Leser-Rezensionen zu „Denk an mich in der Nacht” von Joanne Harris
Rezension verfasst vor 4 Monaten (5)
Perfekte Neuauflage
Das Buch „Denk an mich in der Nacht“ ist das Debüt der Autorin Joanne Harris. Nun wurde es auf Wunsch vieler Leser– leicht überarbeitet – wieder aufgelegt.
Die Geschichte um eine unheimliche Schöne spielt auf zwei Ebenen: In den 1940er Jahren, erzählt in Tagebuchform von einem Mann, und in der heutigen Zeit, erzählt von einer jungen Frau. Beide werden auf ihre Art Opfer der selben bezaubernden, gefährlichen jungen Frau und verstricken sich in deren Intrigen. Denn diese Frau hat nur ein Ziel: unerkannt zu bleiben und sich am Blut ihrer Opfer zu laben.
Das Buch hat etwas von den romantischen Schauergeschichten aus dem 19. Jahrhundert. Geschickt versteht es die Autorin, sanft und doch unheimlich die Spannung ansteigen zu lassen. Etwas verwirrend ist anfangs, dass die beiden Erzählstränge mit „eins“ und „zwei“ überschrieben sind und nicht zum Beispiel mit den Namen der Person, aus deren Perspektive erzählt wird. Aber daran hat man sich doch recht schnell gewöhnt. Ansonsten bedarf es keiner unglaublichen Actionszenen oder blutrünstiger Beschreibungen, um die geheimnisvolle Gefahr, in der sich beide Hauptpersonen befinden, förmlich greifbar werden zu lassen.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, gut lesbar und die relativ kurzen Kapitel erleichtern das Lesen noch mehr.
Alles in allem ein gelungenes Comeback des Erstlings. Und passend, wo doch momentan Vampir- und Schauergeschichten eine Hoch-Zeit haben.
Rezension verfasst vor 10 Monaten (9)
Als Alice die neue Freundin ihres Ex-Freundes Joe kennenlernt, hat sie schnell den Verdacht, dass mit Ginny etwas nicht in Ordnung ist. Die scheinbar brave Ginny führt ein Doppelleben. Doch es dauert eine Weile, bis Alice heraus bekommt, was Ginny wirklich ist.
Bei "Denk an mich in der Nacht" handelt es sich um das Erstlingswerk von Joanne Harris, das wieder hervorgeholt wurde. Es ist sicherlich kein Meisterwerk, muss sich aber vor der breiten Masse an Vampirromanen nicht verstecken.
Die Vampire sind hier im klassischen Sinne böse und nicht wie vielen aktuellen Romanen missverstandene Helden, die vom Schicksal gestraft wurden. Das ist eine nette Abwechslung, auch wenn ich mir die Blutsauger wesentlich unheimlicher gewünscht hätte.
Die Handlung wird aus zwei Perspektiven erzählt, deren Protagonisten zu unterschiedlichen Zeiten leben. Das sorgt am Anfang etwas für Spannung, da dem Leser nicht sofort klar ist, um wen es in den einzelnen Kapiteln geht.
Leider schwächelt das Buch in der Mitte etwas. Wenn Alice endlich klar wird, dass Ginny ein alter Vampir ist, der schon seit Jahrzehnten sein Unwesen treibt, hofft der Leser, dass es endlich zur Sache geht. Doch die Handlung zieht sich bis zum Showdown am Ende hin.
Rezension verfasst vor 1 Jahr (8)
Rosemary und Ginny
Joanne Harris erzählt die Geschichte „Denk an mich in der Nacht“ aus zwei verschiedenen Perspektiven. Zum einen geht es um die Tagebucheinträge eines Daniel Holmes, die in den 40er Jahren verfasst wurden. Darin beschreibt Daniel, wie er 1947 eine junge Frau, Rosemary vor dem Ertrinken rettet. Er fühlt sich sofort von ihr magisch angezogen. Alle Kapitel dieser Sichtweise tragen die Überschrift „Eins“. In der anderen Perspektive geht es um die Malerin Alice, die immer noch in ihren Ex-Freund Joe verliebt ist. Die beiden sind jedoch schon seit ca. drei Jahren getrennt und Joe hat inzwischen eine andere Freundin, Ginny. Als die beiden Frauen sich kennen lernen, kommt Ginnys Verhalten Alice sehr merkwürdig vor. Eines Tages findet sie dann in Ginnys Zimmer Daniel Holmes´ Tagebuch. Schnell ist sie davon überzeugt, dass Rosemary und Ginny dieselbe Person sein müssen. Diese Kapitel sind mit „Zwei“ überschrieben.
