Die Handlung spielt zur Zeit der Pikten im Schottland_ und England des 5.Jhr.n.Chr. Das weiß ich leider nicht aus dem Buch selbst, sondern aus meinem eben zu Rate gezogenen Geschichtslexikon, eigentlich ärgerlich.
Der junge Bridei geht beim Druiden Broichan in die Lehre, um später die selbst die Aufgabe des Stammesdruiden übernehmen zu können. Darum verlässt er bereits mit vier Jahren seine Mutter Anfreda und sieht sie niemals wieder.
Die Ausbildung im Hause des Druiden ist hart, doch Bridei ist fleißig und gelehrsam und so wird ihm mit 6 Jahren seine Bestimmung offenbart: Er ist zum König Schottlands (hier: Albas) bestimmt. In erwartungsvoller Freude arbeitet er auf dieses Ziel zu, doch dann geschieht etwas Unerwartetes:
Bridei findet in einer Vollmondmacht einen weiblichen Säugling auf der Türschwelle und fühlt sich von der Mondgöttin (Überraschung: "Die Leuchtende") dazu berufen, das Mädchen zu behüten. Er nennt es Tualaund fortan sind die beiden unzertrennlich.
Doch Jahre später sieht Broichan in dem Mädchen eine Gefahr: Die Menschen meiden das ungewöhnliche Kind, das ihrer Meinung nach zum "kleinen Volk" (Elfen, Feen, sonstdergleichen) gehört und rufen durch ihre Furcht und Abneigung Brideis Zorn hervor. Sein Schwur, das Mädchen zu schützen gilt ihm mehr als seine Bestimmung zum König.
Um eine Katastrophe zu vermeiden gibt Broichan das Mädchen schließlich in ein Kloster und nimmt ihm das Versprechen ab, Bridei zu seinem eigenen Wohl nie wieder zu besuchen. Sie weigert sich zuerst, doch er erzählt ihr eine Lüge und behauptet, es wäre Brideis Wunsch König zu werden und er fühle sich ihr nicht verbunden sondern bloß verpflichtet. Auch Bridei erzählt er von Tualas Verschwinden als wäre sie geflohen um ihn nie wieder zu sehen.
Doch dann gibt es Krieg: Broichan wird an die Seite des derzeitigen Königs berufen um ihn zu beraten und Bridei begleitet ihn, nicht wissend wie nah er damit dem Kloster kommt, in dem seine heimliche Liebe Tuala sich in Sehnsucht nach ihm verzehrt (Entschuldigung, eine andere Formulierung wäre hier nicht halb so amüsant gewesen, schließlich ist die junge Dame hier erst zwölf!).
Interessanter Weise suchen die beiden zufällig gern denselben Strand auf, Tuala heimlich und Bridei in seinen knapp bemessenen Pause von Arbeit und Ausbildung. Wie kann es anders sein - die beiden begegnen sich dort. Es kommt zum großen Showdown, Tuala entflieht dem Kloster und Bridei stellt Broichan und seine zukünftigen Untertanen vor die Wahl: Entweder er mit Tuala als seiner Braut oder…tja, halt nicht er. Und natürlich: Er und seine Tuala dürfen zusammenbleiben, eine Liebesgeschichte wie sie im Buche steht.
Aufgepeppt wird die ganze Geschichte durch lauter wuselndes Elfenvolk da fleißig manipuliert in indoktriniert, die Menschen zu seinem Zwecke verbiegt und beeinflusst und dabei, wie man es kennt, ausgesprochen schön und mystisch ist.
Tja…. Ein nettes Buch, aber ich hatte mehr erwartet. Daher für alle die die "Sevenwaters-Trilogie" gelesen habe: Das hier ist etwas ganz anderes und so gar nicht auf meiner Wellenlänge.
Angefangen hat mein Missfallen mit den Namen im Buch: Broichan, Tuala, Bridei…. Schön, dass sich hier Marillier um eine authentische Namensgebung bemüht, aber ich spreche leider kein Gälisch oder was immer das sein soll und bei der Aussprache hilft der Anhang leider auch nicht. Daher musste ich mir irgendwas einfallen lassen, denn "Bridei" ist mit deutscher Aussprache definitiv kein erträglicher Name, da das e und i nicht einmal von einander getrennt sind.
Aber ich will mich ja nicht an Details festbeißen: Die Story war ziemlich einfallsreich und wirklich mal etwas anderes, aber das konnte mich leider nicht über mein Hauptproblem hinwegbringen: Ich finde die Charaktere unsympathisch, noch schlimmer, sie haben mich regelrecht genervt. Das gehört zwar eindeutig in die Kiste "bei jedem anders", aber ich konnte die schreckliche Unentschlossenheit der beiden Hauptpersonen einfach nicht ertragen - dieses ständige hin und her! Lieben wir uns, lieben wir uns nicht? Mag ich dich wie eine Schwester und vor allem: Mag ich dich überhaupt? Will ich König werden oder lieber viele kleine elfengleiche Kinder machen?
Innere Zerrissenheit und Interessenkonflikte können mich eigentlich immer fesseln und sind meist ein hochspannendes Thema, aber wenn wie hier der Eindruck hinterlassen wird, dass weder Handelnde noch Autorin einen Plan haben, was sie nun eigentlich wollen, kann das ganze sehr langatmig werden. Trotz meiner Vorliebe für verworrene Bücher: Dies hier ist an den falschen Stellen nicht zielstrebig genug und an andere zu leichtfertig.
Ob das was für euch ist? Keine Ahnung! Aber ich als Fantasy- und Marillierleserin habe einfach etwas anderes erwartet, etwas Besseres. Deswegen finde ich das Buch, trotz des angemessenen Preises, nicht allzu empfehlenswert. Weniger objektive Meinung, dafür aber absolut emotional! Und ich weiß nicht wie das bei euch ist, aber mir ist es erstrangig, wie ich mich bei einem Buch fühle. Meinen Verstand kann ich anderer Stelle schärfen, meine "Vergnügungsbücher" sollen berühren und vor allem mitreißen. Und somit wäre Frau Marillier an dieser Stelle durchgefallen!