Leser-Rezension zu „Ignaz oder Die Verschwörung der Idioten” von John Kennedy Toole
am 22.07.2009
ignaz j. reilly ist überheblich, pedantisch und von stattlicher figur. er lebt in new orleans, suhlt sich in seiner lethargie und seinem eigenen, äußerst egozentrischen weltbild. aber er ist hochintelligent. er hat sogar einen doktor, aber irgendwie kann er sich nicht wirklich mit der welt anfreunden. er ist sehr eloquent und rasch auf 180. lebt bei seiner mutter, die seiner meinung nach alles falsch gemacht hat. mit frauen beschäftigt er sich nur aus der distanz. einer geregelten arbeit geht er nicht nach. als das geld knapp wird zwingt ihn seine mutter mit 30 jahren das erste mal in lohn und brot. zuerst zettelt er in einer hosenfabrik einen aufstand unter den schwarzen arbeiter an, danach versucht er sich als hotdog verkäufer bis er schließlich seine eigene partei der "sodomisten" gründen möchte. ein großartiger lesespaß! ignaz teilt nach allen seiten aus, jeder bekommt etwas ab. seine waffe ist das wort, von dem er reichlich und äußerst eloquent gebrauch macht. herrliche dialoge. hochamüsant! kaufbefehl!
Kommentare zu dieser Rezension
AnnaChi vor 1 Jahr
Endlich mal jemand, der eines meiner Lieblingsbücher ebenfalls gelesen hat! Ich habe es so gern und finde es so amüsant, dass ich es mit einigen Jahren Abstand immer wieder lesen muss. Wusstest du übrigens, dass der Autor, J. K. Toole, sich umgebracht hat, weil es ihm nicht gelungen ist, sein Buch zu publizieren? Grüße von AnnaChi


