Nur wenige Monate sind vergangen, seitdem Rosa gegen ihren Willen das Oberhaupt des Alcantara Clans geworden ist. Sie sträubt sie sich gegen ihre Aufgaben und Verpflichtungen als Kapo und sucht zunächst Zuflucht in den USA. Das sie sich immer wieder unkontrolliert „verwandelt“, besonders wenn sie mit Alessandro zusammen ist, setzt ihr zusätzlich zu.
In New York angekommen, findet sie allerdings alles andere als Ruhe, denn der amerikanische Zweig des verfeindeten Carnevare Clans ist ihr auf den Fersen, allen voran Michele, ihr Oberhaupt.
Rosa wird in New York schnell wieder mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, lernt mehr über ihre Familie kennen und gerät in einen Strudel von Ereignissen, die eine schreckliche Vermutung in ihr wecken.
Sind sie und Alessandro sich etwa früher schon einmal begegnet und war Alessandro vielleicht sogar auf der Party? Dieselbe Party in derselben Nacht, in der Unbekannte über Rosa herfielen. Und auch Valerie, Rosas ehemals beste Freundin scheint an diesem schrecklichen Ereignis nicht ganz unschuldig gewesen zu sein.
Zurück auf Sizilien ist Rosas Zusammenstoß mit dem äußerst brutalen Carnevare Clan längst kein Geheimnis mehr, sodass sich die Schlinge um sie und Alessandro immer enger zieht.
Alessandro hat mit Meutereien in seinem eigenen Clan zu kämpfen, die ihn als Kapo weder akzeptieren noch seine Verbindung mit Rosa tolerieren. Seine Familie wird beschuldigt, den „hungrigen Mann“, der einst der höchste Mafiaboss war, an die Polizei verraten zu haben. Und dieser schwört nun Rache!
Alessandro, Rosa und die kleine Iole, die nun bei Rosa lebt geben nicht auf und machen sich auf die Suche nach den Antworten auf all die unbeantworteten Fragen. Ein Unterfangen, das für alle drei gleichermaßen unerwartet, bedrohlich und schmerzhaft wird, denn ihrer beider Familien scheinen mehr auf dem Kerbholz zu haben, als Rosa und Alessandro bisher angenommen haben. Nun werden sie nicht nur von den ominösen Tabula, die hinter das Geheimnis der Arkadier gekommen sind und dem „hungrigen Mann“ bedroht, sondern auch von der Vergangenheit ihrer eigenen Familien, die einen endgültigen Krieg zwischen den Clans des Cosa Nostra entfachen könnte.
Dieser zweite Teil ist definitiv anders als der Erste. Aber bei weitem nicht schlechter- im Gegenteil. Rosa wirkt noch erwachsener, reifer und gestärkt, sich ihrem Schicksal zu stellen und vor allem, für ihre Liebe zu Alessandro zu kämpfen. Dieser Teil ist um einiges härter als der Vorgänger, nicht nur, was die Ausdruckweise betrifft. Rosa wird mit unfassbaren Tatsachen konfrontiert und handelt dabei so menschlich, so real wie es eine von einem Autor erfundene Romanfigur nur tun kann. Die Geschichte wird an jeder Stelle sachlich und realistisch erzählt, lässt aber trotzdem nicht die in Situationen erforderliche Romantik, Dramatik und streckenweise sogar Komik vermissen. Man stelle sich einfach nur vor, wie Rosa in ihrer menschlichen Gestalt mit ihrer Zunge nach einer Biene schnappt, und man versteht, was ich meine.
Es gibt nichts Anderes über diesen zweiten Teil der Trilogie zu sagen, außer: Chapeau!
Er beginnt dort, wo der grandiose erste Teil aufgehört hat und zwar was jegliche Belange betrifft: Spannung, die Entwicklung der Charaktere und die Intelligenz im Aufbau der Story.
Sehr dankbar bin ich dem Autor ein weiteres Mal dafür, das er darauf verzichtet hat, seine Leser am Ende so grausam aus der Geschichte zu reißen, dass das Warten auf den dritten und letzten Teil unerträglich wird. Denn auch ohne einen solchen extremen Cliffhanger bin ich äußerst neugierig, wie es mit Rosa und Alessandro weitergeht. Diese beiden Bücher von Kai Meyer gehören definitiv zu meinen Jahreshighlights, wobei ich auch dem Sprecher des Hörbuches -Andreas Fröhlich- wie schon im ersten Teil wieder ein großes Lob aussprechen muss. Denn in jeder Situation die richtige Betonung, die richtige Stimmlage sowie Lautstärke und sogar einen exzellenten, italienischen Akzent zu treffen, schafft wahrlich nicht jeder Sprecher eines Hörbuchs.