Rezension verfasst vor 1 Jahr
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Wohin will dieser Mensch? Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte.
In einer Art Episodenroman erleben wir den Hauptakteur dieses Romans, einen Mann unbestimmten Alters.
Elegisch und besinnlich geht er jeden Tag seinen Aufgaben nach. Auf einer Parkbank pflegt er Station zu machen. Er lebt in Finnland, dem herben Land im Norden Europas mit Kälte und Schnee im Winter und heiteren Sommern, in denen die Vögel singen, und die Natur mit den schönsten Farben aufwartet. Mit wunderschönen poetischen Einwürfen beschreibt er Land, Leute und die Jahreszeiten. Eines Tages sieht der Mann eine junge Frau. Sie beflügelt seine Fantasie und lässt ihn nicht mehr los.
So findet er sich im Gespräch mit ihr wieder und stellt sich vor, wie sie lebt, was sie tut, mit wem sie Umgang hat, und wie ihr Tageslauf aussehen mag. Als sie eines Tages ein Buch liegen lässt, liest er ihren Namen im Einband, und nun kann er sie in seinen Gedanken beim Namen nennen: Elena!
Ganz alltägliche Beobachtungen beleben den Roman, der arm an Handlung aber reich an seelischen Befindlichkeiten ist. Der Icherzähler hat eine empfindsame Seite, die in seinen Beschreibungen ihren Niederschlag findet. Mit Stille, Ruhe und Nachsinnen sieht man sich konfrontiert. Die Stille greift ganz intensiv auf den Leser über.
Was macht den Helden so süchtig nach dem Anblick dieser ihm fremden Frau? Was schürt seine Sehnsucht, ihr näher zu kommen und mehr von ihr zu erfahren?
Erst allmählich wird erkennbar, dass er schon alt ist und ihn Erinnerungen umtreiben. Sein letztes Geheimnis bleibt lange verborgen.
„ Manche Orte haben in unserer Erinnerung einen besonderen Platz. Sie dehnen sich aus, werden zu großen Gebäuden, im Zwielicht schwimmenden Palästen. In ihren Zimmern liegen unsere geheimsten Wünsche und ungeträumten Träume, unserer Kindheit heiterste Höfe.“ Mit diesem Satz umreißt Haahtala das Innere eines Menschen, der sich verloren glaubt.
Doch die Fantasien um die junge Frau Elena, die sich mit seinen Erinnerungen vermischt, gibt ihm Hoffnung.
Der Autor ist Psychiater, und er ist jung. Er betrachtet die Seele des Menschen, seine versteckten Träume, Erwartungen und Enttäuschungen. Es geht ihm nicht um Ende oder Anfang sondern um das Bestehende. Diese Befindlichkeit hat er in unnachahmlicher Feinheit, Diskretion und mit dem Sinn für das Beiläufige und doch Bedeutende im Leben eines Menschen aufgespürt. Ein subtiles und sehr feinfühliges Werk ist der Feder dieses Autors entsprungen. Man mag es in einer ruhigen Stunde lesen und sich anstecken lassen, den eigenen Träumen und dem Vergangenem nachzusinnen.
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