Leser-Rezension zu „Die Korrekturen” von Jonathan Franzen
am 8.09.2010
Enid und Alfred Lambert sind bereits seit fast fünfzig Jahren verheiratet. So verfolgt Enid energisch noch ein Ziel: Das nächste Weihnachtsfest noch einmal mit ihrer gesamten Familie zu verbringen. Doch das Unterfangen erweist sich als äußerst schwierig. Denn ihr Mann Alfred vegetiert durch die schwere Erkrankung an Parkinson nur noch in seinem geliebten Sessel, ihr ältester Sohn Gary durchlebt eine heftige Ehekrise, Tochter Denise versucht ihre sexuelle Identität zu finden und der Jüngste Chip versucht sich hoffnungslos als Autor in New York, wodurch er anstelle von Erfolg von einer Schwierigkeit in die nächste schlendert.
Mit einer einzigartigen Mischung aus Ironie und Melancholie schafft es Franzen die komplette Geschichte einer Familie zwischen zwei Buchdeckel zu pressen. Dabei lässt er weder verborgenen Neid, noch Eifersucht oder alte Enttäuschungen aus. Ganz nebenbei ist ihm damit auch noch eine scharfe Wiedergabe der Gesellschaft gelungen, wobei kein Irrweg oder Schicksalsschlag außer acht genommen wird. Ein fabelhaftes und komplettes Buch über die Leiden, Probleme und Schwierigkeiten unserer Zeit.


