Leser-Rezension zu „Das Blut der Unschuldigen” von Julia Navarro
am 7.08.2011
Eine Geschichte über die Rachelust der Menschheit und der Bedeutung tiefer religiöser Wurzeln in Verbindung mit deren Problematik und Fanatismus....
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Zu Zeiten des 12. und 14. Jahrhunderts wird der Mönch Julian gebeten all seine Eindrücke in einer Chronik festzuhalten, da er als Schreiber des Inquisition Zugang zu bestimmten Fakten und Vorgehensweisen hat. Jedoch ist er ein Bindeglied zu der Katharerbewegung im Süden von Frankreich und steht somit in einem großen Gewissenskonflikt. Somit ist er zugleich Zeuge des Untergangs von Montesegur, als auch dem Untergang seiner geliebten Familie und beendet die Chronik mit den Worten, dass eines Tages das Blut der Unschuldigen gerächt werden soll.
In der Zeit der Nazi Diktatur scheint die Chronik des Bruders Julian wieder aktuell zu werden, da ein Graf ein Komitee zur Suche des Heiligen Grals gründet, welches durch Nazianhänger unterstützt und befürwortet wird. Selbst der Sohn des Grafen fußt sein Leben auf den Vorsätzen des Vaters, sodass dieser in der Gegenwart versucht das Blut zu rächen. Er scheint in Verbindungen mit terroristischen Gruppierungen zu stehen und ein Religionskrieg zwischen Christen und Muslime scheint nun unausweichlich.
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Mir persönlich hat die Geschichte recht gut gefallen, da diese sehr detailliert gestrickt wurde und durch die Epochenübergreifende Erzählung einen besonderen Spannungsbogen erhält. Des Weiteren finde ich, dass die Autorin die Problematik des religiösen Fanatismus aus jeder Perspektive beleuchtet, sodass kein Glaube einen fanatischen Stempel aufgedrückt bekommt. Sie beschreibt diese Problematik gleichzeitig mit viel Feingefühl, jedoch auch mit einer gewissen Härte, sodass dieses Problem als aktuell markiert wird. Gut gelungen sind auch die verschiedenen Erzählpositionen (Ermittlerteam, Graf, „Gruppe“), da die Geschichte so spannender wirkt und auch realer erscheint, da alle Handlungen gleichzeitig abzulaufen scheinen.
Jedoch habe ich für mich auch einen kritischen Aspekt zu nennen. Obwohl die Autorin die Religionen wertfrei darstellt finde ich, dass die Anhänger der muslimischen Gruppierung sehr stark unseren westlichen Stereotypen ähneln und während der Lektüre hat sich bei mir eine gewisse Abwehrhaltung entwickelt. Trotz des Auftretens einer westlich erzogenen Muslimin namens Leila und den Gewissenbissen ihres Bruders empfinde ich die abwehrende Haltung gegenüber den radikalen Einstellungen als unzureichend. Dies ist aber nur mein Empfinden und nicht als generell anzusehen.
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Fazit: Ein gelungener Thriller über eine ernsthafte Problematik.

