Leser-Rezension zu „Still Life” von Joy Fielding
am 21.01.2010
Casey Marshall ist eine erfolgreiche junge Frau und glücklich verheiratet. Als sie eines Tages von einem Auto überfahren wird, fällt sie ins Koma. Ihr Mann Warren kümmert sich liebevoll um sie, besucht sie täglich im Krankenhaus und hofft auf ihre Genesung.
Als Casey plötzlich aufwacht, ist alles schwarz, nicht mal den kleinsten Lichstrahl vermag sie zu erkennen. An ihren Unfall kann sie sich nicht erinnern. Sie befürchtet gefangen gehalten zu werden, da sie sich nicht bewegen kann. Als sie Stimmen hört, beginnt sie zu verstehen, dass sie sich im Krankenhaus befindet. Die Ärzte reden ständig von einer jungen Frau im Koma. Bis Casey feststellt, dass über sie gesprochen wird. Fassunglos versucht sie die umstehenden Menschen auf sich aufmerksam zu machen, erkennt aber, dass ihre Versuche zum Scheitern verurteilt sind. Auch ihre zwei besten Freundinnen und Caseys Schwester besuchen sie regelmäßig, ohne zu ahnen, dass sie versteht was um sie herum geschieht. Wochen vergehen bevor Casey plötzlich beginnt auch ihren Geruchs- und Tastsinn wiederzugewinnen. Durch die Besuche ihres Mannes schöpft Casey Kraft und Hoffnung. Doch als eines Tages unerwarteter Besuch in ihr Krankenzimmer stürzt, erfährt sie Unglaubliches: Warren scheint an ihrem Unfall nicht ganz unbeteiligt zu sein. Es fällt Casey schwer ihrem Mann eine solche Tat zuzutrauen, als dieser jedoch beginnt ihr seine heimlichen Gedanken und Absichten darzulegen, bricht in ihr eine Welt zusammen. Warren plant seinen Mordversuch zu beenden und möchte seine Frau, auch auf Anraten der Ärzte, wieder zu sich nach Hause nehmen. Leider kann Casey niemanden von seinen bösen Absichten in Kenntnis setzen. Als sie jedoch auch wieder in der Lage ist, ihre Hände und Füße zu bewegen, beginnt sie mit ihrer Schwester Kontakt aufzunehmen. Doch Warren darf von ihrer neugewonnenen Kraft nichts erfahren! Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. Schafft Warren es seine Tat zu vollenden bevor Casey in der Lage ist sich zu verständigen? Ihre Schwester scheint leider doch keine so große Hilfe zu sein...
Joy Fielding versteht es die Gefühle und Gedanken der Figuren treffend zu beschreiben. Die Idee, dass ein Komapatient doch nicht ganz ohne Bewusstsein ist, empfinde ich als eine gute Grundlage. Der Anfang des Buches war solide, aber nicht sonderlich bemerkenswert. Spannung baut sich auf als bekannt wird wer hinter Caseys "Unfall" steckt und wird zum Höhepunkt gebracht als Warren sie zu sich nach Hause holt und Casey um ihr Leben kämpft. Allerdings muss ich leider gestehen, dass ich schon weitaus spannendere Bücher gelesen habe. Ich habe mir von der guten Story mehr versprochen. Da Joy Fielding aber Caseys Empfindungen sehr gut dargestellt hat, vergebe ich drei von fünf Sternen für "Still Life".

