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Babyjane Babyjane
Verfasst von Babyjane
am 13.03.2009
 

Ich hab das Buch eigentlich ohne Kenntnis des Inhalts nur wegen des aus meiner Sicht grandiosen Namens ausgesucht. Meine Neugier auf den Inhalt war so groß, daß ich sehr zügig zu dem Buch griff und es gelesen habe.
Obwohl ich sonst ein sehr schneller Leser bin, mußte ich mir hier Ruhe und Zeit nehmen, das ist kein Buch, das man mal eben so nebenbei zur Unterhaltung liest. Immer wieder mußte ich aus den Fluten auftauchen und ein wenig nach Luft schnappen. Die hier geschilderten Lebensgeschichten und Dramen gehen so nah und sind doch so fern. Die Sprache ist dabei immer genau angepaßt, mal sehr gefühlvoll und leise, mal sehr plakativ, brutal und laut. Aus meiner Sicht ein sehr poetisches Buch, auch wegen der schönen eingeflochtenen Gedichte, die Leah hier und dort ihrem Tagebuch anvertraut.
Es wird sich mit vielen Thematiken auseinander gesetzt, Neid, Tod, Haß, Trauer, Liebe, Inzest, Depression, Suizid, Glaube, Religion und vieles mehr, dennoch wirkt das Buch zu keiner Zeit überladen und zu voll, sondern alles liest sich gut und interessant.
Auch ich als nicht gläubiger Mensch konnte mit der Sehnsucht nach Stille, dem Rückzug ins Kloster doch sehr viel anfangen, weil es mehr um Selbstfindung, als um Gottfindung geht.
Die Aufteilung des Buches in kleine Geschichten: "Dies ist nicht Bens Geschichte!" oder "Dies ist Hermana Consuelos Geschichte!" oder "Dies ist die Geschichte einer Pilgerfahrt!" wirkte auf mich unheimlich ansprechend auch die vielen durch Sprache gezeichneten Bilder und Metaphern fand ich wirklich sehr gelungen und angenehm.
Das Buch erzählt eine sehr traurige Geschichte und nicht nur der Tod eines Kleinkindes wirkte auf mich sehr traurig, sondern auch die anderen Dramen der Protagonisten und ihre Hilflosigkeit haben mir hier und dort doch mal Tränen in die Augen gezaubert. Dennoch sprühte dieses Buch vor Lebensfreude und Liebe zur spanischen Küste.

Toll fand ich auch die Aufmachung des Buches. Der Umschlag zeigt eine Haustüre, die sich öffnet und hinter der man den Strand erahnt, nimmt man den Schutzumschlag ab, sieht man diesen Strand in voller größe auf dem Einband. Toll gemacht fand ich das.
Außerdem fand sich ein sehr wichtiger Satz für mich in diesem Buch, neben vielen anderen wichtigen Sätzen, hat sich dieser doch stärker bei mir eingebrannt, eben auch weil er in einer sehr seltsamen Situation geäußert wird: "Wenn du dem Leben immer zu den Arsch zeigst, darfst du dich nicht wundern, wenn es dich von hinten fickt."
Das ist eine der wenigen Stellen, die wenig poetisch und dennoch sehr wahr sind.

Für mich war dieses Buch eine absolute Entdeckung und genau das richtige Buch zu genau der richtigen Zeit.
Kurz, ich bin bezaubert...

 

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Vom Leben und Sterben der Pinguinfische Vom Leben und Sterben der Pinguinfische
Juliane Hielscher

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