Rezension verfasst vor 3 Jahren
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Es geht um Puritanismus, dieses sittenstrenge Verhalten, das aus der Calvinistischen evangelisch-reformierten Lehre Calvins, so 16. 17. Jahrhundert, hervorgegangen ist. Im Sonntagsmonat ist Thomas Marshfield, ein Reverend dieser Kirche, der Held. Jetzt paßt aber Sittenstrenge und Enthaltsamkeit gar nicht mit den Empfindungen von Thomas zusammen. Sex ist zwar erlaubt, Calvinisten dürfen heiraten, wobei ich nicht genau weiß ob der Sex nur zur Fortpflanzung angewendet werden darf und wie Fehlversuche interpretiert werden, aber Thomas liebt nun mal Promiskuität. Das er mit Vornamen Thomas heißt, verklärt-erklärt seinen Beruf zusätzlich noch. Er ist der Auffassung, dass religiöser Glaube immer Auslegungssache ist und damit selbstverständlich differenziert. In seinem Verbannungsmotel schreibt er, angeregt durch die Besitzerin so eine Art Tagebuch. Verbannt worden ist er, weil sein Bischof Wind von seinen Verfehlungen bekommen hat und er, nur so einer Amtsenthebung entgehen kann. So schreibt er Tag für Tag und Sonntags wird natürlich schriftlich gepredigt. Er schreibt, analog zu seinem widersprüchlichen Leben über die Widersprüche religiöser Lehren. Die Wunder die Jesus an sehr kranken Menschen vollbracht hat z.B. Der erste Widerspruch ist schon das Wunder selbst. Wie darf man etwas aufheben oder umkehren, das Gott geschaffen hat? Nämlich den Menschen, eben mit diesen Leiden und Gebrechen. Er rügt die Zufälligkeit mit der die Kranken, denen geholfen wurde, ausgesucht wurden. Die Zufälligkeit ist grausam, weil es nicht um das Heilen ging, sondern nur um die Demonstration des Heilens. Und so geht es weiter, in diesem Stil. Es kristallisiert sich ein Mensch aus diesem Buch, der im Grunde genommen gegenüber der Öffentlichkeit zu Treue und Wohlanständigkeit verpflichtet ist. Stattdessen vernachlässigt er seine Frau, hat eine Geliebte und betrügt diese mit einer weiteren Geliebten. Man könnte meinen, dass er auch gegenüber einem sexuellen Stelldichein mit Ms Prynne nichts einzuwenden hätte. Die Geliebten die er hatte, rekrutierten sich aus ihm anvertrauten Schutzbefohlenen und das macht einen Teil seiner Schuld aus. Und um es zu komplettieren: Er fühlt sich nicht schuldig! Ohne diese Ms Prynne, die Motelbesitzerin, gäbe es dieses Buch nicht und ich habe jetzt nach der Lektüre, Anlaß auf Ms Prynne sauer zu sein. Das Lesen des Sonntagsmonat war Schwerstarbeit für mich.
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