Leser-Rezension zu „Schwarzer Regen” von Karl Olsberg
am 23.10.2011
Zur Geschichte
Im Thriller Schwarzer Regen von Karl Olsberg geht es um die Katastrophe schlechthin. Eine Atombombe explodiert in der Innenstadt von Karlsruhe und stürzt damit das ganze Land ins Verderben. Im Thriller wird nicht nur die Katastrophe selbst, sondern auch die Stimmungen in der Bevölkerung.
Zu Beginn des Buches (in t-) werden verschiedene Figuren eingeführt. Manche haben nur kurze Auftritte, um die Tragik der Katastrophe darzustellen, mache wiederum sind im gesamten Thriller vertreten. Eine der Hauptfiguren ist der Ex-Polizist Lennard Pauly, der bei dem terroristischen Anschlag seinen Sohn verlor. Er versucht die Täter zu ermitteln und gerät dabei selbst in Gefahr. Im zweiten Teil des Buches (t0) wird die Katastrophe selbst dargelegt, während im dritten Teil (t+) die politischen Stimmungen beschrieben werden.
Fazit
Ich wusste nicht, dass ich Hass auch beim Lesen fühlen kann, doch während ich Schwarzer Regen las, kam etwas auf, dass sich so anfühlte. Mit unglaublicher klarer Sprache wird so eine schreckliche Tat und ihre Auswirkungen dargestellt, dass man selbst mehrfach schlucken muss. Immer wieder beim Lesen fragte ich mich, wie ich in einer solchen Situation handeln würde. Selten hat mich ein Buch auch über das Ende der Geschichte so beschäftigt. Die Katastrophe fühlt sich dermaßen real an, dass sich die Fassungslosigkeit und der Schock über solche Grausamkeit kaum abschütteln lassen.
Die verschiedenen politischen Auswirkungen werden leider nur begrenzt dargestellt. Zwar wird im Buch sehr schön beschrieben, wie in Deutschland die Stimmung kippt und sich alles ändert. Was aber letztlich im Ausland und dessen Beziehungen zu Deutschland passiert, bleibt außen vor. Zudem bleiben die Personen, bis auf die Hauptfiguren, die schon vor der Katastrophe eingeführt worden waren, leider recht flach. Dennoch lässt sich das Buch gut lesen und Schnitzer in der Geschichte sind mir auch nicht aufgefallen, obwohl ich mir mehr Aufklärung am Ende des Buches gewünscht hätte.
Eine nette Zugabe, aber leider nicht mehr, war der mathematische Wissenschaftler, der prophetische Verse von Nostradamus entschlüsselt hatte, aber nicht ernst genommen wurde. Ebenso mysteriös war das Kartenlegen von Lennards Freundin. Das Ganze soll wohl aufzeigen, dass man manchmal auf diejenigen hören sollte, denen man sonst nicht glaubt.
Insgesamt kann man sagen, dass die Hinführung, sowie die Beschreibung der Katastrophe an sich wirklich großartig sind. Leider lässt das Buch zum Schluss nach, so dass ich keine 5 Blätter vergeben kann.

