Die junge Cassandra (Cassie) Palmer hat eine besondere Begabung: Durch ihre Visionen kann sie in die Zukunft blicken und genau diese Eigenschaft hat sie in Schwierigkeiten gebracht. Als Kind wurden ihre Eltern getötet, damit der Meistervampir Tony ihre Fähigkeit für seine dunklen Geschäfte nutzen kann - und so wuchs Cassie unter Vampiren auf. Vor ein paar Jahren gelang ihr die Flucht und seitdem versteckt sie sich vor Tony und seinen Dienern. Außerdem kann sie Geister sehen und mit ihnen kommunizieren und diese helfen ihr bei der Flucht vor ihrem Ziehvater. Cassie bittet den mächtigen Vampirsenat um Schutz und bekommt von einem äußerst attraktiven Vampir Hilfe...
MEINE MEINUNG:
"Untot mit Biss" nennt sich der erste Band einer neuen Serie rund um die Hellseherin Cassandra Palmer. Den Titel finde ich allerdings unpassend, da die Protagonistin gar nicht untot ist.
Heldin Cassie ist 20 Jahre jung und lebt seit Jahre in Atlanta, immer in Angst vor ihrem Ziehvater Tony. Die selbstbewusste junge Frau hat sich nebenbei ein Leben aufgebaut und ist nicht erfreut, als sie mithilfe der Geister Billy Joe und Portia flüchten muss. Beistand erhofft sie sich von dem Vampirsenat und der einflussreichen Konsulin. Dabei macht sie Bekanntschaft mit netten und weniger netten Vampiren, Geistern, Feen, Satyre und anderen magischen Wesen.
Die Hauptperson Cassandra scheint anfangs sehr interessant zu sein, doch mit zunehmender Seitenanzahl wird sie immer farbloser und flacher. Statt dessen konzentriert sich die Autorin mehr auf die zahlreichen Nebenfiguren. Da gibt es z.B. den Geist Billy Joe, der in einem Medaillon wohnt, Cleopatra als Konsulin, Cassies Mitbewohner Tomas, den Vampirkünster Raffael, Satyre und allerlei andere paranormale Wesen.
Es ist mir schwer gefallen, den Überblick zu behalten, wer mit wem verwandt, befreundet oder verfeindet ist. Denn die von Karen Chance geschaffene Welt ist so komplex, dass sie eigentlich einen eigenen Band verdient hätte. Immer wieder werden neue Charaktere und deren Lebensweise eingeführt, so dass die Geschichte von dem eigentlichen Ziel abdriftet. Diese Welt ist zwar reizvoll, aber viel zu umfangreich für ein 400 Seiten-Buch.
Geschildert werden die Geschehnisse aus der Sicht von Ich-Erzählerin Cassie. Die Handlung beginnt spannend, danach geht´s mit der Spannung rasant bergauf und bergab. Für meinen Geschmack wurde die Geschichte zu sehr ausgeschmückt und weist viele unnötige (Sex-)Szenen auf, was den Lesefluss erheblich beeinträchtigt.
Ideen hat Karen Chancen sicher Unmengen und den Plot finde ich auch gut, nur an der Umsetzung hapert es doch sehr. Der moderne Schreibstil vermag nicht wirklich zu fesseln und kommt ein wenig blutleer daher. Und auch die Dialoge können da nichts mehr retten.
FAZIT:
Schade, dass meine Erwartungen an diesen Serienauftakt nicht erfüllt wurden. Für mich ist der Ausflug in Cassie Palmers Welt hiermit beendet und somit vergebe ich für "Untot mit Biss" 2 1/2 STERNE.