"Für immer untot" ist der dritte Teil der untot-Serie um die Seherin Cassie von Karen Chance. Diese ist durch einen Bann, den Geis an den Meistervampir Mircea gefesselt. Nun ist sie auf der Suche nach einem alten Zauberspruch aus dem Codex Merlini, der den Geis wieder aufhebt. Aber so einfach, wie es sich anhört, ist es natürlich nicht.
Da ich die beiden Vorgängerbücher nicht kenne, brauchte ich gute 100 Seiten, um überhaupt in das Buch zu finden. Das lag größtenteils daran, dass mir die Vorgeschichte nicht bekannt ist und die Autorin davon auch nicht viel nochmal kurz aufgreift - oder ich habe es nicht bemerkt. Außerdem tauchen besonders am Anfang m.M. nach viel zu viele Protagonisten auf; ich konnte mir weder die Namen merken, noch ob derjenige Mensch, Geist, Vampir, Fee oder eines der vielen anderen Geschöpfe ist, die Chance in ihr Werk einbringt. Vielleicht wird es verständlicher, wenn man die komplette Serie kennt (auch wenn Rezensenten der anderen Bücher ähnliches anklingen lassen, möchte ich nichts unterstellen), vielleicht hätte die Autorin bei einer derart komplexen Fantasywelt gut daran getan, ein Personenglossar am Ende des Buches zu erstellen. So kann der Leser bei Bedarf kurz nachschlagen, was definitiv zum besseren Verständnis führt.
Karen Chance schreibt manchmal etwas zu durcheinander und legt beim Erzählen ein zu großes Tempo vor, was mir besonders das erste Drittel des Buches schwer zu schaffen gemacht hat. Die zweite Hälfte des Buches hat mir dagegen Spaß gemacht zu lesen, so dass es doch noch ein paar Punkte mehr gibt.
Vollkommen vergessen habe ich beim Lesen, dass Cassie Palmer Seherin ist - davon merkt man im Laufe des Buches nichts; sie weiß oftmals nicht, was sie da eigentlich tut, geschweige denn, was ihr Gegenüber aufgrund der Herkunft für Ziele verfolgt und ob er Freund oder feind ist. Sorry, aber Dummheit ist nicht sexy!
Der Umschlagtext verspricht gleich im ersten Satz "Vampire, Erotik und Magie[...]" - die Erotik war für meinen Geschmack etwas zu viel. ich habe ein Buch für hauptsächlich junge Leserinnen ab etwa 13 Jahren erwartet. Bei den ausführlichen Beschreibungen der Sexszenen, habe ich über Altersfreigaben bei Büchern nachgedacht, und finde, dass sich die Autorin damit keinen Gefallen getan hat, denn der Plot, die Aufmachung des Buches und der Titel sprechen m.E. hauptsächlich junge Leserinnen an.
Nachdem ich mich erst spät in die Handlung eingelesen habe, fand ich mich ganz gut unterhalten. Zwar gab es keine wirklich überraschenden Wendungen, aber mal zwischendurch als leichte Lektüre für Leserinnen ganz ok. Überzeugt, die Vorgängerbücher oder Fortsetzungen der Serie zu lesen, hat mich Karen Chance nicht, dafür gibt es einfach viel zu viele weit bessere Bücher dieser Art auf dem Markt. Ich gebe 5 von 10 Punkten.