Die Einteilung der Kapitel ist am Anfang sicherlich etwas gewöhnungsbedürftig, aber man gewöhnt sich schnell daran. Letztendlich hilft sie dem Leser, sich zu orientieren, sodass man immer weiß, in welcher Zeitebene man sich gerade befindet.
Die Idee, diesen Vampirroman aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu schreiben, gefällt mir gut. Es geht es um die zwei Frauen Rosemary und Ginny. Die beiden scheinen vom Wesen her sehr unterschiedlich zu sein, aber es handelt sich wohl um ein und dieselbe Frau. Daniel Holmes` Gefühle in Bezug auf Rosemary sind zwiespältig. Einerseits war sie für ihn wie eine Gestalt aus einem Märchen „eine weiße Ophelia“ (S. 51), andererseits spürte er ihren „Hass. Ihre höhnische Ironie.“ (S. 31). Auch Joe ist Ginny verfallen; Alices Warnungen, bezüglich seiner Freundin, schlägt er in den Wind. Joanne Harris baut gekonnt Spannung auf, indem sich beide Handlungsstränge immer mehr einander annähern.
Die Autorin hat einen sehr schönen, detaillierten Schreibstil, der den Leser gut unterhält. Für meinen Geschmack zieht sich die Geschichte durch die ausführliche Beschreibung allerdings oftmals in die Länge. Dabei kommt die eigentliche Handlung zu kurz, so dass an einigen Stellen Durchhaltevermögen gefragt ist.
Die Anmerkungen der Autorin über ihr Werk am Ende des Buches finde ich gelungen. Der Leser bekommt noch ein paar Hintergrundinformationen wie und wann das Buch entstanden ist. J. Harris erklärt u. a., warum sie die Überschriften der Kapitel so gewählt hat und wie es zu der Erzählung aus zwei unterschiedlichen Sichtweisen gekommen ist.
Ich habe diesen Roman gerne gelesen, auch wenn es an einigen Stellen nicht so ausführlich hätte sein müssen. Die Mischung aus Leidenschaft und Vampirstory empfinde ich als gelungen. Auch die Gestaltung des Buchumschlages gefällt mir gut. Er ist schlicht gehalten, drückt aber sehr viel Leidenschaft und auch Mystik aus.
Aufgrund zeitweiliger „Durststrecken“ vergebe ich für diesen Roman drei Sterne.
Rezension verfasst vor 1 Jahr (26)
Dieses Buch war eine Herausforderung für mich. Und zwar deshalb, da ich schon des öfteren kurz davor war es wegzulegen. Es ist sehr anstrengend zu lesen. Daher von mir nur 3 Sterne.
Das Buch wird von 2 Perspektiven erzählt. Zum einen von Alice, die unter der Trennung ihrer großen Liebe Joe leidet. Als sie ihn und seine neue Freundin Ginny trifft, beschleicht sie ein sehr komisches Gefühl. Irgendetwas stimmt nicht mit Ginny. Und als Ginny dann auch noch bei Alice einzieht, entdeckt sie ein Buch, dass eine schreckliche Wahrheit beinhaltet. Und plötzlich schwebt sie in Gefahr. Denn in diesem Buch ist die Geschichte von Daniel Holmes niedergeschrieben. Er erzählt von einem Mädchen, dass er aus dem Fluss gezogen hat. Doch dieses Mädchen ist nicht so wie sie scheint. Sie verbirgt ein grausames Geheimnis. Ein Geheimnis, dass ihn sein Leben kosten könnte.
Rezension verfasst vor 1 Jahr (9)
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Handlung:
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Im Buch gibt es 2 Handlungssträngen.
Die mit -1- gekennzeichneten Kapitel spielen in der Vergangenheit. Daniel Holmes, ein junger Schriftsteller fand Rosemary fast tot an einem Ufer liegen und nahm sie mit zu sich nach Hause um sie Gesund zu pflegen. Rosemary hatte eine unglaubliche Ausstrahlung, sodass er sich sofort in sie verliebte. Genauso wie sein bester Freund Robert.
