Leser-Rezension zu „Harry Potter und die Kammer des Schreckens” von Joanne K. Rowling
am 11.12.2010
Über Singvögel, alte Hüte und machtvolle Erinnerungen
Inhalt:
Nach einsamen Wochen bei den Dursleys verbringt Harry Potter den Rest der Sommerferien bei Ron Weasleys Familie, bevor sein zweites Schuljahr an der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei beginnt. Neben dem üblichen Ärger mit Prof. Snape und Draco Malfoy hat Harry auch noch einen neuen Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste, den unheimlich selbstverliebten und nervigen Gilderoy Lockhart, der sich zwar unzähliger Erfolge rühmt, jedoch eher dümmlich erscheint. Bald kommt es zudem zu Angriffen auf Schüler - und Harry hört Stimmen, die kein anderer hören kann.
Mein Eindruck:
Es braucht ein bisschen Zeit, bis 'Harry Potter und die Kammer des Schreckens' richtig in Fahrt kommt. Gerade wenn man das Buch bereits mehrmals gelesen hat und/oder die Hörbücher kennt, zieht sich die Zeit bei den Dursleys und Weasleys etwas in die Länge. Danach geht es dafür umso spannender weiter und Rowling lässt dem Leser kaum eine Chance, das Buch zur Seite zu legen.
Alles in allem beweist die Autorin erneut eine wunderbare Fantasie, zeigt viel Sprachwitz, bietet zauberhafte Details und zeichnet ihre Protagonisten komplex und glaubwürdig.
Aufgefallen sind mir einige recht sonderbare Übersetzungen, die vom Übersetzer falsch wiedergegeben wurden (z.B. 'Snape explodiert' oder 'Wie dick kann man eigentlich werden?').
Die Lesung von Rufus Beck macht (auch nach mehrmaligem Hören) großen Spaß und ist äußerst unterhaltsam. Bei manchen Dialekten/Stimmlagen fragt man sich bisweilen, was sich der Sprecher dabei gedacht hat oder ob er sich etwas dabei gedacht hat (z.B. beim osteuropäischen Akzent Snapes oder bei der unglaublich nervigen Stimme Dobbys, die man als Hörer kaum ertragen kann), aber insgesamt beweist Beck ein großes Geschick, die unterschiedlichen Personen unterschiedlich zu vertonen.
Mein Resümee:
Wunderbar!

