Leser-Rezension zu „Die 27ste Stadt” von Jonathan Franzen
am 14.06.2010
Im Roman explodiert eine Bombe, beim Leser detoniert ein ganzes Lager an Sprengstoff! Franzen schafft es mit diesem Werk in einem atemberaubende Tempo den Leser von einem Extrem ins nächste zu werfen. Statt einem Verschnaufpausen zu gönnen, lässt er gekonnt die Perspektiven seiner Charaktere wechseln und schleudert den Konsumenten dieses Buches mit brachialer Wucht durch die Irrwege seines Romans, der voll ist von Indizien, die sich später in Winde verwehen und einige Seiten später dann doch wieder sinnvoll erscheinen wollen, nur um einen letztendlich zu der Erkenntnis zwingen, sich diesem erstklassigen Autor bedingungslos ergeben zu müssen. Franzen ist mit diesem Werk nicht nur ein erzählerisches Meisterwerk gelungen, nein, er schafft es, die Gesellschaft am Ende des 20. Jahrhunderts mit all ihren Erscheinungen auf Papier zu drucken und gegenseitig auf sich Feuer zu lassen, ob mit Waffen, Intrigen oder Worten ist dabei vollkommen gleichgültig. Dieses Buch ist von vorn bis hinten einfach unglaublich. Anschnallen und lesen!