Nachdem Daniel eine Weile mit einer schweren Lungenenzündung im Bett lag, schaffte er es endlich wieder aufzustehn und suchte Rosemary überall. Als er sie schliesslich fand sah er sie Hand in Hand mit seinem besten Freund.
Nachdem er der Sache auf den Grund gehen wollte und vor allem Rosemary zurückgewinnen wollte passierte etwas unerwartetes. Rosemary hatte einige ihrer Freunde "eingeladen". Desweiteren sah Daniel auf dem Boden eine Leiche, die voller Blut war.
Dann ging alles ganz schnell. Er wurde gestoßen, war dann einige Zeit bewusstlos und ab da änderte sich sein Leben schlagartig.
Die mit -2- gekennzeichneten Kapitel spielen in der Gegenwart. Und endlich kommt man auch zu Alice, der jungen Malerin. Sie hat seit 2 Jahren nichts von ihrer großen Liebe Joe gehört, doch plötzlich sieht sie ihn mit einer unbekannten schönen Frau im Café sitzen. Sie verlässt dieses fluchtartig und verschanzt sich ein paar Stunden Zuhause. Ihr Telefon klingelt. Es ist Joe- sie hat sich also nicht verguckt. Er fragt wie es ihr geht, doch sie denkt sofort er habe irgendwelche Hintergedanken.
Richtig getippt. Er fragt sie allen erstes, ob seine neue Freundin, welche vor einigen Wochen aus der Psychatrie ausgewiesen wurde eine Weile bei ihr wohnen kann.
Aus welchem Grund auch immer sagt Alice zu, doch gleich am ersten Abend merkt sie, dass mit dem schüchternen jungen Mädchen Ginny etwas nicht stimmt.
Um der Sache auf den Grund zu gehen begiebt Alice sich immer wieder in höchste Gefahr...
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Leseprobe:
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Wie lange ich in der Krypta kniete, mit dem Leichnam, den ich so innig und frevelhaft an mich drückte wie ein Monster seine Beute, das kann ich Ihnen nicht sagen. Die Wirkung des Whiskeys war in der kalten Stunde vor der Dämmerung endgültig verflogen und hinterließ in mir eine Leere, in der mein gesunder Menschenverstand, der von den Schatten des Grauen attackiert worden war, für einen kurzen Augenblick aufflackerte. Vielleicht habe ich geweint. Ich konnte mich nicht rühren. Ich war am Ende aller Hoffnungen angelangt. Ich hatte etwas gesehen, was kein Mensch je sehen sollte, und sie hatte mich weiterleben lassen, höhnisch, verächtlich, weil sie wussten, dass ich keine Gefahr für sie bedeutete. Sie wussten, dass sie mich in ein Ungeheuer und in einen ewigen Flüchtling verwandelt hatten, und deshalb gestatteten sie mir, mein Leben weiterzuleben.
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Mein Fazit:
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Als ich das Buch angefangen hatte war alles, was ich las total verwirrend. Ich dachte dies gibt sich wieder, doch von Seite zu Seite wurde es immer schlimmer.
Die ersten 100-150 Seiten fand ich sehr gut. Die Autorin hat einen ausschmückenden Schreibstil, bei dem alles sehr flüssig zu lesen ist, und immer wenn ich bei -2-, also der Geschichte von Alice ankam hat mir die Geschichte auch gefallen, doch von Alice las man nach einiger Zeit immer weniger, die ständigen Sprünge von einer Geschichte in die andere sind (mir zumindest) auf Dauer viel zu kompliziert geworden und legte ich das Buch für einige Stunden weg so verlor ich jedesmal wieder den Faden.
Genauso nervig empfand ich es, dass die ständigen Verwirrungen "War der nicht eben noch tot?", "Wieso kennen die sich auf einmal, der gehört doch in die andere Geschichte", oder "Wie viele Namen hat das Mädchen denn noch". Die meisten Sachen wurden erst 10-15 Seiten und teilweise sogar erst Kapitel später, wo man daran schon gar nicht mehr gedacht hatte aufgeklärt oder so ausgeschmückt, dass man nun gar nichts mehr verstand.
Durch den Schreibstil der Autorin ist es zwar einfach sich in die Geschichte reinzuversetzten und auf einmal verblüfft festzustellen, dass man schon wieder 50 Seiten mehr gelesen hat, doch legt man das Buch einmal weg, dann hat man das Gefühl es solle da auch bleiben. Der "ich muss unbedingt wissen wie es weitergeht" Effekt bleibt aus und ein großes Finale gab es leider auch nicht. Zumindest keins, was superspannend war.
