Leser-Rezensionen zu „Zerbrechlich” von Jodi Picoult
Rezension verfasst vor 4 Monaten (5)
Charlotte O'Keefe ist überglücklich als sie nach zwei Jahren endlich schwanger ist. Sie, ihr Mann Sean und ihre Tochter Amelia sind schon gespannt auf das Baby und Charlotte ist umso froher, dass ihre beste Freundin Piper ihre betreuende Gynäkologin ist. Ein Ultraschall in der 18. Woche zeigt, dass alles okay ist und die Freude wird immer größer. Doch in der 27. Woche wird auf einmal alles anders, der Fötus hat mehrere Knochenbrüche, ganz frische und bereits heilende. Für Charlotte und Sean bricht eine Welt zusammen und auch Piper ist verzweifelt. Die Familie O'Keefe ist jedoch strikt gegen eine Beendung der Schwangerschaft und so kommt Willow zur Welt...fünf Jahre später ist der Alltag der Familie komplett auf Willow ausgerichtet, Charlotte hat ihre Arbeit aufgegeben um immer für ihre kleine Tochter da sein zu können. Da kommt der geplante Ausflug nach Disney World als Entspannung für alle genau richtig. Niemand ahnt, dass ausgerechnet der erste Urlaub seit fünf Jahren das Leben der gesamten Familie auf den Kopf und eine Probe stellen wird...
Jodi Picoult zeigt mit "Zerbrechlich" die Klagefreudigkeit der Amerikaner auf, die auf Teufel komm raus klagen, was das Zeug hält, ohne jegliche Rücksicht auf Verluste, sogar in der eigenen Familie. Was ist ein Leben wert, was ist die beste Freundin wert, was ist die eigene Familie wert? Diese Fragen sind die Grundlage der neuesten Geschichte von Jodi Picoult, die immer die heißesten Eisen anfasst und alle Facetten der "Wahrheit" aufzeigt. In ihren Büchern kommen kapitelweise die Protagonisten der Geschichte zu Wort, so dass man viele Sichtweisen präsentiert bekommt.
Die Rechtsanwältin Marin drängt Charlotte zu einem Prozess, der sie über ihre eigene Lebensgeschichte nachdenken lässt und so geht es in einer Nebengeschichte noch um die Suche Marins nach ihrer leiblichen Mutter. Jodi Picoult zeigt die Krankheit Osteogenesis imperfecta, bekannt als Glasknochenkrankheit, authentisch und detailgetreu auf, die Probleme, die mit der Diagnosestellung auftreten und wie tough Kinder mit ihrer Krankheit umgehen. Das Buch selbst ist wie ein Brief an Willow geschrieben, der Leser wird so direkt angesprochen, was die Geschichte sehr viel persönlicher und vor allem fühlbar macht. Hier werden drei Themen zu einem absolut lebesnwerten Buch verknüpft, sowie es wohl nur Picoult kann. Auch wenn das Ende ein wenig zu amerikanisch ist, ist es doch wieder ein Buch, das nachdenklich macht, fesselt und einfach richtig gut ist - Jodi Picoult eben!
Rezension verfasst vor 7 Monaten (9)
Inhaltsangabe:
Charlotte und Sean wären mit ihren zwei Töchtern eine ganz normale, glückliche Familie in New Hampshire, wäre da nicht die angeborene Krankheit ihrer kleineren Tochter Willow, welche an Osteogenesis imperfecta, kurz OI genannt oder auch als Glasknochenkrankheit bekannt, leidet. Alles verändert sich für die Familie als Charlotte die Idee eingepflanzt bekommt, sie könnte die damals zuständige Gynäkologin klagen, welche gleichzeitig auch ihre beste Freundin ist, um somit genügend Schadensersatz ausbezahlt zu bekommen, um Willow und ihrer Familie ein besseres Leben zu gewährleisten, welche jeden Cent dreimal umdrehen müssen um über die Runden zu kommen. Doch so eine Klage gegen die beste Freundin und mit der Aussage, dass sie abgetrieben hätte, wenn sie von der Krankheit früher gewusst hätte, lässt niemanden kalt und ruhig auf seinem Stuhl sitzen… die Wogen schlagen hoch, und das nicht nur bei den Journalisten und bei Behindertenverbänden, sondern auch innerhalb ihrer Freundschaft und ihrer eigenen Familie…
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Meine Gedanken zum Buch:
Eine Rezension zu diesem Buch zu schreiben fehlt mir schwer und ich schiebe es bereits seit ein paar Tagen vor mich hin. Das zu einem daran liegt, dass ich sowohl positive als auch negative Gefühle mit mir rumschleppe, wenn ich an dieses Buch und an diese Geschichte denke.
