Rezension verfasst vor 1 Jahr
(15)
Alice von Judith Hermann ging sehr viel durch die Medien und wurde fast überall besprochen, an sich mag ich Bücher die diese PR Maschinerie durchlauf aus Prinzip nicht lesen, aber Judith Hermann ist auch nicht der Frank-Schätzing-Typ, auf den dieses Gebaren zugeschnitten zu sein scheint, entsprechend wurde es schnell wieder still um sie.
Dieses Buch habe ich mit sehr hohen Erwartungen begonnen, um es dann sehr schnell wieder aus der Hand zu legen. Das Thema ist sehr traurig und Judith Hermann schreibt nicht mehr mit dieser Leichtigkeit, die ich aus „Sommerhaus,später“ kannte und bereits verkläre. An manchen Stellen wollte ich ihr zurufen: „Fang wieder an zu rauchen!“ Denn es fehlte etwas Essentielles.
Ihr Still hat sich gewandelt. Sie kann noch immer grandiose Bilder zeichnen. Nur wirken sie träger. Sie benutzt Adjektive, wo sie hingehören, oder kurze, mitunter ein-Wort-Sätze, die das Tempo verlangsamen werden sehr gekonnt eingesetzt. Ich habe Alice in Etappen gelesen, und das war nötig, denn die Atmosphäre in Alice ist bedrückend, und genau dabei habe ich gemerkt, dass Judith Hermann nichts verloren hat, sonder dazugewonnen. Den Stil empfand ich schließlich als sehr passend für das Thema Tot.
Wenn ich eine Todesanzeige lese, möchte ich zwar gern lachen und, oder weinen, aber vor allem wünsche ich mir, dass mir die Worte halt geben. Ich finde dieses Buch ist keine Lektüre für einen Urlaub, oder eine Zugfahrt ins Blaue, es ist ein sehr gelungenes Buch um Abschied zu nehmen.
0 Kommentare