Inhalt:
Die junge Fainne lebt in einer abgeschiedenen Gegend, weit entfernt von Sevenwaters, der Heimat ihrer verstorbenen Mutter. Sie führt dort ein einfaches Leben, während sie von ihrem Vater zu einer mächtigen Zauberin ausgebildet wird.
Als ihre Großmutter, die böse Lady Oonagh, in ihr Leben tritt, bekommt sie von ihr einen furchtbaren Auftrag. Sie soll nach Sevenwaters gehen, um dort die Erfüllung einer Prophezeiung zu verhindern, was verheerende Folgen für dessen Bewohner und für ganz Irland hätte... Da Fainne jedoch von Oonagh erpresst wird, hat sie keine Wahl, als sich deren Willen zu beugen. Ansonsten würden die Menschen, die sie liebt dafür bezahlen.
Doch je länger sie bei ihrer Familie in Sevenwaters ist, desto schwerer fällt es ihr, die Befehle ihrer Großmutter zu befolgen...
Aufmachung:
Das Cover ist ganz schön, aber nichts Besonderes.
Hier gefallen mir vor allem die Farbwahl und die Schrift, obwohl beides etwas schlicht ist.
Das Cover ist insgesamt sehr schlicht und bringt deshalb nicht unbedingt den abenteuerlichen Teil der Geschichte rüber. Dies haben aber anscheinend alle Bücher der Sevenwaters-Reihe gemeinsam. Wenigstens passt das Bild zumindest einigermaßen zum sonstigen Inhalt des Buches.
Auch bei diesem Teil sind zwei schöne Karten auf den letzten Seiten zu finden, jedoch fehlt mir hier ein Glossar, besonders, da man ohne nicht so recht weiß, wie die Namen ausgesprochen werden.
Meine Meinung:
Es fällt mir wirklich schwer, eine Rezension zu diesem Buch zu schreiben... Viele scheinen der Meinung zu sein, dass es sich hierbei um das schlechteste Buch dieser Reihe handelt, was ich zuerst nicht glauben wollte. Nun, nachdem ich es gelesen habe, muss ich dem leider zustimmen. Das soll nicht heißen, dass es schlecht ist (davon ist es wirklich weit entfernt), nur eben nicht ganz so gut wie seine beiden Vorgänger.
Anfangs war es etwas seltsam, dass die Geschichte diesmal nicht in Sevenwaters beginnt, sondern in Kerry, wo Fainne in großer Abgeschiedenheit aufwächst. Doch schon nach einigen Seiten wird man mitgerissen und das Buch entwickelt sich zu einem richtigen Pageturner.
Fainne ist nicht nur vom Aussehen her ganz anders, als die bisherigen Protagonistinnen dieser Reihe. Diese waren beide sehr starke, fast makellose Heldinnen und sehr talentierte Heilerinnen.
Auch wenn Fainne auf ihre Art auch stark ist (oder im Laufe der Handlung zumindest wird) und sich in gewisser Weise auch aufopfert, würde sie wohl niemand als makellos bezeichnen. Sie ist eine sehr zwiegespaltene Figur, die nicht immer das Richtige tut. Tatsächlich ist sie manchmal gezwungen Dinge zu tun, die normalerweise nur den "Bösewichten" zugeschrieben werden.
Trotzdem kann man Mitleid und sogar Sympathie für sie aufbringen, da ihre Beweggründe nachvollziehbar sind und sie unter dem Zwang und dem schlechten Einfluss ihrer Großmutter steht. Ihr innerer Konflikt ist hier besonders gut dargestellt.
Außerdem macht sie eine positive Entwicklung durch, obwohl diese sehr langsam stattfindet.
Darüber, dass ihre Großmutter, die böse Lady Oonagh hier wieder persönlich auftaucht, habe ich mich sehr gefreut, obwohl es für Fainne alles andere als erfreulich ist.
Die anderen Nebencharaktere sind wieder einmal sehr vielfältig und interessant. Es gibt eine gute Mischung aus altbekannten Gesichtern und neuen Personen.
Besonders schön fand ich das Wiedersehen mit Bran und Liadan, den Protagonisten aus Band 2 und deren Sohn Johnny, der inzwischen erwachsen geworden ist. Es tauchen insgesamt eine Menge Charaktere auf, die man in den Vorgängerbüchern zu lieben oder zu hassen gelernt hat.
Die Geschichte ist ziemlich spannend, weil man beim Lesen keine Ahnung hat, wie es ausgehen wird. Es gibt einige überraschende Wendungen, die alle logisch und gut durchdacht zu sein scheinen. Im Nachhinein entdeckt man, dass es ein paar versteckte Hinweise auf den weiteren Verlauf der Geschichte gegeben hat, was zu manchen Aha-Momenten führt.
In diesem Buch werden viele Handlugsstränge der ersten beiden Teile wieder aufgegriffen und weitergeführt. Man kann gut nachvollziehen, wie die Geschehnisse der drei Bücher aufeinander aufbauen und dass sie zusammengehören.
Im Vergleich finden sich bei diesem Buch jedoch mehr Fantasyelemente, was hauptsächlich daran liegt, dass Fainne eine Zauberin ist und deshalb Magie ausüben kann. Darüber habe ich mich sehr gefreut, da dies schließlich eine Fantasyreihe ist.
Nicht hundertprozentig überzeugt bin ich von der Liebesgeschichte, die hier einfach viel zu kurz und etwas unbefriedigend ist. Von großen Gefühlen kann nicht wirklich die Rede sein, da zwischen Fainne und ihrem Geliebten für seeehr lange Zeit garnichts passiert. Man kann auch nicht wirklich nachvollziehen, warum sie einander überhaupt lieben. Ich war fast schon so weit, mir einzureden, dass sie letztendlich mit jemand anderem zusammenkommen muss, weil ich mir für die beiden einfach keine gemeinsame Zukunft vorstellen konnte...
Am Ende ist noch Juliet Marilliers gewohnt wunderschöner Schreibstil zu erwähnen, den ich diesmal teilweise etwas langatmig fand, was aber kaum der Rede wert war.
Fazit:
Im Großen und Ganzen ein sehr gelungener Abschluss dieser Trilogie, obwohl die beiden Vorgänger einen Tick besser waren.