Leser-Rezension zu „Abgründe” von Josef Wilfling
am 25.04.2011
Josef Wilfling, mittlerweile pensionierter Mordermittler, hat festgestellt, dass sich die sieben Todsünden auch in Mordfällen finden lassen und so hat er das Buch zusammengestellt.
Er ist kein gelernter Autor, aber gerade das macht das Buch so menschlich. Es zeigt, das auch Mordermittler keine Maschinen sind und auch mal Fehler machen. Wie sich von der Entdeckung einer Straftat bis zur Täterüberführung eine Ermittlung entwickelt und das niemand gefeit ist vor Sünde...
Und man sieht mal wieder, das manche Kriminalfälle nicht in seiner Grausamkeit erfunden werden müssen, da sie das wirkliche Leben schreibt.
Es geht um Eifersucht, Habgier, Rache, reine Mordlust, Grausamkeit, Heimtücke und er lässt seine eigenen Gedanken einfliessen, wie z.B. bei "Töten Frauen anders als Männer?"
Ich fand die einzelnen Kapitel spannend und interessant geschrieben und man merkt dem Mann an, dass er seinen Beruf gerne ausgeführt hat. Zu Anfang hatte ich meine Bedenken, befürchtete ich doch, dass es sehr trocken geschrieben ist. Aber ich fand es teilweise sehr interessant und manche Fälle haben mich richtig gefesselt und oft konnte ich beim Lesen ein Kopfschütteln ob der Grausamkeit der Menschen nicht unterdrücken.
Und ich fand es gut, dass er seine zwei berühmtesten Mordfälle (Sedlmeyr und Moshammer) in diesem Buch nicht behandelt hat! Das hätte dann ein bisschen was von Selbstbeweihräucherung gehabt. Die Auswahl der Fälle war interessant.