Zu allererst kam ich sehr schwer in die Geschichte rein, da das Buch ein Briefroman ist, und somit jedes Kapitel aus der Sicht eines anderen Charakters geschrieben wird, was zufolge hat, dass es manchmal auch verwirrend wird. Außerdem dauert es aufgrund dessen, doch ein wenig bis man in das Lesen hinein kommt, und weil es auch schleppend beginnt und erst langsam alles ins Rollen kommt. Noch dazu ist die Schreibweise von Picoult, nach unzähligen Büchern im YA Bereich, doch etwas anders als für mich gewöhnt und dadurch konnte ich es nicht flüssig lesen. Nicht, dass sie keine schöne Sprache verwendet, in der sie gut die Gefühle ausdrückt und einem das Leid und den Schmerz fühlen lässt, aber es hat doch etwas am Lesefluss gehapert, wodurch die 600 Seiten zeitweise mühsam zu lesen waren und ein- oder zweimal eine Überwindung darstellten, das Buch wieder in die Hand zu nehmen.
Warum ich mir außerdem so schwer tue diese Buch zu bewerten, ist die Tatsache, dass ich mir die Frage stelle: ‚Was ist ein gutes Buch?‘ Ist es die Tatsache, dass es mich zum lächeln bringt? … mich unterhaltet? … mich in die Charaktere verlieben lässt? Oder ist ein gutes Buch eines, dass einem eine traurige, mitreißende Geschichte präsentiert, in der man mit jedem Schmerz mitfühlt und sich dabei selber tieftraurig und verstimmt fühlt, weil man sieht welch Leid es wirklich gibt? Sind gute Bücher, welche die einem wachrütteln und das Leben wieder schätzen lehren? Oder Bücher die uns vom bereits grausamen Alltag ablenken und uns in eine bezaubernde Welt entführen, in der es zwar Bösewichte gibt, welche aber immer besiegt werden und außerdem nicht real sind? Jeder sollte sich diese Frage wohl selber mal beantworten können, um dieses Buch entweder sehr gut oder eher nicht so gut zu empfinden. Ich denke, ich gehöre wohl eher zur Gruppe, die bei einem Buch lieber entspannen möchte und die positiven Seiten des Lebens sehen und lesen will – ansonsten kann ich mir genauso gut eine Zeitung nehmen oder die Nachrichten ansehen, um mir das Leid das tagtäglich in unsere Welt herrscht vor Augen zu führen. Daher bekommt das Buch von mir nur 2,5 Punkte, da ich von einem Buch unterhalten werden möchte und nicht bei jeder dritten Seite selber winseln und meine Tränen trockenen, die wie Bäche kullern, weil ich zu sehr mitfühle.
Aber zurück zum Thema: Die Geschichte und der Plot waren wirklich gut und auch sicherlich sehr gut recherchiert und mit Herz geschrieben. Auch wie die Protagonisten in der Story gehandelt haben, war leider Gottes mehr als nur realistisch und authentisch. Und daher ist das richtige Genre für dieses Buch wohl auch Drama, anstatt Unterhaltung.
SPOILER!!
Wobei ich zugeben muss, dass ich mich mit dem Buch noch angefreundet hätte… wenn dann dieses Ende nicht gekommen wäre. Wie kann Picoult das alles eine Familie (bzw. auch anderen) aufbürden und nachdem sie alles überstanden haben und sich durch kämpfen – so ein Ende präsentieren. War es dazu gedacht die Leser noch mal schnell durch zu rütteln oder zu schocken, damit man sich denk wow das habe ich nicht kommen sehen. Wollte sie damit originell und nicht vorhersehbar wirken? Ich kann mir keinen Reim darauf machen. Das einzige, was sie mit dem Ende des Buchs bei mir erreicht hat war, dass ich kein Buch mehr von ihr Lesen werde. Zumindest in den nächsten Zeit nicht mehr und ich werde es auch nicht leichtfertig weiter empfehlen, sondern nur hartgesottenen Lesefreunden vorschlagen.
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Cover:
Das Cover hat mich fasziniert und es war auch ein Grund es mir auszuborgen und es zu lesen. Anfangs dachte ich es wäre eine Frau am Cover, aber wenn man genau hinsieht merkt man, dass es ein kleines Mädchen ist, dass allen Widrigkeiten trotz – Willow.
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Fazit:
Ein Buch das sicherlich zu Diskussionen anregt und viele zu Tränen rühren wird. Es hilft zwar auf die Krankheit OI hinzuweisen und die betroffenen Menschen zu unterstützen, aber trotzdem ist das Ende weiterhin fraglich, das Picoult gewählt hat.
