Rezension verfasst vor 1 Jahr
(4)
Sicherlich ein unterhaltsames Buch, wenn man sich in die Lebensweise und Beweggründe der Amish hinabbegeben möchte (dafür 2 Punkte). Mir jedoch hat es nicht 100%-ig zugesagt.
Obwohl Picoult in der Beschreibung der Amish und deren Glauben in Gegenüberstellung zum Rest der Welt brilliert, plätschert die Aufdeckung des Falls nur langsam vor sich hin. Bis zur Hälfte des Buches leugnet das wegen Kindsmords angeklagte junge Amish-Mädchen trotz unumstößlicher Anzeichen, dass sie schwanger gewesen war - bis sie von einem Tag auf den anderen doch eingesteht, dass sie es die ganze Zeit wusste, aber nicht wahrhaben wollte. Ihre fehlende Erinnerung an der Vorfall und mangelnder Kooperationswille machen ein Vorankommen unmöglich und man kann aufgrund der sich stetig aufbauenden Ungeduld keine Sympathie zu ihr aufbauen. Die eigentliche Überraschung offenbart sich erst auf den letzten zwei, drei Seiten - was eindeutig zu lange auf sich warten lässt.
An sich lese ich Picoults Bücher ja sehr gerne, aber wer hier bis zum Ende durchhält, dem muss eigentlich lobend auf die Schulter geklopft werden.
Mehr
Weniger
0 Kommentare