Der Schreibstil ist zwar sehr gut, passt aber meiner Meinung nach absolut nicht in die Geschichte.
Sie ist angesichts des Klapptextes nichtmal im Ansatz düster genug, sondern scheint eher oberflächlich.
Natürlich dachte ich vor dem Aufschlagen so etwas wie "Vampire, wieder ein Twilight Abklatsch", doch das verfliegt sehr sehr schnell, denn anders als gedacht kommen Liebesangelegenheiten, Leidenschaften und Co. absolut nicht darin vor und werden höchstens knapp angeschnitten.
Ich denke man braucht einen zweiten Anlauf um das Buch wirklich von vorn bis hinten zu verstehn. Ob man diesen allerdings starten will ist fraglich...
Rezension verfasst vor 1 Jahr (15)
Das Buch wird aus zwei Sichtweisen geschrieben, von dem der Leser zunächst überhaupt nicht weiß wie diese beiden zusammen hängen.
Der erste Handlungsstrang ist eine Art Tagebuch von Daniel Holmes, er erzählt seine Geschichte wie er Rosemary und ihre Freunde kennenlernt. Rosemary, die seinen besten Freund ins Grab gebracht hat. Rosemary, die Vampirin und die nun wieder zurück ist um ihn zu töten.
Die zweite Geschichte ist eher eine Rahmenhandlung. Sie erzählt von der Malerin Alice, die immer noch unter der Trennung von ihrem Freund Joe leidet. Dieser taucht plötzlich vor ihrer Tür auf, mitsamt seiner neuen Freundin Ginny. Ginny soll für ein paar Tage bei Alice wohnen und Alice bemerkt schnell, dass etwas mit Ginny nicht stimmt und schon bald passieren merkwürdige Dinge…
Also ich fand das Buch nur mäßig interessant. Die Handlung war einigermaßen okay, auch wenn der Wechsel zwischen den beiden manchmal etwas störend war, da ich am zu Beginn des Buches den ersten Handlungsstrang eher als langweilig empfand, später kippte das ganze dann aber und dann wurde der zweite Handlungsstrang nicht mehr so interessant. Durch den Wechsel hat sich manchmal auch die Geschichte aufgehalten. Gut war, dass man dank der Nummerierung immer wusste welcher Handlungsstrang nun dran war und dass man im Laufe des Buches immer mehr erfuhr, wie die beiden Handlungen zusammenhängen.
Rezension verfasst vor 1 Jahr (16)
„denk an mich in der nacht“ wird zum einen aus der sicht von daniel holmes erzählt, welcher 1948 eine junge wunderschöne frau aus dem fluss rettet und sie so vor dem ertrinken bewahrt. er verliebt sich sogleich in rosemary… und auch sein freund robert wird magisch von ihr angezogen. in der folge zerbricht aufgrund dieser tatsache die freundschaft zwischen den beiden männern, nachdem sich rosemary scheinbar für robert entscheidet. doch daniel kann sich auch weiterhin nicht ihrer anziehungskraft entziehen, bis er eines tages feststellt, dass die junge frau ein vampir ist…
andererseits spielt der roman in der jetzt-zeit… dabei lernt alice die neue freundin ihrer ehemaligen großen liebe joe kennen. schon bald merkt alice, dass mit der geheimnisvollen ginny etwas ganz und gar nicht stimmt… bis sie schlussendlich ein manuskript von daniel holmes findet…
dieser etwas andere vampirroman hat mir eigentlich sehr gut gefallen, auch wenn er sich hin und wieder etwas in die länge gezogen hat… das hat mich aber gar nicht so gestört. die wundervolle schreibweise der autorin hat mich sofort für sich eingenommen und auch ansonsten waren die beiden geschichten rund um rosemary sehr spannend, vor allem weil sich die vampire in joanne harris erstlingswerk vielfach von jenen aus aktuellen vampirromanen unterscheiden (die autorin schrieb „denk an mich in der nacht“ ja bereits vor 20 jahren)…
etwas verwirrend fand ich allerdings die kapitelbezeichnung mit „eins“ und „zwei“…
Rezension verfasst vor 1 Jahr (10)
“Denk an mich in der Nacht” von Joanne Harris, hat mich ziemlich enttäuscht. Es hat mir von der Aufmachung her gut gefallen, den Titel fand ich gut, das Cover und der Klapptext war auch interessant, was ich dann aber gelesen hatte war es eher nicht.