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Wenn dir meine Rezension gefällt, besuche doch auch meinen Blog:
http://martinabookaholic.wordpress.com/
Rezension verfasst vor 7 Monaten (8)
Charlotte O'Keefe und ihr Mann Sean sehen sich seit zwei Jahren nach einem gemeinsamen Kind. Als Charlottes Frauenärztin, und nebenbei beste Freundin, dann endlich eine Schwangerschaft festellt, sind beide überglück. Bis sie erfahren, dass Willow, so soll das Kind heißen, Osteogenesis imperfecta, besser bekannt als die "Glasknochenkrankheit", hat. Trotzdem ist Willow in Charlottes Augen perfekt. Sie liebt ihre Tochter abgöttisch und will nur eines: ihr das Leben bestmöglich zu gestalten und sie beschützen. Willow braucht allen Schutz der Welt, denn schon bei dem kleinsten Stoß brechen ihre Knochen. Dass auch ihr Herz brechen kann, scheint Charlotte zu vergessen, als sie vor Gericht das nötige Geld für die Behandlung erkämpfen will. Sie verklagt Piper, ihre beste Freundin, aber auch ihre Frauenärztin. Sie beschuldigt sie, die Krankheit zu spät erkannt zu haben und Charlotte so die Wahl verwährt zu haben, die Schwangerschaft abzubrechen. Nun muss Charlotte behaupten, es sei besser gewesen, wenn Willow nie geboren worden wäre. Doch was Charlotte nicht berücksichtig sind Willows Gefühle. Wie fühlt sich ein Kind, das in den Medien hört, dass seine eigene Mutter es nicht haben wollte? Charlotte ist so sehr auf Willow fixiert, dass sie vergisst, auch noch einen Mann und eine andere Tochter zu haben. Und gerade die fühlt sich unbeachtet und vorallem ungeliebt. Dass das schlimme Folgen haben kann und das auch ihre Familie zerbrechen kann, nicht nur Willows Knochen, das merkt Charlotte erst, als es schon fast zu spät ist!
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"Zerblichlich" hat mir wahnsinnig gut gefallen. Ich bin ein großer Fan von Jodie Picoult und daher wusste ich, dass der Roman genial sein würde. Dass er so gut sein würde, damit habe ich allerdings nicht gerechnet.
Der Schreibstil war wieder einmal große Klasse! Wie man das von Picoult gewohnt ist, schreibt sie auf einem gehobenen Niveau. Es werden viele Fachwörter benutzt, was bei der Thematik des Romans natürlich nicht verwunderlich ist. Dennoch fällt es einem als Leser nicht schwer, das Geschehen mitzuverfolgen, da Schreibstil einfach so natürlich, ungezwungen und einfach genial ist. Außerdem sorgen einige Cliffhanger am Ende mancher Kapitel für unglaubliche Spannung.
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Die Charaktere waren mal wieder fantastisch ausgearbeitet. Jede einzelne Person hatte etwas ganz Besonderes, Einzigartiges, dass sie oder ihn charakterisiert, ohne klischeehaft zu wirken. Außerdem wurde der Zwiespalt, in dem sich die Charaktere, allen voran Charlotte und Sean, befinden, so authentisch dargestellt, dass man sich einfach fragen musste, wie man selbst in dieser Situation gehandelt hätte. Ich zumindest kam nicht zu dem klaren Entschluss, dass ich Charlotte als schlecht Mutter sehe, weil ich, durch die detaillreiche Beschreibung ihrer Ansichtsweise und ihrer Gefühle, einfach sehr gut nachvollziehen kann, wieso sie ihre beste Freundin verklagt und behauptet ihr geliebtes Kind sei besser nie geboren worden. Auf der anderen Seite kann ich aber auch Sean verstehen. Man kann einfach nicht eindeutig sagen, was für Willow nun das Beste sein würde, langfristig oder auf die Gegenwart begrenzt.
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Besonders gelungen fand ich Amelia, die erste Tochter Charlottes, die sie in die Ehe mit Sean eingebracht hat. Ihr Charakter wird so tiefgründig beschrieben, dass man sich total in sie hineinversetzten kann. Obwohl sie Dinge tut, von denen man weiß, dass die falsch sind, werden ihre Gefühle so authentisch beschrieben, dass man genau nachvollziehen kann, wieso sie das tut. Außerdem finde ich, dass Picoult sich so richtig in eine Tochter hineinversetzt haben muss, die immer etwas vernachlässigt wird, weil sie nun mal eine behinderte Schwester hat. Ich kann mir richtig gut vorstellen, dass solche Mädchen sich genauso verhandeln, wie Amelia es tut und ähnlich denken, wie sie. Auch ihr innerer Zwiespalt wurde sehr gut verdeutlicht. Zum einen weiß sie, dass es ihr gut geht, weil sie gesund ist, nich wie ihre Schwester, ein Dach über dem Kopf hat und ausreichend zu Essen, zum anderen fühlt sie aber auch diese tiefe Leere in sich, die sie zum Äußersten treibt, wodurch sie sich nur noch schlechter fühlt. Dieser Charakter ist wirklich hervorragend gelungen!
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Ich weiß, dass einige den Schluss des Romans gar nicht mochten und auch nicht nachvollziehen können, wie man als Autor ein Buch so enden lassen kann. Ich persönlich fand das Ende allerdings gelungen! Es hat dem Roman eine neue Komponente verliehen und regt nun noch mehr zum Nachdenken an. Man hat ein Ende, zu dem man sich selbst noch seinen Teil denken kann und bei dem die Zukunft der Charaktere weitgehend offen bleibt
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Einen wirklich bewegenden und vorallem wahren Satz, der das Thema das Romans zusammenfasst, möchte ich nun gerne noch zitieren und einfach unkommentiert stehen lassen: "Wir alle wollen nur eins: wissen, dass wir jemandem etwas bedeuten, dass irgendjemandes Leben ohne uns nicht so erfüllt gewesen wäre."
