Leser-Rezension zu „Harry Potter and the Philosopher's Stone” von Joanne K. Rowling
am 19.07.2011
Ich muss zugeben - ich habe mich bis zum Jahr 2011 gegen den Harry Potter-Hype gewehrt. Das kam ganz einfach dadurch, dass ich ein riesiger Tolkien-Verehrer bin. Als beide Filme (Harry Potter 1 und Herr der Ringe 1) im Jahr 2001 gleichzeitig ins Kino kamen, hat es mich wahnsinnig gestört, dass beide immer in einen Topf geworfen wurden und viele Leute so taten, als sei das eigentlich alles das gleiche. Was meine Mutter, die in einer Buchhandlung arbeitete, wegen des Hypes für Strapazen auf sich nehmen musste, tat sein Übriges. Ich las zwar im Jahr 2002 den ersten Band, aber er konnte mich nicht begeistern, und ich las die Reihe nicht weiter.
Als ich später einige der Harry Potter-Filme im Fernsehen sah, fand ich sie allerdings sehr gut, und da ich Englisch-Lehrerin werde, dachte ich, dass ich mich nun doch einmal richtig mit Harry Potter auseinander setzen müsste.
Ich kaufte nun also den ersten Band auf Englisch, und bei diesem erneuten Lesen neun Jahre später gefiel er mir tatsächlich um einiges besser.
Einige meiner Kritikpunkte sind geblieben: Ich finde JKRs Stil immer noch nicht besonders gut, und ich finde nach wie vor, dass einige ihrer Ideen nicht besonders originell bzw. zu offensichtlich abgekupfert sind (wie z.B. der Mantel, der unsichtbar macht). Allerdings kann ich dies gut verschmerzen, da ich die Idee einer Zauberschule wahnsinnig originell finde und JKR sich die ganze Zauberwelt drumherum so schlüssig und faszinierend ausgedacht hat. Die Hauptcharaktere sind allesamt unheimlich sympathisch.
Bei meinem ersten Lesen in 2002 fand ich das Buch außerdem viel zu langatmig. Dieses Problem hatte ich nun nicht mehr, was aber auch daran liegen kann, dass ich mittlerweile einfach viel schneller lese und das Buch innerhalb weniger Stunden beendet hatte. Einige Längen konnte ich aber trotzdem noch feststellen.
Insgesamt finde ich "Harry Potter and the Philosopher's Stone" ein amüsantes und niedliches Buch, dass das Thema eines gemobbten Außenseiters, der schließlich Freunde, Mut und Selbstbewusstsein findet, gelungen behandelt.
Ich freue mich nun auf die weiteren Bände, auch wenn ich ein Jahrzehnt hinterher hinke :-)

