Leser-Rezension zu „Das Königskind” von Judith Healey
am 24.11.2009
Ein spannender historischer Roman, in dem jedoch politische Zusammenhänge, Intrigen und Auseinandersetzungen das vorherschende Thema sind. Von daher war "Das Königskind" nicht ganz so meine Sache.
Alaïs, die Schwester des französischen Königs Philippe, möchte ihrem Sohn Francis endlich die Wahrheit über seine Herkunft sagen: dass sie seine Mutter ist und König Henry von England sein Vater. Doch weitreichende politische Ereignisse stehen an, ein Krieg im Namen der Religion droht, und Francis droht mit diesem Wissen eine große Gefahr.
Bevor Alaïs mit ihrem Sohn sprechen kann, wird er entführt und sie setzt alles dran, ihm zu helfen.
Der Roman ist als Ich-Erzählung der Prinzessin Alaïs verfasst. Anfangs war ich fast erschlagen vom Ausmaß des Buchs. 600 Seiten, eng gedruckt mit recht kleiner Schrift.
In einem umfangreichen Nachwort werden historischer Hintergrund und weiteres erläutert. Was mir sehr gut gefiel: es gibt auch ein Vorwort, in dem die Ereignisse zeitlich datiert werden und einige Informationen um die Ereignisse gegeben werden, ohne der eigentlichen Geschichte vorzugreifen. Dies erleichtert den Einstieg in den Roman deutlich.
Der erste Teil des Romans spielt am Hof von Paris, die Handlung ist recht statisch, spielt sich hauptsächlich in einigen wenigen Räumen ab und lebt von Dialogen. Im zweiten Teil, als Alaïs sich auf den Weg in den Süden des heutigen Frankreichs macht, nimmt die Handlung deutlich an Fahrt auf.
Ab da las es sich auch für mich viel besser.
Ein spannendes Buch, gut geschrieben, mir persönlich wars jedoch zu politisch und zu verworren. Deshalb nur drei Sterne.