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Zum Schluss möchte ich noch etwas zu Erzählperspektive sagen. "Zerbrechlich" wird aus der Sicht von Charlotte, Sean, Amelia, Piper, Marin (die Anwältin Charlottes) und zum Schluss auch noch aus Willows, erzählt. Das macht die Geschichte umso spannender, da man bei jedem einzelnen Charakter deutlich nachfühlen kann, wie sie zu der Sache stehen und was sie über die Klage denken. Das Ungewöhnliche ist, dass jede dieser Personen (außer natürlich Willow selbst) Willow anzusprechen scheint. Es liest sich beinahe wie ein Brief an Willow, der nie abgeschickt wurde. Diese Tatsache macht den Roman definitiv zu etwas Besonderem, denn sowas habe ich noch nie gelesen. Auch sehr Außergewöhnlich ist, dass zwischen den Kapiteln immer wieder Backrezepte und Definitionen von Ausdrücken beim Backen, die immer irgendwie mit der Geschichte verwoben sind, eingefügt wurden. Da Charlotte gelernte Konditorin ist, passt das wirklich wunderbar und lockert die Geschichte auf.
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Nach dieser Rezension, fühle ich mich, als habe ich noch nicht genug über "Zerbrechlich" geschrieben. Als könne ich die Einzigartigkeit und Großartigkeit dieses Romans gar nicht in Worte fassen. Dieses Buch ist auf jeden Fall eines von Jodi Picoults Besten!
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"Zerbrechlich" solltet ihr wirklich unbedingt lesen! Dieser Roman hat definitiv 5 Sterne verdient, da einfach alles passt. Ich empfehle diesen Roman einfach jedem weiter, der teifgründige Bücher liebt, die zum Nachdenken anregen, aber auch Bücher, die einen selbst in die unterschiedlichsten Emotionen stürzen und letztendlich vielleicht sogar zum Weinen bringen.
Rezension verfasst vor 10 Monaten (21)
"Welches Skelett kann schon ein Herz halten, das so groß ist wie die Welt?"
620 Seiten und jeder einzelne Buchstabe hat mich fasziniert, traurig gestimmt, zum Lachen gebracht und schlussendlich dazu geführt, dass ich diesen Roman von Jodi Picoult als sehr kostbar erachte, auch wenn man ihn nicht in herkömmlichem Sinne "genießen" kann. Doch jeder Satz, jede kleine versteckte Weisheit berührt die Seele. Nur wenigen Autoren und Büchern gelingt das..
Ein wenig zum Inhalt:
Willow leidet unter OI - Osteogenesis imperfecta, ein Kollagendefizit der Knochen, welches bekannt ist als "Glasknochenkrankheit". Mit ihren 5,6 Jahren hat sie bereits dutzende Brüche hinter sich, ist die meiste Zeit an den Rollstuhl gefesselt, kennt das gesamte Krankenhauspersonal beim Vornamen und kann nie tun, was andere Kinder tun. Am Spielplatz schaukeln, sackhüpfen, schlittschuhlaufen..
Charlotte, ihre Mutter, gibt ihren Job als berühmte Konditorin auf, um sich voll und ganz Willows Pflege zu widmen. Charlotte, ihr Mann Sean, Amelia, die erstgeborene Tochter und Willow, das kleine verletzliche Küken, bilden eine feste unerschütterliche Einheit.. so scheint es zumindest, bis Charlotte ihre Frauenärztin und ehemals beste Freundin Piper verklagt. Warum? Charlotte wirft ihr vor sie hätte OI in utero bereits feststellen müssen, wodurch ihr die Möglichkeit einer frühen Abtreibung gegeben gewesen wäre und verlangt deshalb wegen "ungewollter Geburt" Schadensersatz..
Stil:
Das war der erste Roman, den ich von Picoult gelesen habe, und er hat mich schlicht und ergreifend umgehauen. Die Innensichten der Figuren verleiten zum "Hineinfühlen", der Perspektivenwechsel ist erfrischend, beleuchtet das Geschehen aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln und verwebt mehrere Handlungsstränge in die Hauptstory (zB: die Suche der Anwältin nach ihrer leiblichen Mutter oder Amelias Essstörungen). Die erzählweise ist berührend, wirkt persönlich und erschüttert dadurch vermutlich umso mehr..
Charaktere:
Ich hasse Schwarz-Weiß-Malerei und deshalb liebe ich wie ausgreift und "unperfekt" jeder einzelne der Charaktere dargestellt wird.
Besonders aber (wie vermutlich jeder Leser dieses Romans) habe ich mich in Willow verliebt, die so spritzig klug antwortet (und mich so oft zum Schmunzeln gebracht hat), trotz ihres schweren Schicksals so oft auf die Sonnenseiten des Lebens zeigt und in dem Roman, obwohl sie die jüngste Protagonistin ist, weit erwachsener ist als der Rest..
Fazit:
Ein Buch das nachhaltig beeinflußt, zum Nachdenken anregt und mich mit einer Mischung aus Trauer und guten Vorsätzen zurückgelassen hat.
Dieses Buch ist nicht EIN Muss, es ist DAS Muss.
Rezension verfasst vor 10 Monaten (24)
DIE GESCHICHTE...