Aber bevor ich mein Urteil fälle, möchte ich erst ein bisschen was zum Inhalt sagen:
Das Buch ist in zwei Geschichten unterteilt, die in verschiedenen Zeiten spielen. Die erste Geschichte wird in der Vergangenheit von Daniel erzählt, der eine Frau namens Rosemary aus einem Fluss rettet und sich unsterblich in sie verliebt. Im zweiten Handlungsstrang spielt Alice die Hauptrolle. Diese leidet unter der Trennung ihres Freundes Joe. Als sie seine neue Freundin kennenlernt, merkt sie, dass etwas mit ihr nicht stimmt und will dem auf die Spur kommen. Immer mehr gerät sie zwischen die beiden, denn Joe ist völlig verzaubert von der überirdisch schönen Frau, die sich ganz anders verhält, wenn er nicht da ist. Im Laufe der Geschichte findet Alice ein altes Tagebuch in der ein Daniel von einer wunderschönen rothaarigen Frau namens Rosemary erzählt. Gynni, Joes neue Freundin, ähnelt dieser Frau in dem Tagebuch sehr. Doch die Schrift stammt aus aus einer Zeit vor 50 Jahren und Alice weiß nicht mit wem oder was sie es zu tun hat. Sind Rosemary und Ginny ein und die selbe?
Das Buch wird als ein großer Vampirroman, Liebesroman oder auch die Geschichte einer zerstörerischen Leidenschaft beschreiben, jedoch finde ich persönlich nichts davon in dem Buch wieder. Nie ist nur auch die Rede von Vampiren die Rede. Obwohl man selbst auch darauf kommen kann, dass es so ist. Jedoch ist die Geschichte so verschachtelt, dass man bald den Überblick verliert. So habe ich es zumindest empfunden, da ich viele Sachen einfach überlesen habe und zum Beispiel die Verwandlung von Daniel in einen Vampir gar nicht richtig mitbekommen habe. Die Geschichte wird ziemlich oberflächlich geschrieben und der Wechsel zwischen den beiden Handlungssträngen, der Vergangenheit und der Geganwart, ist meiner Meinung nach blöd aufgeteilt. Im Laufe des Buches hat mir immer mehr die Perspektive von Alice gefehlt. Und die Seite von Daniel hat mich immer mehr gelangweilt. Manchmal habe ich sogar ein paar Absätze übersprungen um endlich weiterzukommen. Ich habe irgendwann nicht mehr richtig durchblicken können und wusste nicht mehr wann wer erzählt und was eigentlich genau passiert. Alles etwas durcheinander und Dinge die man am Anfang für wichtig erachtet, werden nie wieder erwähnt und schließlich ganz vergessen.
Am Ende des Buches schreibt die Autorin noch eine vierseitige Anmerkung über die Geschichte und sagt selbst, dass es “das vergleichsweise unreife Werk einer Autorin ist, die ihren Stil noch finden muss.”
Würde mich einer fragen, ob er dieses Buch lesen sollte oder nicht, würde ich nein sagen.
Rezension verfasst vor 1 Jahr (20)
Seine erste Begegnung mit Rosemary hatte Daniel Holmes im Frühjahr 1947, er war 25 Jahre alt und schrieb an seiner Doktorarbeit. Als er über die Magdalene Bridge ging, hörte er ein Geräusch und sah eine junge Frau im Wasser. Er rettete dieser Frau das Leben und das war Rosemary. Sie faszinierte ihn von Anfang an. Da jedoch eine heftige Erkältung ihn ans Bett fesselte, bekam er nicht mit, wie sein bester Freund Robert auch immer mehr in ihren Bann geriet. Zumindest für Daniel wurde bald darauf sichtbar, dass Rosemary nicht nur geheimnisvoll, sondern auch sehr einnehmend und gefährlich sein konnte.
Parallel zu Daniels Erzählstrang wird die Gegenwart aus der Sicht der Malerin Alice beleuchtet. Drei Jahre nach der Trennung sieht sie ihren Exfreund Joe in einem Teashop in Begleitung einer wunderschönen Frau. Ungesehen von den Beiden flüchtet sie daraufhin und läuft einfach ohne Ziel durch die Gegend. Sie landet bei einer Kirche und einem angrenzenden Friedhof. In dem neueren Teil des Friedhofs entdeckt sie ein Grab zwischen zwei Bäumen mit einer besonderen Widmung:
"Etwas in mir erinnert sich und wird nicht vergessen."
