Ich habe mir dieses Buch in unserer hiesigen Bücherei ausgeliehen, da es mir von vorablesen her bekannt war. Ich finde dieses Buch greift viele brisante Themen auf, z.B. die Unterdrückung der Indianer, das Eugenik Projekt von Vermont, Suizid, paranormale Geschehnisse...
Anfangs weiß man gar nicht, wie das alles zu einem einzigen Buch zusammengefaßt werden soll, geschwige denn, wie daraus eine gute Geschichte wird, aber die Autorin Jodi Paicault schafft das in jeder Hinsicht.
Die Szenen der Geisterjagd und das Erscheinen der Geister oder der paranormalen Energie wird nicht übertrieben geschildert und ist sehr glaubhaft. Ich war beeindruckt, wie darüber erzählt wird, ohne das die Story albern oder an den Haaren herbeigezogen wirkt.
Die Geschichte über die Unterdrückung der Indiander oder anderer Grenzvölker ist ja nicht neu, wird hier aber einfühlsam und kritisch beschrieben und erklärt auch die Schwierigkeiten mit den verschiedenden Religionen und das Zusammenleben von Indianern und Weißen.
Über das Thema des Eugenik Projektes wußte ich bis zu diesem Buch nichts. Ich binaber schon schockiert, das man Menschen einer solchen Ausles unterziehen wollte, beziéhungsweise sogar damit begonnen hat,indem man Menschen einfach sterilisiert hat. Andererseits kann ich Eltern verstehen, die ihre Kinder gesund wissen wollen und defekte Gene aussondern lassen. Ich selber habe Morbus Crohn und wünsche mir nichts sehnlicher, als das meine Kinder das nicht haben. Allerdings hat einer meiner Söhne Epilepsie, das er "aussortiert" worden wäre, weil er ein defektes Gen hat, ist für mich nicht vorstellbar. Er ist ein tolles KInd und hat ebenso das Recht auf Leben wie andere Kinder. Wie kann man vorher entscheiden, ob ein Embryo wachsen darf oder nicht? Okay, bei richtig schlimen Erkrankungen, die vorzeitig zum Tod führen oder ein menschenwürdiges Leben nicht möglich machen. Aber wo zieht man hier die Grenze?
Auch das Problem des Suizids wird hier eingehend beschrieben. Warum diese Todessehnsucht? Warum haben einige Menschen das Gefühl, hier nicht zu Hause zu sein? Wieso wollen einige, geliebten Menschen nachfolgen? Ich finde es tragisch, das man vielen dieser Personen einfach nicht helfen kann.
Die Charaktere sind sehr detailliert und liebevoll beschrieben. Hier wären der Geisterjäger Ross Wakeman, der seine über alles geliebte Frau durch einen Autounfall verliert und ihr seither folgen will, aber nicht sterbenkann. Egal was er anstellt, egal was ihm passiert, er überlebt. Auf einer folgenschweren Geistersuche findet er unwissentlich einen Geist und später auch seine Liebe und seinen Lebenswillen. Ist es schon zu spät?
Dann Ross Schwester Shelby und deren Sohn Ethan. Shelby ist eine aufopferungsvolle Person, die sich hingebungsvoll um ihren Sohn kümmert und sich ständig Sorgen um ihren Bruder macht. Sie muß lernen, auch wen es weh tut, das sie ihren Bruder loslassen muß. Mit Hilfe des ortsansässigen Detectivs schafft sie es.
Ihr Sohn Ethan, der an einer schweren Form von XP leidet und sich deshalb nur Nachts und vermummt im Freien aufhalten darf, ist ein schwieriger Charakter. Ethan ist ans ich en toller normaler Junge. Er liebt Skateboard fahren, fernsehen, Videospiele und widerspricht hin und wieder seiner Mutter. Alerdings ist er auch oft schwermütig, wenn er daran denkt, das er nicht lange zu leben hat.
Die anderen Charakter beschreibe ich jetzt hier nicht, auch wenn einige sicher sehr wichtig für die Handlung sind. Ich denke dieses Buch muß man selber lesen, um sich ein Bild machen zu können, da die Handlungsstränge erst während des Lesens zusammenkommen und sich einiges erst gegen Schluß erklärt.
Nach der Lektüre dieses Buches fragt man sich aber schon: Gibt es wirklich Geister???