Leser-Rezension zu „Die erste Liebe” von John Green
am 16.12.2010
Nachdem Colin Singleton genau mit dem Ende der Highschool zum 19.Mal von einer Freundin verlassen wurde (alle mit dem Namen Katherine) ist er völlig verzweifelt und fühlt nur noch ein tiefes Loch in sich. Auch das väterliche Angebot für einen schönen Sommerunikurs zum Thema Sanskrit kann das Wunderkind und Beinahe-Genie Colin (der schon u.a. mit 2 Jahren anfing zu lesen) nicht trösten. Colin, bedingt durch seine "Veranlagung" (Wunderkind , Besserwisser) hat eigentlich nur einen richtigen Freund, Hassan. Dieser ist wegen seiner Körperfülle, seiner Religion (Muslim) und seinem exzentrischen Gehabe wie Colin ein Außenseiter. Dieser Hassan kann Colins Liebeskummer nicht mit ansehen und kurzerhand packen beide Jungs ihre Sachen in Colins Wagen, beschwatzen ihre Eltern und schon geht die Fahrt ins Blaue los. Colin beginnt schon während der Fahrt in Richtung Süden im Kopf nach einer mathematischen Formel für sein persönliches Beziehungschaos zu suchen(Glocken-Kurven-Diskussion!), während Hassan einfach nur etwas Neues erleben will. Der Zufall führt die beiden Jungs nach Tennessee. Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich, der mit dem Loch (Kugel) im Bauch, dem sich Colin , mit seinem Loch im Herzen, seelenverwandt fühlt, führt die zwei Jungs auf das Land der Familie Wells und zu Lindsey Lee Wells. Damit beginnt eine herrlich verrückte, erlebnisreiche Zeit für Colin und Hassan, und Colin hat am Ende sogar endlich sein heiß ersehntes "Heureka"-Erlebnis, nur ganz anders, als er es jemals geplant hatte.
John Green beschreibt seine jugendlichen Helden mit viel Anteilnahme und auch feiner Ironie. Er zeigt z.B. ganz wunderbar, wie schnodderig Hassan auf Colins kopflastige Redensweisen reagiert, und wie er so den Kumpel wieder auf den Boden der Tatsachen holt, ohne ihn zu verletzen. Die ganze Geschichte läßt sich leicht lesen, vielleicht hat es ein wenig viel Glockenkurvendiskussion. Ich haber das aber meistens schräg überlesen und doch nie den Faden verloren