"Rosemary Virginia Ashley 1948"
Zwischen Efeublättern entdeckt Alice einen kleinen Anhänger mit der Aufschrift:
"Rosemary in Erinnerung"
statt ihn zurück zu legen, steckt sie ihn in ihre Tasche. Zu Hause überfällt sie ein wahrer Schaffensdrang, seit einem halben Jahr hatte sie nichts Ernsthaftes mehr gemalt.
Joe meldet sich unerwartet bei Alice und bittet sie Ginny, seine neue Freundin, vorübergehend bei sich wohnen zu lassen, da sie sich im Moment keine Bleibe leisten könne und bei ihm Frauenbesuch nicht erlaubt sei. Gutmütig lässt sich Alice darauf ein, doch schon bald werden ihre anfänglichen Bedenken immer mehr verstärkt. Ginny verfügt neben ihrer zurückgenommenen, stillen Art noch über eine andere Seite, die bis jetzt scheinbar nur Alice wahrgenommen hat. Sie treibt sich nachts mit zwielichtigen Freunden an dunklen Orten herum, trägt vollkommen andere Klamotten, wenn Joe nicht dabei ist und unterscheidet sich in ihrer Wesensart auch vollkommen. Beunruhigt durchsucht Alice Ginnys Zimmer und findet dort ein Tagebuch aus den vierziger Jahren. Das Tagebuch, das Daniel Holmes damals als seine letzte Trumpfkarte bezeichnete.
Joanne Harris hat diesen Roman mit dreiundzwanzig Jahren geschrieben, sie hatte gerade nach dem Studium ihre erste Stelle als Lehrerin und betrachtete das Schreiben als Herausforderung. Denk an mich in der Nacht wurde damals unter dem Titel "The Evil Seed" veröffentlicht. Joannes Mutter nannte es nur "Das schreckliche Buch". Auf Anfragen ihrer Leser nahm sich Joanne Harris nun zwanzig Jahre später wieder ihrem Erstlingswerk an und nach ein paar kleinen Änderungen, wurde es nun wieder veröffentlicht.
Die Geschichte ist in zwei Handlungsebenen unterteilt, Vergangenheit und Gegenwart, die durch das Tagebuch miteinander verbunden werden. Die bildhafte, blumige Sprache der Autorin hat mir besonders gut gefallen. Manches erschien mir nicht ganz logisch und man merkte schon, dass sie ihren Schreibstil zu der Zeit, als sie es schrieb, noch nicht ganz gefunden hatte. Auch erzählt sie recht ins Detail verliebt, lässt jedoch Dinge auf die sie anfangs das Augenmerk richtete, später leider teilweise im Sand verlaufen. Trotz dessen hat dieses Buch eine ganz eigene Ausstrahlung, etwas schön düster, magisches haftet ihm an. Ich finde es hat sich gelohnt, dass die Autorin es noch einmal aus der Schublade hervor holte.
Rezension verfasst vor 1 Jahr (21)
Inhalt:
Seit drei Jahren ist Alice wieder Single. Damals ist ihre große Liebe Joe aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen. Als Künstlerin hat sich seither in ihre Malerei gestützt, doch in letzter Zeit bleiben die Ideen aus. Gerade dann, als Joe auftaucht und ihr seine neue Freundin vorstellt: die junge und zerbrechlich wirkende Ginny. In ihrer Gegenwart ist Alice‘ Ex-Freund nicht mehr er selbst. Irgendetwas scheint mit dem verschüchterten Wesen nicht zu stimmen, denn sobald die beiden Frauen allein sind, erkennt sie das junge Mädchen nicht wieder und bald stellt Alice fest, dass das nichts mit Eifersucht zu tun hat …
Meinung:
Die Malerin Alice ist seit drei Jahren Single und immer noch nicht über ihren Ex-Freund Joe hinweg. Als sie seine neue Freundin Ginny kennenlernt, die gerademal 18 Jahre alt und eigentlich viel zu jung für ihn ist, flammt ihre Eifersucht wieder auf. Doch wie sich bald herausstellen soll, ist diese nicht unbegründet, denn Ginny ist nicht die Person, für die sie sich ausgibt.