Die kleine Willow O'Keefe leidet bereits seit ihrer Geburt unter Osteogenesis imperfecta Typ III, der sogenannten Glasknochenkrankheit. Das ist eine Kollagenfehlbildung, die Knochen so brüchig macht, dass sie beim Stolpern, Schlafen oder sogar beim Niesen brechen können. Willow ist kleiner als gleichaltrige Kinder, doch unfassbar klug. Ein verunglückter Familienurlaub in Florida, wo sich Willow den Oberschenkellnochen bricht, gibt den Ausschlag für eine Schadensersatzklage, mit der die Anwältin Marin Gates beauftragt wird. Um genug Geld für die Familie O'Keefe und Willows kostspielige Pflege und Therapien herauszuschlagen, schlägt Marin vor, die zuständige Gynäkologin zu verklagen, die die Eltern von Willow nicht rechtzeitig über die Behinderung ihres Kindes informiert hat. Dadurch wurde Charlotte O'Keefe das Recht genommen, sich für eine Abtreibung zu entscheiden. Dafür muss Charlotte allerdings behaupten, dass Willow besser nicht geboren worden wäre und sich außerdem gegen ihre Frauenärztin und beste Freundin Piper Reece stellen...
MEINE MEINUNG:
Jodi Picoult ist seit "Beim Leben meiner Schwester" für ihre berührenden Bücher bekannt und berühmt. Und "Zerbrechlich" hat mich ebenso berührt wie die Geschichte von Anna und Kate Fitzgerald. Wenn man liest, welche Entbehrungen Willow und ihre Familie hinnehmen müssen und sie trotzdem versuchen, ein so normales Leben wie möglich zu führen, dann ist das sehr bewundernswert. Es geht alles gut, bis Charlotte meint, mit der Schadensklage das Richtige zu tun, um Willow eine finanziell unbeschwerte Zukunft zu ermöglichen und verzweifelt dafür kämpft. Doch mit den "Nebenwirkungen", wie Streit, Missgunst, Hass und Trauer hat sie nicht gerechnet.
Auch wenn die 5-jährige Willow unter der Glasknochenkrankheit leidet, ist sie ein kluges und tapferes Mädchen. Ihr Wortschatz gleicht dem eines Erwachsenen, denn beim Lesen und am Computer kann sie sich nicht verletzen und so verschlingt sie jedes geschriebene Wort.
Ihre ältere Schwester Amelia verzweifelt an der Nichtbeachtung ihrer Familie, da ihre Probleme gegen Willows Gesundheitszustand unbedeutend wirken und die 12-jährige sich zunehmend einsamer fühlt. Charlottes Leben dreht sich fast ausschließlich um Willow und da die gelernte Konditorin ihren Beruf nun nicht mehr ausüben kann und die Familie mit Seans Polizistengehalt auskommen muss, ist das Geld im Hause O'Keefe immer knapp.
Dagegen verdient Piper als Frauenärztin viel Geld und lädt deshalb Amelia und Charlotte öfters zum Shoppen ein (was ihr Charlotte dann mit einer Klage dankt ;-)). Eine weitere Rolle spielt die Rechtsanwältin Marin. Die Mittdreißigerin wurde adoptiert und sucht nun verzweifelt nach ihrer biologischen Mutter. Alle mitwirkenden Charaktere wurden sehr facettenreich und sympathisch dargestellt, ebenso wirken sie authentisch, obwohl ich manche der Handlungen & Taten nicht nachvollziehen kann.
Die Geschichte beginnt am 14.02.2002 mit Willows Geburt, macht dann einen Sprung in das Jahr 2007 und endet schließlich im März 2009. Im Roman erfährt man viel Interessantes über Menschen mit OI und Jodi Picoult hat dieses gut recherchierte Wissen sehr geschickt in einen berührenden Roman verpackt. =) Als Schauplatz dient die idyllische Kleinstadt Bankton in Neuengland, obwohl wenig über die Umgebung bzw. Landschaft erzählt wird.
Interessant finde ich auch die Erzählperspektive. Denn abwechselnd schildern die Familienmitglieder Charlotte, Sean und Amelia O'Keefe, Anwältin Marin Gates und Gynäkologin Piper Reece die rasanten Geschehnisse aus ihrer Sicht sowohl in der Ich-Form als auch in der direkten Anrede - so, als würde der jeweilige Erzähler direkt Willow ansprechen. Dadurch wird ein tiefer Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt der unterschiedlichen Personen gewährt. Außerdem fühlt und leidet man mit den betreffenden Figuren mit und hofft, dass letztendlich alles gut ausgeht...
Diese gefühlvolle Story ist von intensiven Emotionen durchzogen und schafft es, trotz der über 600 Seiten ohne überflüssige Längen zu fesseln und zu unterhalten. Es werden einige (ethische) Fragen aufgeworfen, so dass man beim Lesen auch zum Nachdenken angeregt wird. Wie würde man selbst in der jeweiligen Situation reagieren?
Jodi Picoult besitzt eine tiefgründige Schreibweise und großes Talent, mit ihren Worten das Innerste ihrer Leser so zu berühren, so dass man sich am besten vor der Lektüre viele Taschentücher bereit legt.
