Rezension zu "Gott bewahre" von John Niven

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lovely_ann

Vor 1 Jahr

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"Seid lieb" war das einzige Gebot was Gott an die Menschen hatte, nur Moses auf seinem Egotrip war das zuwenig und er hat Gottes Gebot sehr freizügig übersetzt. Damit fing das Dilemma schon an.
Und als Gott nach einem kurzen Angelurlaub zurückkommt, der 400 Jahre Erdenzeit dauerte, muss er feststellen, dass von Seid Lieb auf Erden nicht viel übrig geblieben ist.
Also beschließt er seinen Sohn ein zweites Mal auf die Erde zu schicken. Und JC versucht sich erneut auf der Erde, dieses Mal in Amerika Gehör zu verschaffen - und wo könnte das besser gehen als in einer Castingshow, während er sich der Verlierer annimmt, der Obdachlosen, Kriegsveteranen, Drogensüchtigen... und seine Vision von einem Leben auf der Erde umsetzt.
Das ganze kann nicht gut enden, denn immer wieder gerät er mit den fundamentalistischen Christen aneinander, die ihn natürlich nicht erkennen, sondern für einen gottlosen Spinner halten und glauben, mit ihrer Jagd auf Abtreibungskliniken, ihrer Verachtung von Aidskranken und ihrer Hatz auf Homosexuelle Gottes Werk zu tun.

Obwohl es sehr witzig und schräg mit beissendem Spott geschrieben ist, bleibt einem immer wieder das Lachen im Hals stecken. Ich habe mich beim Lesen öfter dabei ertappt, dass ich dachte: ja, wenn es einen Gott gibt, der seinen Sohn erneut auf die Erde schicken würde - genauso könnte das ablaufen - und zwar nicht nur in Amerika. Religiöse Fanatiker, die lange das Gebot der Nächstenliebe aus den Augen verloren haben, gibt es überall - und es wäre zu einfach jetzt mal wieder mit dem Finger auf die USA zu zeigen.
Das Buch hat mich jedenfalls zum Nachdenken gebracht, muss ich ganz ehrlich sagen.
Wer religiöse Gefühle hat, die man verletzen könnte oder wer in der Kirche fest verwurzelt ist, könnte mit dem Buch so seine Schwierigkeiten haben. Aber empfehlen möchte ich es trotzdem.

Autor: John Niven
Buch: Gott bewahre
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