In Joes Gegenwart ist sie ein verschüchtertes und zurückgezogenes Mädchen, sobald sie aber mit Alice allein ist, verwandelt sie sich in einen Vamp, der sich um nichts und niemanden schert. Bald lernt die Malerin auch Ginnys Freunde kennen, von denen Joe nichts weiß. Von ihnen geht ein seltsames, geradezu böses Gefühl aus. Schneller als sie sich versieht gerät Alice in einen Sog aus Drogen, Blut und einer Gruppe, die allem Anschein schon seit Jahrhunderten lebt.
Bei ihren Nachforschungen stößt sie auf das Tagebuch von Daniel Holmes. Einem Mann, der sich in einer Nervenheilanstalt umgebracht hat. Er erzählt darin von einer Frau, die ihn und seinen besten Freund Robert zerstört hat. Eine junge Frau mit roten lockigen Haaren und die Bilder, welche Alice mit dem Buch findet, zeigen das Unmögliche, nämlich Ginny, wie sie heute aussieht. Aber bei Joe stößt sie auf taube Ohren. Er ist völlig geblendet von seiner neuen Freundin. Statt auf Alice zu hören nimmt er jene in Schutz und reagiert aggressiv auf die Anschuldigungen, welche seine ehemalige Freundin anführt.
Joanne Harris‘ Roman zieht den Leser von Anfang an in seinen Bann, stiftet allerdings genauso viel Verwirrung. In unterschiedlichen Kapiteln werden sowohl die Protagonistin Alice, als auch der Tagebuchschreiber Daniel Holmes vorgestellt. Dies erschließt sich dem Leser aber erst nach und nach. Ebenso die Zusammenhänge der beiden Figuren, die durch die Figur der Ginny miteinander verbunden sind.
Dennoch konstruiert die Autorin in ihrem Buch ein faszinierendes Phänomen: Eine Frau mit einem engelsgleichem Aussehen und einem dämonischen Wesen, welche die Fähigkeiten besitzt aus Joe einen abhängigen, nicht mehr selbst entscheidenden Mann macht, der blind für das ist, was sich wirklich vor seinen Augen abspielt.
In diesen Sog aus Drogen, Blut und Mord gerät Alice, die zu Beginn nur aus Eifersucht handelt, doch schnell bemerkt, dass etwas nicht stimmt. Sie zweifelt allerdings an ihrem eigenen Verstand und selbst als sie Daniels Tagebuch findet, kann sie nicht glauben, dass sie es mit Vampiren zu tun hat. Denn schließlich beging Daniel in einer Nervenheilanstalt Selbstmord.
Ob es Vampire im klassischen Sinne sind, welche die Autorin hier zeichnet, wird in diesem Buch nicht endgültig geklärt. Denn durch einen Kunstgriff verstrickt Joanne Harris die Ereignisse so miteinander, dass der Leser – wie auch die agierenden Figuren – nicht definitiv entscheiden können, was real und was eingebildet ist. Der Leser muss sich deshalb viel selbst zusammenreimen.
Im Mittelteil ziehen sich die Tagebuchpassagen sehr, da der Leser bereits den Ausgang kennt. Vielmehr steigert sich das Durcheinander der Handlung: Die Figuren trauen ihrem eigenen Auffassungsvermögen nicht mehr und obwohl der Leser meint, die Geschichte durchschauen zu können, beginnt er an dieser Stelle wieder zu zweifeln. Die anfangs gestiftete Verwirrung wird leider gegen Ende des Buches nur verstärkt und löst sich nicht wirklich auf.
Fazit:
Joanne Harris‘ Debütroman Denk an mich in der Nacht ist kein typischer Vampirroman, sondern spielt mit dem Verstand seiner Figuren und dem Auffassungsvermögen seiner Leser. Von Anfang an stiftet die Autorin durch häufige Kapitel- und damit auch Perspektivwechsel sowie eine komplexe Handlungsstruktur Verwirrung beim Leser. Diese wird noch dadurch gestärkt, dass Ginny auf schleichende Art und Weise in das Leben normaler Menschen eindringt und jene in einen Sog aus Drogen, Mord und Macht entführt. Leider bleibt die Handlung durch eine viel zu undurchsichtige Aufklärung bis zum Ende auf der Strecke und löst sich nicht endgültig auf.