FAZIT:
"Zerbrechlich" erzählt die gefühlsbetonte, traurig-schöne Geschichte der kleinen, schwerkranken Willow, die an der Glasknochenkrankheit leidet und wie sich manche Entscheidungen auf eine ganze Familie auswirken können. Jodi Picoult versteht sich darauf, außergewöhnliche Themen mit interessanten Charakteren und einem hervorragenden Plot zu verbinden. Deshalb bekommt "Zerbrechlich" von mir ganze 5 STERNE!
Rezension verfasst vor 11 Monaten (20)
Klappentext:
Willow, ihr lang ersehntes Kind, ist perfekt. Das ist das Erste, was Charlotte O'Keefe hört, als sie ihr Baby auf dem Ultraschallbild sieht. Ja, es ist perfekt. Daran ändert auch Willows Krankheit nichts. Charlotte liebt ihr Kind abgöttisch und will nur eines: sie beschützen. Denn Willow braucht allen Schutz der Welt. Beim kleinsten Stoß brechen ihre Knochen. Doch auch ihr Herz kann brechen. Genau das scheint Charlotte zu vergessen, als sie vor Gericht das Geld für die richtige Behandlung erkämpfen will. Sie verklagt ihr Frauenärztin. Die Krankheit hätte schon zu Beginn der Schwangerschaft erkannt - und die Eltern gewarnt werden können. Charlotte muss behaupten, ihr geliebtes Kind sei besser nie geboren worden...
>> "Zerbrechlich" hat alles, was die Fans von Jodi Picoult erwarten: Sie erzählt in ihrer gewohnt tiefgründigen, gefühlvollen Sprache... Provokativ und komplex. <<
BookPage Magazine
Inhalt:
Charlotte O'Keefe liebt ihre beiden Kinder. Sie hätten kaum perfekter sein können... Doch eines überschattet das Familienglück. Ihre jüngste Tochter leidet unter Osteogenesis imperfecta, die sogenannte Glasknochenkrankheit. Der kleinste Stoß, ein unbedeutender Fehler beim Gehen, ein kleiner Stolperer, ja sogar das Niesen, kann dazu führen, dass die kleine Willow sich die Knochen bricht. Ein Unfall, ausgerechnet im Disneyland, ist der Ausschlag dafür, dass Willow's Eltern auf Schadensersatz klagen wollen. Doch diese Klage war nicht vielversprechend für Marin Gates, die Anwältin. Da musste etwas anderes her... Also sah sie eine Chance darin, Piper Reece zu verklagen. Piper Reece, eine Gynäkologin aus Bankton, New Hemphire. Und gleichzeitig die besten Freundin von Charlotte O'Keefe. Das Intention: Piper Reece habe Charlotte nicht früh genug darauf hingewiesen, es stimme etwas nicht mit Willow und ihr somit die Chance genommen haben, zu entscheiden, das Kind abzutreiben oder, trotz Schwerstbehinderung, auf die Welt zu bringen. Dafür müsste Charlotte aber behaupten, ihr Kind wäre besser nicht beoren worden. Charlotte's ganz persönlicher Spießrutenlauf beginnt...
Meine Meinung:
Ich sitze nun seit einer geschlagenen Stunde an dieser Rezension und bin noch immer überwältigt. Mir schwirrt so viel im Kopf herum, einiges liegt mir auf die Zunge und doch schaffe ich es nicht, all' das zu schreiben. Mir fehlen einfach die Worte, meine derzeitigen Gefühle zu beschreiben. Doch dieses ganz besondere Talent hat definitiv Jodi Picoult. Natürlich kann man hier sicher sein, dass die Autorin sehr gut recherchiert hat, doch es geht hier nicht nur um Recherche. Jodi Picoult hat ein Buch geschrieben, bei dem ich das Gefühl hatte, im Kino zu sitzen. Mitten drin... Ich war nicht nur ein stiller Beobachter, sondenr ein Teil der Familie, der namentlich nicht erwähnt wurde. Doch gehen wir etwas mehr auf den Inhalt ein: Jodi Picoult unterteilt das Buch in verschiedene Perspektiven. Sie schreibt als Charlotte&Sean O'Keefe, Amelia, die ältere Schwester und aus der Sicht von Piper Reece. So kam man nicht umher, für jeden einzelnen Verständnis aufzubringen. Es war nicht so, dass man nur für eine Person, Sympathie entwickeln konnte, sondern für alle. Sean, der eher herbe Typ Mensch. Charlotte, die Mutter. Verzweifelt, kämpfend, aber dennoch (ver)zweifelnd. Amelia, die nicht gehört und gesehen wird. Die ältere Schwester, die auch ein bisschen Aufmerksamkeit haben möchte und nicht versteht, dass Charlotte so handelt. Und dann Piper Reece. Nicht nur Charlotte's (ehemals) beste Freundin, sondern auch ihre behandelnde Gynäkologin. So durchläuft der Leser jede Station der jeweiligen Beteiligten und die Geschichte setzt sich so weiter fort. Man kann also alle verstehen und gewinnt einen Eindruck, wie ihr Gefühlsleben durcheinander gerät. Ich muss gestehen, ich habe stets versucht, meine Tränen zu unterdrücken, egal, wie traurig die Situation auch war. Aber zum Schluss - ein bestimmtes Ereignis, welches ich euch nicht verraten möchte -, konnte ich nicht mehr. Mir kullerten ein paar Tränen und ich brauchte einen Moment, um mir klar zu werden, dass diese Geschichte fiktiv ist und nicht wirklich geschehen war.
