Leser-Rezension zu „Die Hexenjagd von Salem Falls” von Jodi Picoult
am 6.01.2010
Kann sich ein Mensch wirklich ändern? Diese Frage muss sich Addie Peabody stellen. Denn sie hat sich in den smarten Jack St. Bride verliebt. Dieser war früher Lehrer an einem angesehenen Mädcheninternat und saß die letzten acht Monate wegen Verführung einer Minderjährigen im Gefängnis. Nun möchte Jack in der verschlafenen Kleinstadt Salem Falls ein neues Leben beginnen.
Den ersten Schritt hat er bereits getan, als er einen Aushilfsjob in Addies Lokal annimmt. Diese bietet ihm auch einen Platz zum Schlafen an. Als sich Jack und Addie ineinander verlieben, scheint der Neuanfang geglückt zu sein. Doch dann erfahren die Bewohner von Salem Falls, dass ein Sexualstraftäter in ihrer Stadt wohnt. So beginnt für die beiden ein Martyrium. Nach einem Streit betrinkt sich Jack und taucht erst einige Stunden später wieder auf. Kurze Zeit später steht die Polizei vor Addies Tür und verhaftet Jack wegen Vergewaltigung einer Minderjährigen. Hat Jack Addie nur etwas vorgespielt?
Dieses Buch ist spannend geschrieben und ich konnte es kaum aus der Hand legen. Dies führte dazu, dass ich das Buch innerhalb von drei Tagen regelrecht verschlungen habe. Im Gegensatz zu anderen Romanen von Jodi Picoult wird die Geschichte von einer dritten Person erzählt. Zwar erhält der Leser so keinen direkten Einblick in das Gefühlsleben und die Beweggründe der Charaktere, aber das ist gar nicht nötig. Denn auch ohne die Wechsel der Erzählperspektive erfährt der Leser viel über die einzelnen Figuren, so dass sie ein Tiefe gewinnen. Aber im Gegensatz zu den anderen Romanen von Jodi Picoult regte mich dieser nicht so sehr zum Nachdenken an, obwohl eigentlich Stoff genug vorhanden wäre. Ein Punkt, der mich etwas störte, waren die wenigen überraschenden Wendungen im Verlauf des Buches. So konnte man bei der ein oder anderen Stelle den Fortgang der Handlung schon erahnen. Zum Glück hielt sich dies in Grenzen, so dass das Lesevergnügen kaum getrübt wurde. Alles in allem ist „Die Hexenjagd von Salem Falls“ ein gelungenes Buch. Da mir aber die für Jodi Picoult-Romane typischen Dinge wie die vielen unerwarteten Wendungen und das Nachdenken nach Beendigung des Buches fehlten, gibt es für dieses Buch „nur“ vier Sterne.

