Leser-Rezension zu „Denk an mich in der Nacht” von Joanne Harris

Rezension als hilfreich gekennzeichnet: (9)

liskeen liskeen
Verfasst von liskeen
am 15.05.2010
 

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Handlung:
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Im Buch gibt es 2 Handlungssträngen.
Die mit -1- gekennzeichneten Kapitel spielen in der Vergangenheit. Daniel Holmes, ein junger Schriftsteller fand Rosemary fast tot an einem Ufer liegen und nahm sie mit zu sich nach Hause um sie Gesund zu pflegen. Rosemary hatte eine unglaubliche Ausstrahlung, sodass er sich sofort in sie verliebte. Genauso wie sein bester Freund Robert.

Nachdem Daniel eine Weile mit einer schweren Lungenenzündung im Bett lag, schaffte er es endlich wieder aufzustehn und suchte Rosemary überall. Als er sie schliesslich fand sah er sie Hand in Hand mit seinem besten Freund.

Nachdem er der Sache auf den Grund gehen wollte und vor allem Rosemary zurückgewinnen wollte passierte etwas unerwartetes. Rosemary hatte einige ihrer Freunde "eingeladen". Desweiteren sah Daniel auf dem Boden eine Leiche, die voller Blut war.
Dann ging alles ganz schnell. Er wurde gestoßen, war dann einige Zeit bewusstlos und ab da änderte sich sein Leben schlagartig.

Die mit -2- gekennzeichneten Kapitel spielen in der Gegenwart. Und endlich kommt man auch zu Alice, der jungen Malerin. Sie hat seit 2 Jahren nichts von ihrer großen Liebe Joe gehört, doch plötzlich sieht sie ihn mit einer unbekannten schönen Frau im Café sitzen. Sie verlässt dieses fluchtartig und verschanzt sich ein paar Stunden Zuhause. Ihr Telefon klingelt. Es ist Joe- sie hat sich also nicht verguckt. Er fragt wie es ihr geht, doch sie denkt sofort er habe irgendwelche Hintergedanken.
Richtig getippt. Er fragt sie allen erstes, ob seine neue Freundin, welche vor einigen Wochen aus der Psychatrie ausgewiesen wurde eine Weile bei ihr wohnen kann.
Aus welchem Grund auch immer sagt Alice zu, doch gleich am ersten Abend merkt sie, dass mit dem schüchternen jungen Mädchen Ginny etwas nicht stimmt.
Um der Sache auf den Grund zu gehen begiebt Alice sich immer wieder in höchste Gefahr...

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Leseprobe:
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Wie lange ich in der Krypta kniete, mit dem Leichnam, den ich so innig und frevelhaft an mich drückte wie ein Monster seine Beute, das kann ich Ihnen nicht sagen. Die Wirkung des Whiskeys war in der kalten Stunde vor der Dämmerung endgültig verflogen und hinterließ in mir eine Leere, in der mein gesunder Menschenverstand, der von den Schatten des Grauen attackiert worden war, für einen kurzen Augenblick aufflackerte. Vielleicht habe ich geweint. Ich konnte mich nicht rühren. Ich war am Ende aller Hoffnungen angelangt. Ich hatte etwas gesehen, was kein Mensch je sehen sollte, und sie hatte mich weiterleben lassen, höhnisch, verächtlich, weil sie wussten, dass ich keine Gefahr für sie bedeutete. Sie wussten, dass sie mich in ein Ungeheuer und in einen ewigen Flüchtling verwandelt hatten, und deshalb gestatteten sie mir, mein Leben weiterzuleben.

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Mein Fazit:
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Als ich das Buch angefangen hatte war alles, was ich las total verwirrend. Ich dachte dies gibt sich wieder, doch von Seite zu Seite wurde es immer schlimmer.

Die ersten 100-150 Seiten fand ich sehr gut. Die Autorin hat einen ausschmückenden Schreibstil, bei dem alles sehr flüssig zu lesen ist, und immer wenn ich bei -2-, also der Geschichte von Alice ankam hat mir die Geschichte auch gefallen, doch von Alice las man nach einiger Zeit immer weniger, die ständigen Sprünge von einer Geschichte in die andere sind (mir zumindest) auf Dauer viel zu kompliziert geworden und legte ich das Buch für einige Stunden weg so verlor ich jedesmal wieder den Faden.

Genauso nervig empfand ich es, dass die ständigen Verwirrungen "War der nicht eben noch tot?", "Wieso kennen die sich auf einmal, der gehört doch in die andere Geschichte", oder "Wie viele Namen hat das Mädchen denn noch". Die meisten Sachen wurden erst 10-15 Seiten und teilweise sogar erst Kapitel später, wo man daran schon gar nicht mehr gedacht hatte aufgeklärt oder so ausgeschmückt, dass man nun gar nichts mehr verstand.

Durch den Schreibstil der Autorin ist es zwar einfach sich in die Geschichte reinzuversetzten und auf einmal verblüfft festzustellen, dass man schon wieder 50 Seiten mehr gelesen hat, doch legt man das Buch einmal weg, dann hat man das Gefühl es solle da auch bleiben. Der "ich muss unbedingt wissen wie es weitergeht" Effekt bleibt aus und ein großes Finale gab es leider auch nicht. Zumindest keins, was superspannend war.

Der Schreibstil ist zwar sehr gut, passt aber meiner Meinung nach absolut nicht in die Geschichte.
Sie ist angesichts des Klapptextes nichtmal im Ansatz düster genug, sondern scheint eher oberflächlich.

Natürlich dachte ich vor dem Aufschlagen so etwas wie "Vampire, wieder ein Twilight Abklatsch", doch das verfliegt sehr sehr schnell, denn anders als gedacht kommen Liebesangelegenheiten, Leidenschaften und Co. absolut nicht darin vor und werden höchstens knapp angeschnitten.

Ich denke man braucht einen zweiten Anlauf um das Buch wirklich von vorn bis hinten zu verstehn. Ob man diesen allerdings starten will ist fraglich...

 

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Denk an mich in der Nacht Denk an mich in der Nacht
Joanne Harris

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Denk an mich in der Nacht
von Joanne Harris

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