Nina, Ellinor und Miriam leben als Nachbarinnen in Sävesta, einem kleinen Ort in Schweden. Nicht wirklich miteinander bekannt, stehen die drei an unterschiedlichen Punkten in ihrem Leben. Die Endzwanzigerin Ellinor ist frischgebackene Mutter, studierte Juristin und gerade mit ihrem Mann und dem Kind nach Sävesta gezogen. Sie versucht sich in der Rolle der Mutter und Ehefrau, kommt da aber schnell an ihre Grenzen. Zu groß ist der Wunsch, wieder zu arbeiten, zu gering die Aussicht in diesem kleinen Ort eine ansprechende Stellung zu finden. Zumal ihr Mann großen Gefallen daran zu finden scheint, eine Hausfrau zu Hause zu haben.
Nina ist Frisörin, geschieden und hat einen 16-jährigen Sohn. Sie ist zufrieden mit ihrem Leben. Ihr Job macht ihr Spaß, ihr Sohn macht keinen Ärger und sie hat sich mit ihrem Singleleben arrangiert. Aber hin und wieder fällt ihr auf, dass ihr der Mann in ihrem Leben fehlt. Zwar genießt sie die Unabhängigkeit, sehnt sich aber auch danach, einen Partner an ihrer Seite zu haben.
Miriam ist ihr Leben lang Hausfrau gewesen. Ihre Ausbildung hat sie damals abgebrochen, als das erste Kind unterwegs war. Ihre Kinder sind schon längst erwachsen, und Miriam, mittlerweile in den Fünfzigern, hat sich in ihrem Leben eingerichtet. Ihr Garten ist ein makelloses Beispiel dafür, dass Miriam einfach zu viel Zeit hat. Ihr Ehemann Frank ist Vertreter für Kaffeemaschinen, und verkündet Miriam eines Tages, dass er seit vier Jahren eine Beziehung mit seiner Sekräterin führt. Er verlässt die völlig konsternierte Miriam, die nun sehen muss, wie sie ihr Leben regelt.
Wie gesagt, die drei Frauen haben nicht wirklich etwas miteinander zu tun. Erst als die mysteriöse Janina in ihre Straße zieht, kommt eines zum anderen, und unsere drei Protagonistinnen sitzen zusammen und beratschlagen, was man gegen die Unbekannte unternehmen kann. Schnell stellt sich heraus, dass Janina kein Bordell betreibt, sondern lediglich ihre Dienste als Wahrsagerin anbietet.
Ja, man merkt es schon an der Beschreibung. Das Buch wartet mit so ziemlich jedem Klischee auf was das Frauenleben hergibt. Sitzengelassen, überqualifizierte Hausfrau, Single und allein, die drei Frauen bilden ein buntes Potpourri an Frauenschicksalen. Das Ganze ist ganz nett zu lesen, einzig die wirklich laaaange Einführung der einzelnen Charaktere fordert etwas Geduld vom Leser. So wirklich vom Hocker haut einen das nicht, nett, mehr nicht. Dafür ist die Geschichte zu vorhersehbar, und auch etwas zu sehr konstruiert. Ellinor könnte Miriams Tochter sein, und sie wundern sich, dass sie an einem gemeinsamen Wochenende, das sie in Stockholm verbringen, nicht viele gemeinsame Interessen finden!? Hier ist der Versuch, ein Buch zu schreiben, in dem wirklich jede Frau sich wiederfinden kann, fehlgeschlagen. Zwar sind die drei Frauen einem sympathisch und man kann gut nachvollziehen, was sie bewegt. Überhaupt diese ganze Vorstadtidylle wird gut beschrieben und lädt zum weiterlesen ein. Trotzdem bekommt die Autorin nicht alles unter einen Hut, konstruiert bleibt konstruiert.
Das Ende ist natürlich ein Happy End vom Allerfeinsten. Aber der Weg dahin wird dem Leser unterschlagen. Plötzlich ist es nicht mehr Winter, sondern Sommer und alle Probleme gelöst. Nee, das finde ich unbefriedigend.
Und, ich weißt nicht ob es an der Autorin oder an der Übersetzung liegt, aber anmerken möchte ich es dann doch: „vogelfrei“ ist die gute Nina sicherlich nicht, vielleicht frei wie ein Vogel. Da hat es mich doch kurz geschüttelt ob der mangelnden Kompetenz.
Wie gesagt: nett zu lesen, gelangweilt habe ich mich nicht. Ein Buch, um mal den Kopf auszuschalten, und sich nett unterhalten zu lassen mit sympathischen Charakteren. Muss man nicht gelesen haben, kann man aber.