Leser-Rezension zu „Traveler” von John Twelve Hawks
am 21.11.2011
Im Buch Traveler wird ein Amerika dargestellt, in dem die absolute Überwachung eines jeden Bürgers das oberste Ziel ist. Kein Verkehrsmittel kann genutzt werden, kein Buch gekauft und kein Arzt besucht werden, ohne dass Überwachungskameras einen dabei beobachten und die Information weiterleiten. Die heimliche Macht liegt bei der Bruderschaft, einer geheimen Organisation welche die Kontrolle durch Überwachung will. Einziger nennenswerter Feind sind Traveler, Menschen die in andere Sphären reisen können und mit diesem Wissen immer wieder gegen die Bruderschaft aufbegehren und Freiheit fordern. Beschützt werden Traveler von einer Kriegergilde die sich Harlequins nennen. Sie haben geschworen diese Menschen mit ihrem Leben zu verteidigen. Traveler gelten mittlerweile als ausgestorben, doch dann werden die Brüder Corrigan entdeckt, dessen Vater ein berühmter Traveler war. Sie wissen noch nicht, dass auch sie womöglich diese Gabe haben und in größter Gefahr schweben denn die Bruderschaft will sie für ihre Zwecke missbrauchen. Der Harlequin Maya macht sich auf den Weg um sie zu suchen und zu beschützen, keine leichte Aufgabe.
Meinung
Ich muss sagen die Idee des Buches finde ich sehr interessant und ich wollte unbedingt lesen, was der Auto daraus gemacht hat. Leider wurde ich etwas enttäuscht. Ich bin mit dem Schreibstil schon nicht wirklich warm geworden, ich empfinde ihn als etwas unlebendig. Emotionen kommen nicht überzeugend rüber und darunter leiden die Charaktere. Dazu kommt, dass der Autor sich teilweise langen Beschreibungen hingibt, was Landschaft oder Wege angeht, wichtige Wendepunkte oder Emotionale Höhepunkte aber in zwei Sätzen abhakt, sodass man denkt, man habe vielleicht was verpasst. Das finde ich wirklich schade.
Mir fehlte auch die Ungewissheit/Spannung nach dem Motto „Wie geht’s wohl weiter?“ „Was wird da wohl passieren?“ Die Story liegt eigentlich ziemlich klar vor einem, bis auf die letzten 100 Seiten.
Was mich aber am meisten irritiert und gestört hat ist, dass das ganze Buch einem wie eine Einleitung vorkommt. Sicher, es gibt noch mehr Teile, trotzdem muss sich der Leser am Ende eines Buches nicht wie am Anfang der Geschichte fühlen, finde ich. Hätte man ein paar der chemischen oder technische Details weggelassen, hätte man mehr Story in das Buch bekommen. Ich finde es besser, wenn die Geschichte wenigstens ein bisschen abgeschlossen ist.
Trotz allem sind vor allem die letzten hundert Seiten spannend und man will es auf jeden Fall bis zum Schluss lesen. Die kurzen Kapitel fand ich sehr leserfreundlich. Gefallen hat mir durchaus auch die breite der Charaktere und wiegesagt, die Idee an sich finde ich auch echt toll.
Fazit: Die Idee ist toll, die Story nicht schlecht. Der Schreibstil hat mir nicht so gut gefallen aber ich verstehe, was der Autor meint und er hat sympathische Charaktere erschaffen. Kann man lesen, muss man aber nicht.

