Rezension verfasst vor 1 Jahr
(5)
Inhalt:
Roger Brown ist der beste Headhunter der Welt. Noch nie hat er jemanden für eine Stelle vorgeschlagen, der dann nicht auch eingestellt worden wäre. Genauso soll es auch bei seinem neuesten Fall sein: Clas Greve ist genau der Richtige für die neue offene Führungsposition. Und Greve hat auch noch eine andere Seite, die Brown fasziniert - ein Gemälde von Rubens im Wert von mehreren Millionen Euro. Denn Brown ist ein Kunstdieb, und diesen Coup will er sich nicht entgehen lassen. Doch dann geht alles schief und plötzlich ist Greve nicht mehr das Opfer, sondern der Jäger, und Roger Brown muss sich wieder und wieder seinen Angriffen stellen...
Bewertung:
Das Buch ist sehr spannend geschrieben. Während der Anfang noch recht ruhig verläuft - zwar spannend ist, aber noch nicht so, wie man sich einen Thriller vorstellt, fiebert man gegen Mitte und Ende des Buches umso mehr mit.
Der Stil des Buches war für mich erstmal etwas gewöhnungsbedürftig. Man sieht die Handlung durch die Augen von Roger Brown, der einem bei weitem nicht immer sympathisch sein kann. Gerade zu Beginn des Buches ist er doch immer wieder recht egozentrisch gezeichnet. Abgesehen von seiner Körpergröße hält er sich für den Besten und Größten überhaupt. Nur wenn er sich mit seiner Frau vergleicht, nagen Selbstzweifel an ihm. Auch hat er mitunter eine Einstellung zum Leben, die ich nicht teilen kann - zum Beispiel scheint er Geld höher zu bewerten als Liebe, denn er glaubt, dass er seine Frau Diana nur mit Geld halten kann. Ein Kind dagegen, ihren größten Wunsch, verweigert er ihr.
Man muss aber dazu sagen, dass es Nesbo hervorragend gelungen ist, die Geschichte durch die Augen dieses Mannes zu schreiben.
Im Buch begegnen einem einige ziemlich schräge Charaktere, wie zum Beispiel Ove Kijkerud, dem Mann mit der Suche nach wahrer Liebe (fatalerweise im Horizontalgewerbe) und der leichten Paranoia (wer versteckt schon Waffen im Kühlschrank, hinter dem Fernsehen, im Bett etc.?). Auch einige Situationen sind sehr einzigartig, so zum Beispiel Browns Notlage, in welcher er sich im Plumpsklo versteckt - nein, nicht im Häuschen, IM Klo...
Mitunter haben diese Extreme diesen Thriller einen leicht parodistischen Beigeschmack gegeben.
Alles in allem finde ich das Buch gut und lesenswert. Ich finde es zwar nicht so gut wie die Harry-Hole-Krimis von Jo Nesbo, denke aber auch, dass man da kaum Vergleiche ziehen kann.
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