Leser-Rezension zu „Schneller als der Tod” von Josh Bazell
am 13.08.2010
BEI RIESIGEN NEBENWIRKUNGEN...
fressen Sie die Packungsbeilage und erschlagen Sie ihren Arzt oder Apotheker! Der Inhalt dieses Buches kann zu Heiterkeitsausbrüchen bis hin zu extremen Lachkrämpfen führen, die in einigen Fällen zu Atemnot führen. Patienten mit einem ausgeprägten, besonders schwarzen Humor sind besonders stark gefährdet.
Josh Bazell hat hier eine bitterböse Satire über "Halbgötter in weiß" und die Maffia geschrieben. Sicherlich ist dieses Buch wegen den vielen medizinischen Fachausdrücken nicht leicht zu lesen. Aber es ist nicht wirklich schlimm, wenn man diese Ausdrücke nicht versteht. Der Autor benutzt sie eher als stilistisches Mittel, so dass es dem Leser erscheint, der Protagonist wüsste selbst nicht so ganz, wovon er redet. Anfangs empfand ich auch die vielen Fußnoten eher als störend. Aber nachdem ich festgestellt habe, dass sich gerade in diesen Fußnoten die bissigsten Witze verbergen habe ich sie auf jeder Seite schon fast sehnsüchtig erwartet.
Wer sich auch nur annähernd in der Medizin auskennt wird schnell bemerken, dass der Autor zwar über ein fundiertes Wissen verfügt, aber mit voller Absicht eine Menge Unsinn dazu dichtet.
Zudem ist es dem Autor gelungen, auch noch eine atemlos spannende Story zu schreiben, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.
Ich möchte hier an dieser Stelle allerdings unbedingt eine Warnung an alle loswerden: Hier spritzt jede Menge Blut! Ich kenne außerdem keinen schwärzeren oder drastischeren Humor als den eines Mediziners, und dieses Buch strotzt nur davon. Wer also zart besaitet ist oder einen schwachen Magen hat sollte doch lieber die Finger davon lassen.
Naja, und sollte demnächst eine OP bei mir anstehen, ich werde mir das noch einmal schwer überlegen, nachdem ich dieses Buch gelesen habe.