Fazit:
Erschütternd. Tief bewegend. Sensibel. Das sind die Schlagworte, die mir zu diesem Roman einfallen. Dieses Buch kann ich jedem wärmstens empfehlen! Es ist ein tiefgründige Thematik, gemischt mit ethischen Fragen und gepaart mit einigen Wahrheiten eines OI (Osteogenesis imperfecta) Patienten. Lasst euch die Möglichkeit nicht entgehen, auch mal in euch hinein horchen. Ich habe es getan und mir selbst dabei überrascht, welche Ansichten ich eigentlich hatte und diese, nach dieser Geschichte, überdenken musste.
Rezension verfasst vor 1 Jahr (10)
Die Einleitung dieses Buch fand ich grandios. Der erste Satz gibt schon einen kleinen Einblick darauf. Ich finde den Aufhänger wirklich gelungen und meine Erwartungen an das Buch sind durch die ersten Seiten auch deutlich gewachsen. Ich finde, der Anfang eines Buches ist immer sehr wichtig. Manchmal lege ich Bücher zur Seite, weil mich der Anfang nicht neugierig gemacht hat, obwohl das Buch vielleicht etwas später schon richtig gut wird.
Jodi Picoult ist der Einstieg in ihr Buch definitiv gelungen.
Das Buch ist aus den Sichten der unterschiedlichen Charaktere geschrieben. Willows Mutter, ihr Vater, ihre Schwester, die Frauenärztin und die Anwältin erzählen die Geschichte der kleinen Willow aus ihren Perspektiven. Dabei wird nicht unbedingt chronologisch vorgegangen. Zwischendurch werden immer wieder Rückblenden eingeschoben, um die Hintergründe noch genauer zu beleuchten.
Im Buch wird nicht der Leser angesprochen oder neutral erzählt, sondern alle Charaktere erzählen, als würden sie zu Willow sprechen. Als säßen sie alle gemeinsam in einer Runde und würden ihr eine Geschichte erzählen. Ich hatte dadurch das Gefühl mit in der Geschichte drin zu sein, als wäre ich ebenfalls ein Teil dieser Runde und von Zeit zu Zeit hat man das Gefühl, als wäre man Willow selbst. Durch diese Art des Erzählens kann man sich schnell in Willow hineinversetzen, auch wenn sie erst ganz am Ende des Buches selbst das Wort ergreift.
Eine gute Orientierung zwischen den Perspektiven bietet nicht nur die Nennung des jeweiligen Erzählers über dem Kapitel, sondern auch, dass jedem Erzähler eine eigene Schriftart zugewiesen wurde. So kann man beim Lesen immer sofort erkennen, aus welcher Sicht die Geschehnisse gerade beschrieben werden.
Ich fand, dass das Buch sehr spannend geschrieben ist und die Geschichte den Leser packt. Bald fällt es schwer, das Buch überhaupt noch aus der Hand zu legen. Trotzdem musste ich ab und zu eine kleine Lesepause einlegen. Nicht weil ich gelangweilt war, sondern weil ich das Thema extrem anstrengend empfunden habe. Anstrengend nicht in dem Sinne, das ich genervt war, sondern mehr, dass mich das Thema ergriffen hat und ich die Last der Familie richtig spüren konnte.
Nicht so gut gefallen hat mir an dem Buch, dass neben Osteogenesis imperfecta noch relativ viele andere Probleme mit aufgenommen werden. Ich finde Osteogenesis imperfecta ist schon an sich ein so großes Thema, mit dem man mehrere Bücher füllen könnte, da muss man nicht noch zwanghaft anderen Charakteren irgendwelche Probleme andichten. Vor allem der Hintergrund der Anwältin war für mich etwas zu viel des Guten.
Noch weniger gefallen hat mir das Ende des Buches. Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten, aber ich glaube, jeder der das Buch gelesen hat, kann das nachempfinden. Vielleicht wird ja auch dieses Buch von Jodi Picoult verfilmt und da gäbe es dann wieder die Möglichkeit das Ende abzuändern, wie es auch schon Beim Leben meiner Schwester der Fall war.
Da ich niemanden kenne, der von Osteogenesis imperfecta betroffen ist, kann ich selber nicht beurteilen, wie gut Jodi Picoult für ihr Buch recherchiert hat. Darum habe ich etwas im Internet rumgeschaut und dabei diese (http://www.glasknochen.at/wordpress/buchtipp-jodi-picoult-zerbrechlich/) Meinung gefunden, die dies beurteilen kann.
Ich kann dieses Buch empfehlen, auch wenn es wirklich keine leichte Kost ist.
