Rezension verfasst vor 3 Monaten
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Wir haben dieses Buch als Klassenlektüre, deswegen schreibe ich mein gesamtes, interpretiertes Wissens hier rein:
Inhalt:
Im Feenreich herrscht Aufruhr: Viele Menschen werden von dem bösen Geist Lumpazivagabundus befallen. Was heißt: Sie trinken, schmeißen ihr Geld zum Fenster raus und haben keinen Respekt mehr vor den Eltern. Doch ein Bursch und die Tochter der Glücksfee haben sich verliebt und wollen heiraten, was die Fee nicht zulassen will. Jedoch schließt sie mit der Fee Amorosa einen Pakt: Drei arme Gesellen sollen einen Haufen Geld bekommen, wenn sie dieses zum Fenster rauswerfen (was höchstwahrscheinlich eintreten wird), bekommen sie noch mal die Chance ihr Glück zu finden. Wenn jedoch nur zwei von ihnen es wieder „mit Füßen treten“ bekennt sich die Glücksfee als besiegt und ihre Tochter darf heiraten.
Leim, Knieriem und Zwirn sind diese besagten Handwerksgesellen. Sie treffen sich auf einer Landstraße, ziehen gemeinsam ins Wirtshaus und erzählen sich ihre Lebensgeschichten. Ihre Gemeinsamkeiten: Sie haben kein Geld und kein Glück in der Liebe.
Und sie alle drei träumen von einer Lottozahl! Und siehe da: Sie gewinnen Hunderttausend Taler! Jeder bekommt über Dreißigtausend Taler und geht für ein Jahr seinen Weg, nach diesem besagten einem Jahr wollen sie sich wieder treffen und sehen, wer von ihnen am weitesten mit seinem Geld gekommen ist.
Der Schustergeselle Knieriem verschwendet seinen gesamten Besitz im Wirtshaus, fängt Schlägereien an und landet sogar für kurze Zeit im Knast.
Der Schneidergeselle Zwirn wird ziemlich eitel, bemüht sich um viele Frauen und merkt nicht wie man ihn um sein Geld bringt: Auch er steht später ohne seinen Besitz da.
Der Tischlergeselle Leim (und wie ich finde, der Intelligenteste aller drei) geht nach Wien zu seinem alten Meister und hält um die Hand seiner Tochter Peppi an. Da Leim Peppi sogar einmal das Leben gerettet hat, wird die Hochzeit gestattet, als rauskommt, dass Leim Dreißigtausend Taler in seinem Besitz hat, wird Leim sogar versprochen bald Meister zu werden.
Jetzt haben zwei der Handwerksgesellen ihr Geld zum Fenster rausgeworfen, werden sie ihr Glück ignorieren wenn sie es regelrecht angeboten bekommen?
Werden sie eine Liebe im Feenreich möglich machen können?
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Zitat:
Brüderln! Laßt’s auch umarmen! Ihr seid’s Lumpen, aber treue Seelen, wahre Goldkerls. [Leim, S. 55, Z. 18 – 20]
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Meine Meinung:
Da ich dieses Buch als Klassenlektüre vorgesetzt bekam, hatte ich keine Wahl: Ich musste es lesen. Am Anfang dachte ich mir: Oh mein Gott. Das wird ja urlang brauchen! Doch später war es eigentlich ganz lustig und ich wollte unbedingt wissen ob Leim und Peppi und die Zwei im Feenreich zusammenkommen. [Spoiler: Es gibt ein richig kitschiges Happy End! :D]
1. Entstehung und Quellen
„Der böse Geist Lumpazivagabundus“ erschien 1833 und wurde im Theater an der Wien am 11. 4. 1833 uraufgeführt. Die Zauberposse basiert auf „Das große Los“ von Karl Weisflog und es gibt eine Anspielung auf Shakespeares Sommernachtstraum.
2. Ort und Zeit der Handlung
Es spielt im Feenreich, in Ulm, in Prag und in Wien. Und zeitlich spielt es ca. zur Lebenszeit Johann Nestroys also im 19. Jahrhundert.
3. Analyse der Form, Aufbau:
Die Handlung steigt zum Höhepunkt (das Treffen nach einem Jahr), was ungewöhnlicherweise sehr am Ende der Posse liegt, an. Der Lottogewinn, der manchmal als der Höhepunkt interpretiert wird, ist dabei nur ein Mittel zum Zweck.
Erzählzeit: man braucht max. 2 Stunden zum lesen der Zauberposse
Erzählte Zeit: es vergeht mehr als ein Jahr (1.Akt: 3 Tage, 2. Akt: 1 Jahr, 3. Akt: 1 Tag)
Rückblenden gibt es keine, Zeitraffungen im 2. Akt und eine Zeitdehnung im 3. Akt (es wird ein einziger Tag ganz genau beschrieben).
4. Sprachliche Analyse
Das ganze Stück ist im Dialekt geschrieben (wienerischem Dialekt) und manchmal gibt es Lieder!
Stilmittel Nestroys:
• Sarkasmus: Eine Kritik an der Gesellschaft und an den schlechten Eigenschaften des Menschen
• Verschwendungssucht: Die Hauptpersonen verschwenden ihr gesamtes Geld im Wirtshaus
• Wortspiele: z.B.: Leim: „Mir ist der Leim ausgegangen!“
• derbe Sprache und Wechsel zw. Sprachebenen
•sprechende namen: z.B.: Leim, Knieriem, Zwirn, Hobelmann
5. Deutung des Werkes
Worauf möchte Nestroy hinweisen:
•Dass Liebe wichtiger ist als Geld!
•Dass man Glück schätzen soll!
•Dass man das Leben nicht verschwenden soll!*
•Dass nicht alle Leute deine Freunde sind (falsche Freunde)…
•Wie schnell Geld verschwindet, wenn man nicht sorgsam damit umgeht!
•Dass man nicht allen Predigern des Weltuntergangs glauben soll!
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