Leser-Rezension zu „Heldenwinter” von Jonas Wolf

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horrorbiene horrorbiene
Verfasst von horrorbiene
am 8.02.2012
 

Heldenwinter hat etwas, dass ich schon lange bei keinem anderen Fantasy-Buch mehr erlebt habe, nämlich ein Ende! Ich liebe zwar lange detailverliebte vielteilige Serien, doch empfand ich es als sehr erfrischend ein in sich abgeschlossenes Buch zu lesen, bei dem man zwar gern wüsste, wie es mit den Helden weitergeht, die Story dies aber absolut nicht notwendig macht. Zwar geht damit einher, dass die Handlung, da sie „nur“ auf knapp 500 Seiten vorliegt, nicht allzu ausführlich ausgestaltet ist, doch darunter leidet weder die Spannung, noch die Atmosphäre. Im Gegenteil, ziehen nach dem fürchterlichen Massaker nur zwei Helden los, werden es nach und nach mehr und mit jedem neuen Gefährten bekommt die Geschichte mehr Reiz und Tiefe. Dies wird durch die geschickt eingewobenen Erzählungen aus der Vergangenheit Dalarrs unterstützt. Die Handlung erhält auf diese Weise sowohl Tempo als auch Spannung. Auch der Schreibstil Wolfs trägt seinen Teil dazu bei, denn das Buch lässt sich wirklich flüssig lesen. Ein schöner Bonus sind die fiktiven Zitate, die jedem Kapitel vorangestellt sind und die hübsche Karte, die das Lesen wirklich unterstützt.
Gut gefallen haben mir auch die vielen klassischen Fantasy-Elemente, die Wolf hier verwendet hat. Es tauchen neben den Halblingen nicht nur Zwerge und Elfen auf, sondern auch eine Hexe, eine Priesterin uvm. Dennoch bekam ich beim Lesen nicht etwa das Gefühl, das hier viel Bekanntes in einen Topf geworfen und ordentlich geschüttelt wurde, nein vielmehr wirkt Heldenwinter wie eine Hommage an die Großen Fantasy-Autoren – und dies ohne, trotz der Kürze des Buches, platt zu wirken.
Die einzigen beiden Kritikpunkte, die ich anbringen kann sind folgende:
Die Promotion und der Klappentext des Buches suggerieren ein Halblings-Abenteuer – das ist es jedoch nicht! Zwar startet das Buch bei den Halblingen und die Hauptperson ist auch einer, doch schon bald geht er in die weite Welt hinaus und entdeckt dort Wunderliches, dass jedoch nichts mehr mit Halblingen zu tun hat. Vor allem aber hat der Klappentext einen entscheidenden Fehler: Es werden NICHT viele Halblinge getötet und es wird NICHT das Land der Halblinge verwüstet - es ist stattdessen ein gezielter Angriff. Daher ist das Halblingsthema hier auch nicht vorherrschend!
Die Haupthandlung ist an sich schon sehr schlicht gehalten, was an sich noch nichts Schlechtes ist, doch die Auflösung der Mysterien im Finale waren leider sehr früh schon abzusehen. So blieb der Aha-Effekt leider aus und das Ende war somit nicht allzu spektakulär. Eigentlich ist es ja auch sehr schön während des Lesens mit zu rätseln, doch hier hatte ich die entscheidende Idee schon sehr früh und jeder weitere Hinweis wurde nur mit „passt“ oder „weiß ich schon“ abgetan.

Fazit: Heldenwinter ist ein erfrischend schnelles in sich abgeschlossenes Fantasy-Werk, das viele Elemente der High-Fantasy vereint, dabei ist es spannend und gut geschrieben. Auch wenn sich die Lösung des Mysteriums sehr leicht erahnen lässt, ist dieses Buch aufgrund der Abgeschlossenheit schon außergewöhnlich.

 

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Jonas Wolf

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