Rezension verfasst vor 1 Jahr (7)
Dieser Jodi-Picoult-Roman hat mich vor allem deshalb so gefesselt, weil die personen so gut dargestellt wurden, dass man sich richtig in sie einfühlen könnte. ich war nie gelangweilt und wollte immer wissen, wie es weitergeht. das buch ist im typischen picoult-stil geschrieben, der ihren fans (wie mir) bestimmt zusagt.
kleiner kritikpunkt: das ende ist einfach ZU herzzereißend! Trotzdem gebe ich fünf Sterne her, weil das Thema berührend und interessasnt ist und die Geschichte ganz toll.
Rezension verfasst vor 1 Jahr (10)
Ich habe dieses Buch wieder einmal mit Begeisterung und Mitgefühl lesen können. Jodi Picoult bleibt ihrem Stil treu und verfasst diese Geschichte aus verschiedenen Sichtweisen. Dies gibt einem Leser die Möglichkeit, entsprechend unterschiedliche Perspektiven dieser tragischen Familiengeschichte einzunehmen und entsprechend zu beurteilen. Das Leben mit dieser Erkrankung und die Bedeutung für die gesamte Familie wird hier sehr gut deutlich und könnte praktisch auch auf andere chronische Erkrankungen gut übertragen werden. Ich habe mich beim Lesen immer wieder dabei ertappt, wie ich die einzelnen Sichtweisen nicht beurteilt sondern verurteilt habe. Es fällt schwer, gewisse moralische Aspekte nicht zu bagatelisieren und dies gefällt mir an Jodi Picoults Büchern nach wie vor immer wieder sehr gut; Sie regt zum Nachdenken an, geht nicht mit erhobenen Zeigefinger an solche Themen heran sondern erlaubt unterschiedliche Meinungen.
Unbewusst klärt sie mit diesem Buch auch auf, was es für eine Familie bedeutet, ein schwer krankes Kind auf die Welt zu bringen und dieses Päckchen im Leben zu tragen. Sehr deutlich wird hier, was für unterschiedliche Bewältigungsmechanismen die einzelnen Personen mobilisieren und wer letztendlich daran zerbricht. Und ganz besonders klar macht dieses Buch, dass man zur Kritik und Verurteilung von Dingen immer alles aus einzelnen Sichtweisen heraus betrachten sollte, um fair zu handeln und um einen Menschen nicht grundlos zu kritisieren.
Rezension verfasst vor 1 Jahr (10)
Willow wurde mit Osteogenesis imperfecta geboren, der Glasknochenkrankheit. Schon im Mutterleib zog sie sich Brüche zu, bei der Geburt auch. Auch als sie fünf Jahre alt ist, hat sie schon ein haufen dutzender Knochenbrüche hinter sich, einige, die sogar schwer zu brechen sind ...
Die Kosten für die Familie steigen ins Unermesslich und für Charlotte O’Keefe ist schon von Anfang an klar gewesen, dass sie noch im hohen Alter ihre Tochter versorgen wird müssen – und nicht umgekehrt, wie es der Fall sein sollte.
Sie will Willow das Leben ermöglichen, dass sie nicht finanzieren kann, außer durch eine Möglichkeit: sie müsste auf ungewollte Geburt gegen ihre Gynäkologin klagen – ihrer besten Freundin.
Doch für die Mutter, die ihre Tochter um alles auf der Welt wollte, scheint unter dem Druck zusammen zu brechen. Sie behauptet sich gegen alle Vorurteile , und verliert dabei beinahe die Menschen, die ihr nicht egal sind, ihre Familie.
Jodi Picoult wurde 1967 auf Long Island geboren, später studierte sie Creative Writing in Princeton, sowieso Erziehungswissenschaften in Harvard.
Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren Kindern in Hanover, New Hampshire.
Die Autorin schreibt seit 1992 und dies mit großem Erfolg; ihre Werke wurden zahlreich ausgezeichnet. Derzeit erscheinen ihre Bücher in 35 Ländern – und sie gehört zu den beliebtesten amerikanischen Autorinnen weltweit.
Der Schreibstil der Autorin bewegt sich sicher in der Thematik; sensibel und gradlinig führt sie den Leser durch die Handlung, nicht ohne die üblichen Überlegungen aufkommen zu lassen, die den Leser beschäftigen.
Obwohl Jodi Picoults Romane selten mit etwas ganz Überraschendes aufwarten und sich das gleiche Schema in verschiedenen Varianten abzuspielen scheint (Krankheiten, schwierige Gerichtsfälle und Urteile), schafft sie es jedes Mal aufs neue einen zu fesseln. Ihr Schreibstil, die Thematik und die Konflikte, die während der Handlung entstehen, machen einen faszinierendes und berührendes Werk aus. Mit etwas über 600 Seiten ist es seinen Preis wert.
Was ebenfalls noch zu einem Pluspunkt, auch in diesem Punkt zählt, sind die verschiedenen Sichtweisen, in denen Picoult erzählt. Die Eltern kommen zu Wort, genauso wie die gemeinsamen Kinder, die Anwältin Charlottes und Piper Reece, ihres Zeichens die beste Freundin und Gynäkologin.
Mich hat das Buch sehr bewegt; es ist unglaublich, wie sehr man sich von dem Geschehen einfangen lässt, wie man beginnt darüber nachzudenken und was die einzelnen Entscheidungen hätten bewirken können ...









