Leser-Rezension zu „Eine Mittelgewichts-Ehe” von John Irving
am 5.12.2011
Vor einiger Zeit las ich „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ – eher zufällig und war völlig begeistert und hingerissen vom Stil und der Erzählweise Irvings, von seiner Art zu fesseln ohne künstlich Spannung heraufzubeschwören. Ist man so begeistert, will man natürlich mehr vom selben Autor und setzt dann mitunter einen hohen Maßstab an. Die Mittelgewichts-Ehe ist an diesem leider hoffnungslos gescheitert.
Die Geschichte zweier befreundeter Ehepaare die durch einen gegenseitigen Partnertausch neuen Schwung in ihr Leben bringen wollen, was Anfangs auch gelingt, später aber natürlich gehörig nach hinten losgeht, hat eigentlich eine Menge Potential – psychologisches, erotisches, platonisches, eifersüchtiges. Aber Irving lässt es nahezu ungenutzt liegen, verläuft sich vielmehr immer wieder in verwirrenden Dialog und baut statt knisternder Spannung eher Langeweile auf. Ich hoffe einer meiner Vorredner hier behält recht und es ist wirklich einer der schlechteren Irvings, ich hatte nämlich vor noch mehr von ihm zu lesen.

