Leser-Rezension zu „Die Korrekturen” von Jonathan Franzen
am 4.02.2012
Der Roman ist eine Familiengeschichte. Die der Familie Lambert, der Eltern, die nach fast 50jähriger Ehe auf die Situation von Parkinson beim Mann eingehen müssen, den drei Kindern, die jedes für sich mit ihrer eigenen Existenz grundlegende Schwierigkeiten haben. Alles läuft auf ein letztes gemeinsames Weihnachtsfest hinaus.
Mit fließenden Übergängen und feingewobenen Handlungssträngen hat Frantzen ein Meisterwerk der Erzählkunst geschaffen. Couragiert geht er auch klar und deutlich "Randthemen" an, kann sich mit intensiven Gefühlen genauso gut durch den Erfahrungshorizont seiner Hauptfiguren bewegen, wie mit Fragen der rationalen Lebenseinstellung. Ein flüssiger und leicht zugänglicher Schreibstil lässt das Geschehen bildlich in den schärfsten Pointen vorbeiziehen und über allem steht Frantzens Begabung, mit Worten umzugehen. Das ist in dieser Ausprägung nicht häufig. Sprachgenie? Er kommt nahe heran.

