Leser-Rezension zu „Das Haus zur besonderen Verwendung” von John Boyne
am 18.08.2010
Georgi lebt in einem kleinen russischen Dorf in ärmlichen Verhältnissen. Als ein Mitglied der russischen Zarenfamilie durch das Dorf reitet, verhindert er ein Attentat; verliert dabei aber auch seinen besten Freund.Als Belohnung wird er an den Hof geholt, um dort als Leibwache zu arbeiten. Für sein Leben hat dies positive Auswirkungen, er lebt fortan im Wohlstand und verliebt sich zudem in die jüngste Zarentochter Anastasia. Diese erwidert seine Liebe. Doch es herrscht Krieg und der Zar muss abdanken - sein Schicksal und das seiner Familie ist tragisch.
John Boyne erzählt die Geschichte in unterschiedlichen Zeitebenen. Mal erzählt er im Rückblick aus Georgis Leben als Leibwächter des kranken Zarensohnes; mal aus späteren Lebensabschnitten Georgis und seiner Ehefrau Soja. Dabei baut der Autor einen Spannungsbogen auf, sodass der Roman durchweg interessant zu lesen ist. Der Leser erfährt über ihr Emmigrantendasein, das sicher nicht immer einfach gewesen ist. Sie müssen mit Vorurteilen ihnen gegenüber leben, haben Geldnot und Soja hat nicht nur gesundheitliche Probleme. Auch wenn der Autor sich größtenteils an historische Fakten hält, so hat er sich doch in einer Sache Freiheiten erlaubt, was aber wohl einem dramaturgischen Zweck dient.
Der Sprachstil Boynes ist absolut fesselnd und lässt einen das Buch kaum aus der Hand legen. Die Personen sind interessant, facettenreich und liebenswert beschrieben.
Mir hat der Roman gut gefallen und ich vergebe 4 Sternchen.

