Charlotte O'Keefe und ihr Mann Sean sehen sich seit zwei Jahren nach einem gemeinsamen Kind. Als Charlottes Frauenärztin, und nebenbei beste Freundin, dann endlich eine Schwangerschaft festellt, sind beide überglück. Bis sie erfahren, dass Willow, so soll das Kind heißen, Osteogenesis imperfecta, besser bekannt als die "Glasknochenkrankheit", hat. Trotzdem ist Willow in Charlottes Augen perfekt. Sie liebt ihre Tochter abgöttisch und will nur eines: ihr das Leben bestmöglich zu gestalten und sie beschützen. Willow braucht allen Schutz der Welt, denn schon bei dem kleinsten Stoß brechen ihre Knochen. Dass auch ihr Herz brechen kann, scheint Charlotte zu vergessen, als sie vor Gericht das nötige Geld für die Behandlung erkämpfen will. Sie verklagt Piper, ihre beste Freundin, aber auch ihre Frauenärztin. Sie beschuldigt sie, die Krankheit zu spät erkannt zu haben und Charlotte so die Wahl verwährt zu haben, die Schwangerschaft abzubrechen. Nun muss Charlotte behaupten, es sei besser gewesen, wenn Willow nie geboren worden wäre. Doch was Charlotte nicht berücksichtig sind Willows Gefühle. Wie fühlt sich ein Kind, das in den Medien hört, dass seine eigene Mutter es nicht haben wollte? Charlotte ist so sehr auf Willow fixiert, dass sie vergisst, auch noch einen Mann und eine andere Tochter zu haben. Und gerade die fühlt sich unbeachtet und vorallem ungeliebt. Dass das schlimme Folgen haben kann und das auch ihre Familie zerbrechen kann, nicht nur Willows Knochen, das merkt Charlotte erst, als es schon fast zu spät ist!
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"Zerblichlich" hat mir wahnsinnig gut gefallen. Ich bin ein großer Fan von Jodie Picoult und daher wusste ich, dass der Roman genial sein würde. Dass er so gut sein würde, damit habe ich allerdings nicht gerechnet.
Der Schreibstil war wieder einmal große Klasse! Wie man das von Picoult gewohnt ist, schreibt sie auf einem gehobenen Niveau. Es werden viele Fachwörter benutzt, was bei der Thematik des Romans natürlich nicht verwunderlich ist. Dennoch fällt es einem als Leser nicht schwer, das Geschehen mitzuverfolgen, da Schreibstil einfach so natürlich, ungezwungen und einfach genial ist. Außerdem sorgen einige Cliffhanger am Ende mancher Kapitel für unglaubliche Spannung.
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Die Charaktere waren mal wieder fantastisch ausgearbeitet. Jede einzelne Person hatte etwas ganz Besonderes, Einzigartiges, dass sie oder ihn charakterisiert, ohne klischeehaft zu wirken. Außerdem wurde der Zwiespalt, in dem sich die Charaktere, allen voran Charlotte und Sean, befinden, so authentisch dargestellt, dass man sich einfach fragen musste, wie man selbst in dieser Situation gehandelt hätte. Ich zumindest kam nicht zu dem klaren Entschluss, dass ich Charlotte als schlecht Mutter sehe, weil ich, durch die detaillreiche Beschreibung ihrer Ansichtsweise und ihrer Gefühle, einfach sehr gut nachvollziehen kann, wieso sie ihre beste Freundin verklagt und behauptet ihr geliebtes Kind sei besser nie geboren worden. Auf der anderen Seite kann ich aber auch Sean verstehen. Man kann einfach nicht eindeutig sagen, was für Willow nun das Beste sein würde, langfristig oder auf die Gegenwart begrenzt.
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Besonders gelungen fand ich Amelia, die erste Tochter Charlottes, die sie in die Ehe mit Sean eingebracht hat. Ihr Charakter wird so tiefgründig beschrieben, dass man sich total in sie hineinversetzten kann. Obwohl sie Dinge tut, von denen man weiß, dass die falsch sind, werden ihre Gefühle so authentisch beschrieben, dass man genau nachvollziehen kann, wieso sie das tut. Außerdem finde ich, dass Picoult sich so richtig in eine Tochter hineinversetzt haben muss, die immer etwas vernachlässigt wird, weil sie nun mal eine behinderte Schwester hat. Ich kann mir richtig gut vorstellen, dass solche Mädchen sich genauso verhandeln, wie Amelia es tut und ähnlich denken, wie sie. Auch ihr innerer Zwiespalt wurde sehr gut verdeutlicht. Zum einen weiß sie, dass es ihr gut geht, weil sie gesund ist, nich wie ihre Schwester, ein Dach über dem Kopf hat und ausreichend zu Essen, zum anderen fühlt sie aber auch diese tiefe Leere in sich, die sie zum Äußersten treibt, wodurch sie sich nur noch schlechter fühlt. Dieser Charakter ist wirklich hervorragend gelungen!
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Ich weiß, dass einige den Schluss des Romans gar nicht mochten und auch nicht nachvollziehen können, wie man als Autor ein Buch so enden lassen kann. Ich persönlich fand das Ende allerdings gelungen! Es hat dem Roman eine neue Komponente verliehen und regt nun noch mehr zum Nachdenken an. Man hat ein Ende, zu dem man sich selbst noch seinen Teil denken kann und bei dem die Zukunft der Charaktere weitgehend offen bleibt
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Einen wirklich bewegenden und vorallem wahren Satz, der das Thema das Romans zusammenfasst, möchte ich nun gerne noch zitieren und einfach unkommentiert stehen lassen: "Wir alle wollen nur eins: wissen, dass wir jemandem etwas bedeuten, dass irgendjemandes Leben ohne uns nicht so erfüllt gewesen wäre."
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Zum Schluss möchte ich noch etwas zu Erzählperspektive sagen. "Zerbrechlich" wird aus der Sicht von Charlotte, Sean, Amelia, Piper, Marin (die Anwältin Charlottes) und zum Schluss auch noch aus Willows, erzählt. Das macht die Geschichte umso spannender, da man bei jedem einzelnen Charakter deutlich nachfühlen kann, wie sie zu der Sache stehen und was sie über die Klage denken. Das Ungewöhnliche ist, dass jede dieser Personen (außer natürlich Willow selbst) Willow anzusprechen scheint. Es liest sich beinahe wie ein Brief an Willow, der nie abgeschickt wurde. Diese Tatsache macht den Roman definitiv zu etwas Besonderem, denn sowas habe ich noch nie gelesen. Auch sehr Außergewöhnlich ist, dass zwischen den Kapiteln immer wieder Backrezepte und Definitionen von Ausdrücken beim Backen, die immer irgendwie mit der Geschichte verwoben sind, eingefügt wurden. Da Charlotte gelernte Konditorin ist, passt das wirklich wunderbar und lockert die Geschichte auf.
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Nach dieser Rezension, fühle ich mich, als habe ich noch nicht genug über "Zerbrechlich" geschrieben. Als könne ich die Einzigartigkeit und Großartigkeit dieses Romans gar nicht in Worte fassen. Dieses Buch ist auf jeden Fall eines von Jodi Picoults Besten!
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"Zerbrechlich" solltet ihr wirklich unbedingt lesen! Dieser Roman hat definitiv 5 Sterne verdient, da einfach alles passt. Ich empfehle diesen Roman einfach jedem weiter, der teifgründige Bücher liebt, die zum Nachdenken anregen, aber auch Bücher, die einen selbst in die unterschiedlichsten Emotionen stürzen und letztendlich vielleicht sogar zum Weinen bringen.