhiger als die anderen, nimmt allerdings rasch Fahrt auf. Wieder einmal ist ein vertrackter, vielfach verwickelter Fall aus der paranormalen Welt zu lösen, in den viele Spieler mit unterschiedlichen Interessen verstrickt sind. Sobald Harry der Lösung näher kommt, sind alle möglichen Kreaturen hinter ihm her ... insbesondere das Feenreich hat da phantasievolle Wesen aufzubieten.
Und wieder einmal kommt man bis fast zum Schluss nicht darauf, wer hinter all dem steckt und warum. Erst, als Harry es herausfindet, ist plötzlich alles klar und alle Puzzle-Steine fallen in die vorgesehenen Stellen. Diesen Moment liebe ich in den Harry-Dresden-Büchern: Den Augenblick der Wahrheit, in dem alles auf perfekte Weise Sinn macht.
'Feenzorn' ist wieder gelungene UrbanFantasy, eine tolle Mischung aus Geheimnissen und Ermittlungen, Überraschungsmomenten und plötzlichen Wendungen, einer guten Dosis Selbstreflektion und zwischenmenschlichen Verwicklungen zwischen erfreulich tiefgründigen Charakteren, richtig spannender Action und gewürzt mit Harry Dresdens lakonischem Humor.
Für kurzweilige Lesestunden, bei denen man förmlich an den Seiten festklebt, sehr zu empfehlen.
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